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Home > Stars > Star-Archiv > Großbritannien > Ralph Fiennes
Geboren am 22. Dezember 1962 in Ipswich, Suffolk, England (Großbritannien)
Da sitzt Amon Göth auf einem Balkon und gönnt sich mal eine "Auszeit" von seinem stressigen Arbeitsalltag. Wie die aussieht? Er schießt mit dem Gewehr wahllos auf Juden, die sich unter ihm im Ghetto bewegen. Bereits in dieser Szene aus Steven Spielbergs Meisterwerk "Schindlers Liste" wird eines klar: Göth ist nicht nur ein sadistischer SS-Offizier, er ist ein Monster, das personifizierte Böse. Der in der Filmwelt zu diesem Zeitpunkt nahezu unbekannte Theaterstar Ralph Fiennes gab ihm sein Gesicht, spielte so kaltblütig-präzise alle Facetten dieses (Un)-Menschen aus, dass es die Zuschauer fröstelte. Seine unglaublich intensive Darstellung brachte Fiennes nicht nur eine Oscar-Nominierung zum Besten Nebendarsteller ein, er wurde vom American Film Institute daraufhin auch in die Liste der Top 50-Filmbösewichte aufgenommen. Seitdem kämpft der Brite gegen sein "Bad Guy"-Image an, mittlerweile scheint er sich allerdings in dieser Haut auch ganz wohl zu fühlen
Ein neuer Olivier
Ralph Nathaniel Twisleton-Wykeham-Fiennes ist der Sohn einer Schriftstellerin und eines Fotografen. Seine fünf jüngeren Geschwister, darunter die Regisseurin Martha Fiennes ("Onegin") und der Schauspieler Joseph Fiennes ("Shakespeare in Love"), sind ebenfalls im Filmgeschäft tätig. Ralph Fiennes, der in Irland aufwuchs, wurde bereits in jungen Jahren von seiner Mutter in seinen künstlerischen Bemühungen gefördert. Nach der Schule entschied er sich zunächst für ein Studium der bildenden Kunst an der Chelsea School of Art. Bereits nach einem Jahr wechselte er das an die Royal Academy of Dramatic Art und machte schließlich seinen Abschluss im Fach Schauspiel. Die renommierte Royal Shakespeare Company wurde auf ihn aufmerksam und nahm Fiennes 1988 in ihr festes Ensemble auf. Bald wurde der Brite mit der markanten Stimme und der Aura des Mysteriösen für seine Rolleninterpretation solch klassischer Figuren wie Hamlet gefeiert, selbst Vergleiche mit dem großen Vorbild Sir Laurence Olivier häuften sich.
Ein eiskalter Bösewicht
Seinen ersten Leinwandauftritt hatte Ralph Fiennes 1992 an der Seite von Juliette Binoche in der Emily Brontë-Adaption "Stürmische Leidenschaft". Ein Jahr später sollte sein großer Durchbruch kommen. Nach dem schwer kritisierten Peter-Greenaway-Filmexperiment "Das Wunder von Macon" machte der Part des Judenschlächters Amon Göth in dem mit sieben Oscars ausgezeichneten Spielberg-Film "Schindlers Liste" Fiennes weltberühmt. Für die Rolle nahm der Schauspieler alle Mühen auf sich, nahm stark an Gewicht zu und wurde neben unzähligen Nominierungen mit dem BAFTA-Award für die Beste männliche Nebenrolle prämiert. Wer befürchtete, dass Fiennes nach seiner SS-Rolle den Bösewicht vom Dienst würde geben müssen, sah sich zunächst nicht bestätigt: In Robert Redfords 1994 gedrehter Medienschelte "Quiz Show" gab Fiennes den eloquenten Quotengaranten Charles Van Doren. Auch für diesen Part erhielt der Wrestling-Fan glänzende Kritiken, der Film war an den Kinokassen jedoch ein Flop.
Als Patient zum Erfolg
Ein Jahr nach "Quiz Show" spielte Ralph Fiennes in Kathryn Bigelows spektakulär bebilderter Endzeitvision "Strange Days" einen gehetzten Dealer von Cyber-Clips. Auch diesmal blieb der kommerzielle Erfolg aus und die so spektakulär begonnene Karriere des Briten befand sich eigentlich schon wieder im Sinkflug befand, als ihm mit "Der englische Patient" 1996 ein überraschender Hit gelang. Anthony Minghellas Liebesdrama spielte weltweit über 230 Millionen Dollar ein und wurde mit neun Oscars – darunter für den Besten Film – ausgezeichnet. Fiennes gehörte für seine Darstellung des englischen Patienten, der sich bald als ungarischer Graf László Almásy herausstellt, genau wie seine Partnerin Kristin Scott Thomas zu dem Nominierten, ging am Ende aber leer aus.
Erweiterung des Rollenspektrums
Ralph Fiennes war nach dem Triumph mit "Der englische Patient" auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner schauspielerischen Laufbahn. Aber das schien ihn gar nicht weiter zu interessieren: Erst 1997 stand er für den Arthouse-Historienfilm "Oscar und Lucinda" wieder vor der Kamera und im Mainstream kam er noch ein Jahr später an. "Mit Schirm, Charme und Melone", die Filmadaption der gleichnamigen Kultserie, wurde für Fiennes und seine Co-Stars Uma Thurman und Sean Connery allerdings zu einer Bauchlandung. Der Film floppte und auch die Kritiker waren "not amused". So wurde Fiennes erstmals für den Razzie Award nomimiert, den Schmähpreis für die schlechteste schauspielerische Leistung des Jahres. Nach einem Synchronjob beim Disney-Zeichentrickfilm "Der Prinz von Ägypten" ging Fiennes enttäuscht zurück nach Europa und stand bei Istvan Szabos Geschichtsepos "Sunshine" gleich in einer Dreifachrolle vor der Kamera, wofür er 1999 prompt mit dem Europäischen Filmpreis geehrt wurde. Weitere anspruchsvolle Independent-Produktionen wie Neil Jordans Liebesdrama "Das Ende einer Affäre" mit Julianne Moore und David Cronenbergs Psychospiel "Spider" folgen.
Hollywood ruft
2002 war es wieder soweit, und Ralph Fiennes stand wieder in Hollywood vor der Kamera. Im Horror-Remake "Roter Drache" spielte er einen psychopathischen Serienkiller, der mit seiner Bösartigkeit sogar Hannibal Lector alias Anthony Hopkins in die Tasche stecken will. Der Film wurde ein Erfolg, genau wie die romantische Komödie "Manhattan Love Story", in der Fiennes an der Seite von Jennifer Lopez endlich einmal einen Charmeur spielen durfte. Nach diesen Hits nahm sich Fiennes eine Auszeit vom Kino, spielte in Theaterstücken wie "Faith Healer" mit und wurde für den Tony Award nominiert. 2005 folgte mit "Der ewige Gärtner" ein furioses Filmcomeback. In dem mehrfach prämierten Afrika-Liebesdrama mit Rachel Weisz spielte Fiennes einen Diplomaten, der düsteren Machenschaften einer Pharmaindustriekette auf die Schliche kommt.
Rückkehr des Bösen
Nach einem weiteren Synchronjob bei "Wallace und Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" übernahm Ralph Fiennes 2005 nach langem Zögern eine Rolle, die wie kaum eine andere mit den Erwartungen und Vorstellungen einer riesigen Fangemeinde verbunden ist: In "Harry Potter und der Feuerkelch", dem vierten Teil der Fantasy-Reihe, gab er – stark maskiert – den abgrundtief bösen Lord Voldemort. Auch in den vier weiteren Teilen ist Fiennes in dieser weltberühmten Rolle zu sehen. Nicht weniger bösartig, aber dafür etwas menschlicher, ist sein Auftritt in der hochgelobten Actionkomödie "Brügge sehen... und sterben?" mit Colin Farrell und Brendan Gleeson. 2008 arbeitete er dann wieder mit Kathryn Bigelow zusammen, im oscarprämierten "Hurt Locker" übernahm er als Freundschaftsdienst eine Minirolle. Nachdem er in der Bestsellerverfilmung "Der Vorleser" die ältere Version von David Kross verkörperte, wandte sich Fiennes erneut dem Diabolischen zu. Im Actionspektakel "Kampf der Titanen" spielte er 2010 den Gott der Unterwelt, Hades. Sein Widerpart war wie in "Schindlers Liste" sein Freund Liam Neeson, der als Zeus auftrat. 2011 stellte Fiennes im Wettbewerb der Berlinale sein Regiedebüt "Coriolanus", eine moderne Shakespeare-Adaption, die auf ein geteiltes Echo stieß. Nach "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2", mit dem die Reihe zu Ende geht, wird Fiennes auch noch in dem mit Rachel Weisz und Bill Nighy besetzten "Page Eight" zu sehen sein, ehe für 2012 die Fortsetzung von "Clash of the Titans 2" erwartet wird.
Demnächst im Kino in: Zorn der Titanen - Kampf der Titanen 2, James Bond 007 - Skyfall
Regie: David Yates - Veröffentlicht in 2010
Rolle: Lord Voldemort
Schauspieler
Regie: David Yates - Veröffentlicht in 2009
Rolle: Lord Voldemort
Schauspieler
Hinzugefügt von Filmstarts am 8. Februar 2012
Erster deutscher Trailer zu "Zorn der Titanen – Kampf der Titanen 2"
Hinzugefügt von Filmstarts am 17. Januar 2012
Hinzugefügt von Filmstarts am 16. Januar 2012
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