SON GOKU WILL ÜBER DIE ZIELLINIE
Vor zwei Jahren verlor ein Stabsfeldwebel seinen Bruder in Afghanistan. Seitdem hat er nur noch ein Ziel, Ranger werden, die Elite der US Army. Doch auf dem Weg dahin muss er sich nicht nur gegen hunderte andere Soldaten durchsetzen, bei der finalen Übung taucht plötzlich ein Gegner auf, der eher nach Weltuntergang als nach Militärtraining aussieht.
War Machine auf Netflix geht ca. 105 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. In der Hauptrolle Alan Ritchson, der hier als traumatisierter Soldat mit PTBS eine Gruppe durch eine völlig aus dem Ruder laufende Mission führen muss und seien wir ehrlich, Ritchson kann solche Rollen inzwischen im Schlaf spielen. Der Film ist im Grunde solide Kost für zwischendurch.
Im ersten Drittel bekommen wir das klassische Trainingsprogramm inklusive Motivation, Trauma und „Ich zieh das durch“-Mentalität. Danach folgt die finale Ranger-Übung die allerdings komplett aus dem Ruder läuft, weil plötzlich eine Maschine aus dem All auftaucht und die Übung in ein Sci-Fi-Gemetzel verwandelt. Zum Schluss gibt es den großen Showdown.
Ich mochte etwa zwei Drittel des Films. Die Trainingsphase funktioniert, die einsamer-Wolf-Schiene passt zu Ritchson und auch das Improvisieren hat Potenzial. Das Problem ist nur man rennt durch alles durch wie ein Soldat auf drei Liter Red Bull.
Figuren werden vorgestellt, haben kurz Persönlichkeit und zwei Szenen später sind sie vergessen. Da treibt plötzlich ein Helm im Wasser und man fragt sich nur: Moment… wer war das jetzt eigentlich?
Gerade beim Militärleben hätte ich mir mehr Gruppendynamik gewünscht. Soldaten funktionieren als Einheit, nicht nur als Hintergrundkulisse.
Das Finale schießt leider übers Ziel hinaus, wird überdreht und unlogisch.
Unterm Strich bleibt ein Film, der durchaus unterhält. Alan Ritchson trägt das Ganze problemlos, die Soldaten sind solide und Action gibt es genug. Das rasante Abhandeln von Figuren, einige Logiklöcher und das völlig übertriebene Ende verhindern mehr als Durchschnitt.
6/10 Punkten. Tommy Morgenstern leiht Alan Ritchson hier die deutsche Stimme, also hören wir nicht Reacher, sondern Son Goku.