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David Willson
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4,0
Veröffentlicht am 1. April 2026
Man möchte eine umfassende Kritik erfassen, ist man aber zuerst etwas überwältigt. Der Film taucht ziemlich tief, aber auf eine ungewöhnliche Art und Weise in der Welt einer religiösen Gründerin einer christlichen Gemeinschaft der 1770 Zeitraum. Wenn der Basis der Gemeinschaft die religiös überladene Visionen dieser Frau Ann ist, alles schwebt etwas in seinem eigenen Universum, wird aber unter einer streng gläubigen, fleißigen und treuen Gruppe von Menschen ausgelebt. Seyfried ist erstaunlich als Ann, der Film für sich ein außergewöhnliches Kunstwerk. Der Film ist aber ziemlich lang und damit auch nicht selten etwas träger.
Das Plakat zu diesem Film suggerierte für mich eher eine Art Musical. Ich war daher sogar etwas überrascht, dass "The Testament of Ann Lee" sich dann als ein sehr origineller und stark inszenierter Historienfilm zeigte, der noch dazu zu den Filmen gehört, die wahrlich mehr Zuschauer verdient hätten. Man kann über die spirituelle Lehre der Protagonistin sicher diskutieren, und in der Tat liegt die Deutung für mich sehr nahe, dass Ann Lee in spoiler: Wahrheit ihr eigenes persönliches Trauma (Verlust von vier Kindern) bekämpft hat. Aber ich kann mir kaum vorstellen, wie man ihre bemerkenswerte Story eindrucksvoller, spannender und treffender verfilmen könnte als hier, und das finde ich schon herausragend. Die Musikszenen sind hier kein Selbstzweck, sondern sehr passend und stimmungsvoll. Großes Kino um eine kleine Sekte, eine klare Empfehlung!
Ich habe den Film im Rahmen der Berlinale gesehen bei der Premiere. Der Film ist sehr intensiv und die Musik packt einen gleichermaßen wie sie verstört. Teilweise fühlte sich die Handlung etwas in die Länge gezogen an