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Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 18. März 2010
"Die meiste Zeit berichtet „A Different Story“ aus einem völlig subjektiven Blickwinkel und lässt seinen Zuschauern nur den Künstler unterstützende Aussagen zukommen." Der Film ist eine Arbeit von George Michael, die er machen wolte, um seine Sicht der Dinge darzulegen. Die Boulevardgeschichten aus der Yellow Press, also die andere Seite der Medaille ist hinreichend bekannt.
"Das gilt vor allem für die Affäre um den Sex auf einer öffentlichen Toilette in Los Angeles 1999, die bis heute eine beliebte Haltestelle auf Sightseeing-Touren durch Hollywood ist (und im Übrigen absolut unspektakulär." Sic! Da entlarvt sich wohl jemand selbst. Toiletten sind im gewöhnlichen recht "unspektakulär", bzw. es kommt anscheinend drauf an, was man dort macht.
"Dass es sich bei der Aktion auch um einen PR-Gag von ihm selbst handeln könnte, wie damals gemutmaßt wurde, wird selbstverständlich kaum aufgegriffen." Wer mutmaßte denn so etwas verrücktes. Macht ein millionenschwerer, weltbekannter Popstar so etwas, um wochenlang im amerikanischen TV vorgeführt zu werden, um Tausende Fans vor den Kopf zu stoßen und um Einbrüche seiner Platenverkäufe zu inszenieren. Ist George Michael so masochistisch? Keine Ahnung, auf jeden Fall ist er nicht dumm. Das zeigt nämlich vor allem diese Doku. Außer einem äußerst sensiblen Künstler ist Michael ein Mann, der nie seine Prinzipien verraten hat, ein Mann der im Musikbusinees immer seine Ideal vertreten hat und im Gegensatz zu einer anderen 80er-Ikone, Madonna, weniger kaltschnüzig und opportunistisch ist.
Den albernsten Vergleich finde ich jedoch das Statement eines Schaumschlägers Noel Galagher zu Michaels Vorwürfen an Bush und Blair, da er selbst 18 Jahre lang falsche öffentliche Statements zu seiner Sexualität und seinem Privatleben abgegeben habe. Eine Intelligenzleistung sondergleichen: Das Gewicht der politischen Lügen der zwei der wichtigsten Staatsführer der Welt gegen die "Lüge" zum Schutz der eigenen Intimsphäre in Relation zu setzen. Ok, wir können ja wieder Zwangsoutings und rosa Listen etc einführen...da wäre George Bush bestimmt für zu haben.
Wie auch immer, meines Erachtens die Doku zeigt den Privatmann und die öffentliche Person George Michael, wie man sie bislang noch nicht gesehen hat. Ich denke, Michael wollte damit seinen treuen Fans auch ein wenig zurückgeben, nachdem er sich in den letzten Jahren (bewusst) so rar gemacht hat. Die Konzerte, die er letztes Jahr gegeben hat, haben jeden umgehauen, der dabei sein konnte. George Michael hat sich mit Film und Liveauftritt für mich als ganz große Persönlichkeiten des Pop fest verankert.