Half Nelson
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14 Follower 1.704 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 25. August 2026
„Half Nelson“ ist ein berührendes und großartig gespieltes Charakterdrama, das bewusst und gekonnt alle bekannten Hollywood-Klischees unterwandert. Ryan Gosling spielt einen Geschichtslehrer, der privat jedoch maximal abgestürzt und schwerst crackabhängig ist. Eines Tages wird er total zugedröhnt von seiner Schülerin Drey auf der Toilette erwischt, in der Folge entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.

Dabei gibt es jetzt keine Rettungsgeschichte, es geht vielmehr um die beiden gestrandeten Seelen, beide auf ihre Art einsam und verloren sind und so mehr und mehr zueinander finden. „Half Nelson“ ist traurig, melancholisch, ehrlich, stilsicher und emotional. Getragen wird der Film von einem großartigen Ryan Gosling, noch viel beeindruckender ist jedoch Shareeka Epps als Drey. Sie wurde bei einem Casting in einer Schule entdeckt und hatte praktisch keine Schauspielerfahrung. Sie ergänzt sich fantastisch mit Ryan Gosling, die Chemie zwischen den beiden ist so intensiv und authentisch, das gibt dem Ganzen überhaupt erst die entsprechende Gravitas.

Die Thematik der Abhängigkeitserkrankung ist realistisch und glaubhaft eingefangen. Regisseur Ryan Fleck erklärte in einem Interview, dass es ihm darum ging, einen „authentischen Ausschnitt aus dem Leben“ zu zeigen. Dementsprechend gibt es auch kein Happy End, kein Sieg der Vernunft über die Drogen, sondern ein vielleicht nur kurzzeitiger Erfolg, eine vorübergehende Sicherheit, die beiden haben sich in der Einsamkeit gefunden. Absolut sehenswert!
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.862 Follower 5.069 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 7. September 2017
Ryan Gosling hat irgendwie ein Händchen für Filme wie diesen: ein kleines, intimes, zartes Filmchen über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Lehrer und seiner Schülerin, einer Verbindung die beiden Seiten Kraft und Halt gibt. Liebliches Dramakino, frei von großen Aktionen und Momenten, reich an kleinen, feinen Zwischentönen. Daher sollten sich nur Leute die mit diesen Flmen wirklich was anfangen können sich drauf einlassen, für den Rest der Welt ist es lahmes Laberkino. So oder so aber, die Leistung von Ryan Gosling wurde nicht zu Unrecht mit dem Oscar nominiert – die einzige Fage die sich stellt ist warum wir in Deutschland den Film erst so viel spähter zu sehen bekommen.

Fazit: Zarter Film voller Menschlichkeit und feinen, kleinen Momenten!
Jimmy v
Jimmy v

519 Follower 506 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 1. Juni 2014
Sehr gute Darstellungen sind nicht alles, wie man bei "Half Nelson" sieht. Aus dem Dreier-Hauptdarstellergespann ragen Gosling und auch Anthonie Mackie heraus, weil sie beide keine Stereotypen ihrer Figuren verkörpern: der eine ist weder eine super Lehrer, noch ein übler Junkie, sondern irgendwo dazwischen; der andere stellt keinen hinterhältigen, bösen Dealer dar, sondern jemand, der einfach in sein Milieu sozialisiert wurde. Die Jungdarstellerin Epps fällt dagegen etwas ab, sie zeigt oft immer dieselbe Mimik und bleibt als Jugendliche doch ein wenig zu ungenau beleuchtet.
Doch damit eben nicht die einzige Schwäche von diesem Drogendrama. Viel schwerer wiegt die seltsame Erzählstruktur, die über kaum Höhepunkte verfügt. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum die Zuschauerschaft immer bestimmte Szenen zu sehen bekommt, die auf einen Konflikt hinauslaufen, dann aber einfach abbrechen. Klar, manches ergibt sich ja aus dem Kontext, aber man würde da einfach gerne mehr sehen (z.B. die Abbrüche der Unterrichtsstunden wirkt eher nachteilig). Manch anderes könnte dafür verschwinden. Leise Töne und Anaufgeregtheit sind ja wirklich zu begrüßen, besonders wenn ein Film wie "Half Nelson" eine detaillierte Herangehensweise versuchen will. Aber hier gibt es einfach keine Spannungskurve und wenig verständliche Designentscheidungen. Der Film endet zum Glück geschlossen.
Weiteres könnte man aber immer noch nennen: Die Zooms und die Wackelkamera ist nervig. Budget hin oder her, aber man kann doch die Hände ruhig halten! Die Musik war mir nichtssagend indiemäßig. Und manche Inhalte wie die über Dialektik kratzen viel zu sehr an der Oberfläche und sorgen im Film nur für schönen Klang.
Tatsächlich schön ist, dass der Film wirklich ein realistisches Bild einer solchen Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin zeigt, und wo diese aufwachsen (dass das Brooklyn sein soll, habe ich aber auch nach dem zweiten Schauen nicht erkannt - dachte der Film spielt in Los Angeles!). Aber hier ist es so, dass ein guter Subtext, eine gute Atmosphäre, durch das Gezeigte untergraben wird.
Fazit: Man möchte meinen "Half Nelson" würde als ein Hörspiel besser funktionieren, da die bebilderte Handlung vor sich hinplätschert und unnötig bzw. bemüht verästhetisiert wird. Einziger Nachteil wäre, dass man so den brillianten Leistungen von Gosling und Mackie nicht zusehen könnte. Somit ein solider Film, der wegen den Darstellern, Figuren und seiner Prämisse sehenswert ist, sonst aber viel verschenkt.
Spike Spiegel
Spike Spiegel

17 Follower 76 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 14. April 2014
Es kommt wirklich selten vor, dass so undefinierte Filme wie "Half Nelson" so gut funktionieren. Soviele Themen werden angerissen, ohne dass die Handlung eines dieser Themen im speziellen als Gerüst verwendet. Ryan Goslings Figur, ein cracksüchtiger Mittelschul- Lehrer, steht im Mittelpunkt und damit drängt sich natürlich das Thema Drogensucht auf, aber es geht auch um die Beziehung Schüler-Lehrer, um Freundschaft, sowie um soziale Unterschiede.____________ Was den Film daran hindert, zu Stückwerk zu zerfallen, ist der Charakter Dan und wie gut er von Ryan Gosling verkörpert wird. Dan vereint zahlreiche Eigenschaften in sich, gute wie schlechte. Er hat bereits seine Sucht akzeptiert, ist oft unverantwortlich und irgendwie beziehungsunfähig. Aber er sorgt sich ehrlich um die junge Schülerin Drey, mit der ihn eine besondere Freundschaft verbindet ab dem Moment, in dem sie hinter seine Drogensucht kommt. Er zeigt oft eine charmante Seite an sich. Und er ist ein sehr ambitionierter Lehrer, der sich aufrichtig den Kopf darüber zerbricht, was er den Kindern beibringen soll. Er unterrichtet dort Philosophie, wo er eigentlich Geschichte unterrichten sollte und bringt seinen Schülern etwas über Gegensätze, Veränderung und die Nicht- Existenz von Perfektion bei. Das ist natürlich reine Selbstreflexion und der ganze Film ist von diesen Motiven durchzogen: Dan will etwas in der Welt verbessern, kann aber nicht einmal sich selbst verändern. Er ist der am wenigsten perfekte Mensch im ganzen Film und trotzdem gleichzeitig der menschlichste. Er passt weder zu seiner gutbürgerlichen Familie, die seine Sucht verurteilen, noch zu den Kleinkriminellen in der ärmeren Gegend, die sein Streben nicht verstehen. Er kommt einer seiner Kolleginnen näher und beginnt eine Beziehung, doch aufgrund seiner fehlenden Selbstkontrolle vergewaltigt er sie fast. Das einzige, was ihm Halt gibt, sind seine Schüler. Dan bürdet sich selbst auf, Verantwortung für Drey zu übernehmen, obwohl er nicht mit sich selbst im Reinen ist. Die Beziehung der beiden Figuren ist berührend und wirkt sehr natürlich und realistisch. Im Film werden Gefühle oft auf dem indirekten Weg vermittelt. Es wird viel Erklärung weggelassen (Der Tod von Dans Katze wird nur mit einer kurzen Kameraeinstellung angedeutet), wodurch sich bei jeder Szene das Wesentliche herauskristallisiert und die Aufmerksamkeit und das Einfühlungsvermögen des Zuschauers gefordert wird. Oft reicht auch die Bildsprache vollkommen aus, was der sehr guten Kameraarbeit zu verdanken ist._____________ Half Nelson ist ein hervorragendes Charakterdrama über einen Mann, der sich alle Mühe gibt, die Welt in seinem Umfeld zu verbessern, aber an der Veränderung von sich selbst zu scheitern droht. Der Film verzichtet komplett auf moralisches schwarz-weiß-Denken, was die Geschichte umso glaubhafter und ergreifender macht.
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 21. Oktober 2013
Ryan Flecks Leinwanddebüt “Half Nelson” ist ein intensives Drama über den Drogensumpf und die Chancen, die sich aus dem Feststecken entwickeln können. Der Film bietet knapp 100 Minuten eindringliche Bilder aus dem herrlich rau-grauen Brooklyn und eine Handlung, die durch ihre Realitätsnähe beeindruckt. Getragen wird das Ganze natürlich von den hervorragenden Darstellern, bei denen Ryan Gosling eindrucksvoll beweist, dass er zu den aufregendsten Schauspielern seiner Generation gehört. “Half Nelson” gehört sicherlich nicht zu den spannendsten Filmen, aber die Intensität und Konsequenz bei der Herangehensweise an die schwierige Thematik, ohne große Ausflüchte zu einer Moralisierung, wissen durchaus zu überzeugen. Top!
Zach Braff
Zach Braff

339 Follower 358 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 16. Februar 2013
"Half Nelson" hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Rolle des drogenabhängigen Lehrers ist wie für Ryan Gosling gemacht, der wie gewohnt eine sehr starke Performance ablegt. Das Thema "Drogen" wird hier, anders als zum Beispiel in Arranofskys "Requiem for a Dream", sehr ruhig und unterschwellig behandelt und wird doch genauso prägnant dargestellt.
Ich kann mich den bisherigen Kritiken also nur anschließen. Toller Film, von dem was hängen bleibt! Das Ende war einfach überragend!!! Noch mal ein richtiger Lacher zum Abschluss... =)
Jerrybalotelli
Jerrybalotelli

2.407 Follower 1.009 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 3. Juni 2013
"Half Nelson" hat potenzial vor allem auch durch den sehr guten schauspieler Ryan Gosling,aber der kann eben auch nicht den film retten trotz seiner klasse leistung wiedermal...das problem lliegt schliicht und einfach an dieser langweiligen erzählstruktur! in diesem film gibt es null höhepunkte und null spannung! schade da war mehr drin!!!
nada-
nada-

38 Follower 120 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 4. Juni 2012
Es liegt nahe, etwas über Dialektik und Entwicklung zu schreiben. Schliesslich versucht sich der Film gewissermassen darin. Aber ich finde, das ist viel zu trocken, um das wundervolle Drama "Half Nelson" zu beschreiben. Da mir die Worte fehlen, um das Kleinod treffend zu fassen, verweise ich auf die gelungene Filmstarts-Kritik spoiler: und erzähle stattdessen einen Witz: Lila. So muht die Milka-Kuh. Muuhhhh...!
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 19. Dezember 2011
Einer der stärksten Drogenfilme, die ich bis jetzt sehen durfte. Half Nelson verzichtet gänzlich auf die üblichen Klischees und aufdringliche Moralisierungen. Stattdessen beobachten wir Dunne und Drey dabei, wie sie sich durch den Alltag manövrieren und versuchen, wenigstens nicht ganz aus dessen Normalität abzugleiten. Dass Gosling einer der großen Schauspieler seiner Generation ist, dürfte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben, seine Performance hier ist allerdings Wahnsinn (und lässt die ebenfalls stark aufspielenden Kollegen immer noch hinter sich). Die Freundin fragt, wie es ihm geht und er antwortet „ich weiß nicht“. Das ist der Tenor des Films, den er grandios rüber zu bringen vermag - ohne Pathos, ohne angestrengten Druck auf die Tränendrüse oder sonst was. Die Beziehung zu Drey entspringt auch nicht dem Üblichen. Ihr Verwandter meint zu ihr „Junkies haben keine Freunde“ und wir können uns nie sicher sein, ob er damit nicht Recht hat. Bis zum Schluss nicht. Trotz und wegen seiner Unaufdringlichkeit ein unglaublich intensiver, tiefgehender Film, der für mich einige der Genregrößen weit hinter sich lässt.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 14. Januar 2017
''Half Nelson'' bleibt über die gesamte Spielzeit sehr ruhig. Fast nie finden Gefühlsausbrüche oder echte Konfliktsituationen statt. Dass der Film dennoch fesselt, ist einzig und allein der subtilen, aber umso ausdrucksstärkeren Darstellung von Ryan Gosling zu verdanken, der ein glaubwürdiges wie intensives Charakterporträt erstellt, welches schlicht begeistert.
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