Mal wieder so ein Film, an dem sich die Geister scheiden: Kult-Meisterwerk oder Schrott hoch fünf... Ich fürchte, ich gruppiere mich da ganz komisch irgendwie in die Mitte...
“Machete” ist einfach ein komplett wahnwitziger Exploitation-Trashfilm, den man auf gar keinen Fall ernst nehmen darf. Das Ganze ist ja so absurd überdreht, der Film versucht ja gar nicht, seine Trash-Attitüde zu verbergen, sondern ganz im Gegenteil, trägt diese stolz vor sich her. Das macht den ganzen Blödsinn dann natürlich wieder recht sympathisch. Danny Trejo ist natürlich die Idealbesetzung, da braucht man ja kein überragendes schauspielerisches Talent, sondern seine tiefgründig vernarbte Visage, die durch irgendeine Mimik nur entstellt werden würde, passt so wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Rund um Danny Trejo gruppiert sich eine höchst illustre Gesellschaft, die man so nie zusammen in einem Film vermutet hätte. Das passt soweit auch alles ganz gut, ohne dass aber irgendjemand von denen wirklich besonders heraussticht.
Die Story ist natürlich total Banane und eigentlich auch völlig irrelevant. Allerdings wird da für meinen Geschmack dann doch zu viel gelabert. Es gibt zwar immer wieder sehr heftige und blutige Actionsequenzen, die werden jedoch dann auch immer durch eine storylastige Laberszene unterbrochen. Für einen reinen Trashfilm ist da definitiv zu viel Story drin. Da hätte sich Robert Rodriguez lieber klar entschieden, will er hier ein Politdrama erzählen oder ein Exploitation-Movie inszenieren. Beides so zusammen funktioniert leider nicht wirklich gut. Daher bekommt der eigentlich ziemlich lässige Film von mir ein ordentliches Downgrading.
FAZIT: Durchgeknallte, wahnsinnige Exploitation-Räuberpistole, die sich aber nicht wo richtig entscheiden kann, in welche Richtung die Reise gehen soll. Für einen Trashfilm ist da zu viel Story, für ein Politdrama zu viel Quatsch. So bleibt dann ein halbherziges Möchtegern-Trash-Filmchen, das streckenweise zwar gut unterhält, insgesamt aber nicht wirklich überzeugen kann. Danny Trejo in einer richtigen Hauptrolle ist allerdings schon sehr, sehr lässig!