The Long Walk - Todesmarsch
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Angela Heinen
Angela Heinen

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0,5
Veröffentlicht am 31. Oktober 2026
30 Jahre bin ich mit Garraty gelaufen – und Hollywood hat mich auf den letzten Metern verloren.

Meine Kritik zu „The Long Walk – Todesmarsch“

Es gibt Bücher, die man liest und wieder vergisst. Und es gibt Bücher, die einen ein Leben lang begleiten.

Stephen Kings Todesmarsch gehört für mich zur zweiten Kategorie.

Ich lese seit meiner Kindheit Horrorromane und Psychothriller. Unzählige Bücher sind durch meine Hände gegangen. Aber keines hat mich jemals so beschäftigt wie dieses. Es ist das einzige Buch, das ich immer und immer wieder gelesen habe. Und seit ungefähr 30 Jahren denke ich über sein Ende nach.

30 Jahre!

Und dann kommt Hollywood und entscheidet, dass dieses Ende offenbar nicht gut genug ist.

Aber fangen wir vorne an.

Im Roman treten 100 Jungen zu einem Marsch an, den nur einer überleben kann. Eine erschreckend einfache Idee, hinter der sich ein psychologischer Abgrund verbirgt.

Es sind nicht die Erschießungen, die diesen Roman so grausam machen. Es ist das, was in den Köpfen der Jungen passiert. Die zunehmende Erschöpfung, die Angst, die Hoffnungslosigkeit. Die Freundschaften, die entstehen, obwohl jeder weiß, dass am Ende nur einer übrig bleiben darf.

Und über allem steht eine Gesellschaft, die diesen Wahnsinn nicht nur akzeptiert, sondern begeistert feiert.

Das eigentliche Monster ist nicht der Major. Das eigentliche Monster ist die Gesellschaft.

Genau das macht den Roman so erschreckend.

Und genau davon ist im Film erschreckend wenig übrig geblieben.

Dass nur 50 statt 100 Jungen teilnehmen? Geschenkt. Dass die Schauspieler überhaupt nicht meinen Vorstellungen der Figuren entsprechen? Ärgerlich, aber damit hätte ich leben können.

Was mir allerdings fehlt, ist die Seele des Buches.

Diese beklemmende psychologische Atmosphäre, dieses langsame Zerbrechen der Menschen, diese unfassbare Normalität, mit der eine ganze Gesellschaft dem Sterben junger Männer zusieht.

Stattdessen bekomme ich einen Film, der zwar grausam sein möchte, aber die eigentliche Grausamkeit seiner Vorlage kaum erfasst.

Und dann kommt das Ende.

Dieses verdammte Ende.

Im Roman gewinnt Garraty. Doch sein Sieg ist kein Triumph. Er sieht eine dunkle Gestalt, die ihm zuwinkt, und läuft auf sie zu.

Wer ist diese Gestalt?

Seit Jahrzehnten glaube ich, dass es der Tod ist. Dass Garraty in diesem Moment stirbt. Dass er seinen völlig zerstörten Körper hinter sich lässt und dem Tod entgegenläuft.

Vielleicht ist es anders. Vielleicht hat Stephen King etwas völlig anderes gemeint.

Aber genau das ist das Geniale daran!

Es gibt keine eindeutige Antwort. Keine bequeme Erklärung. Keine Erlösung für den Leser.

Und während die Gesellschaft ihren Sieger feiert, bleibt die schreckliche Frage, ob es überhaupt einen Gewinner gegeben hat.

30 Jahre hat mich dieses Ende beschäftigt. Und das schafft keine Geschichte, die einem alles fertig erklärt.

Was macht die Verfilmung daraus?
spoiler: Garraty opfert sich, McVries gewinnt und erschießt den Major.


Ernsthaft?

Plötzlich wird aus einer tiefgründigen, verstörenden Gesellschaftskritik eine konventionelle Rachegeschichte.

Der Bösewicht wird beseitigt. Das Publikum bekommt einen vermeintlich befriedigenden Abschluss.

Aber das war doch niemals der Punkt!

Der Major ist nicht das Problem allein. Er ist das Gesicht eines Systems, das von einer ganzen Gesellschaft getragen wird. Sein Tod ändert nichts an den Menschen, die diesem grausamen Spektakel zujubeln.

Mit diesem neuen Ende wird für mich die zentrale Aussage des Romans geradezu auf den Kopf gestellt.

Das ist ungefähr so, als würde man Titanic neu verfilmen und das Schiff am Ende einfach sicher in New York ankommen lassen.

Kann man machen. Aber warum sollte man?

Und das Bitterste daran ist für mich, dass Stephen King selbst mit dieser Änderung einverstanden war.

Natürlich darf ein Autor seine Geschichte anders interpretieren. Natürlich darf eine Verfilmung eigene Wege gehen.

Aber als Leserin, die sich seit Jahrzehnten mit diesem Werk beschäftigt, empfinde ich diese Entscheidung als unglaubliche Enttäuschung.

Vielleicht funktioniert der Film für Menschen, die das Buch nicht kennen. Vielleicht sehen sie einen spannenden, brutalen Überlebenskampf und verlassen zufrieden das Kino.

Ich kann ihnen das nicht einmal verdenken.

Aber ich habe etwas anderes erwartet.

Ich wollte nicht einfach sehen, wie Jungen eine Straße entlanglaufen und sterben.

Ich wollte diese psychologische Ausnahmesituation spüren. Ich wollte die kranke Gesellschaft erkennen, die Stephen King beschrieben hat. Und ich wollte am Ende mit demselben verstörenden Gefühl zurückbleiben, das mich seit 30 Jahren begleitet.

Stattdessen wurde mir eine Antwort serviert, wo niemals eine hätte sein müssen.

Mein Fazit:

Vielleicht ist The Long Walk für sich genommen ein guter Film.

Für mich ist er eine zutiefst enttäuschende Verfilmung eines außergewöhnlichen Romans.

Nicht, weil jede Abweichung vom Buch unverzeihlich wäre. Sondern weil ausgerechnet das verloren gegangen ist, was diese Geschichte für mich unsterblich gemacht hat.

Ich werde Todesmarsch wieder lesen. Wahrscheinlich nicht zum letzten Mal.

Und wenn Garraty am Ende erneut die dunkle Gestalt sieht, werde ich wieder mit ihm laufen.

Denn für mich endet seine Geschichte dort, wo Stephen King sie ursprünglich enden ließ.

Und nicht dort, wo Hollywood beschlossen hat, dass das Publikum endlich eine Antwort braucht. spoiler:
Lemmiblog
Lemmiblog

3 Follower 583 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 13. September 2026
MASCHIEREN ODER STERBEN

Einmal im Jahr werden 50 junge Männer ausgewählt um am Todesmarsch teilzunehmen. Der Sieger bekommt ein enormes Preisgeld und einen Wunsch. Ray nimmt freiwillig teil, sehr zum Missfallen seiner Mutter, doch er hat einen Wunsch für den er alles riskiert. Der Marsch beginnt, nur einer kommt an, keine Ziellinie und das Ticket zum Abschuss kann jederzeit gelöst werden.

The Long Walk geht ca. 105 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Horrorstreifen der auf Stephan Kings Buch basiert und es geht um eine Truppe junger Männer die maschieren, Tag und Nacht, egal ob man Pinkeln oder Kacken muss, es wird marschiert bis nur noch einer übrig ist.
Ich mochte diesen Streifen, alleine das niemand im Kino sein Smartphone zückte, zeigt wie interessant diese doch einfache Geschichte ist. Die Figuren sind ebenfalls einprägend, man merkt sich vielleicht nicht die Namen aber dafür ihre Gesichter und vorallem die Taten sowie Wünsche. Hier ist jeder ein normaler Dude, kein spitzen Sportler oder übelst Fett, jeder hat die Chance was es ausgewogen macht.
Häppchenweise erhalten wir Infos über die Welt in der sie leben, es brennt mal ein Auto oder ein totes Pferd ist zu sehen, aber wir bekommen die Welt erzählt statt gezeigt, geht halt auch um den Marsch und nichts anderes zählt hier.
Die Dialoge reichen von philosophisch über gesellschaftskritisch bis hin zu 10 nackten Frauen. Der Humor sitzt genauso gut wie die dramatischen Momente.
Das Finale überrascht definitiv, ob man es gut findet darf jeder selbst mit sich ausmachen.
Am Ende bleibt ein Werk das von Freiheit, Kameradschaft und Respekt getrieben ist. Die Story ist simpel aber wirksam, die Charaktere cool und zu was der Mensch zu leisten im stande ist wird toll gezeigt.

Von mir erhält der Film 8,5/10 Punkten. Wer denkt das Mark Hamill hier der Bösewicht ist, hat vielleicht den Film nicht verstanden.
hallidalli
hallidalli

114 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 29. Juli 2026
Die jungen Darsteller liefern durchweg eine überzeugende Leistung. Besonders in Erinnerung bleiben die Begegnungen mit den Menschen am Wegesrand, die den Film auch nach dem Abspann zum Nachdenken anregen.
Danny
Danny

140 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 11. Juli 2026
THE LONG WALK - DER TODESMARSCH Kritik Review (2025):
In einer nicht allzu fernen Zukunft herrscht ein repressives Regime über die Vereinigten Staaten von Amerika. Angeführt von dem namenlosen autoritären Major (Mark Hamill) sichert ein gnadenloser Polizeistaat seine Macht mit strengen Regeln – und einem brutalen Wettkampf. Jedes Jahr treten insgesamt hundert Jugendliche gegeneinander an, doch nur eine Person kann gewinnen: wer den Marsch überlebt. Ray Garraty (Cooper Hoffman) meldet sich freiwillig für das blutige Spektakel an, angelockt vom Versprechen von einem sorgenfreien Leben, in dem man alles bekommt, was man sich wünscht. Doch der Weg dorthin ist tödlich. Die Teilnehmer müssen dauerhaft ein Tempo von mindestens vier Meilen pro Stunde halten. Jede Unterschreitung führt zu einer Verwarnung. Wer sich drei davon einhandelt, wird hingerichtet – ohne Ausnahme. Ray macht sich als Nummer 47 auf den Weg und setzt alles daran, am Ende als Nummer 1 zu überleben. „The Long Walk – Der Todesmarsch“ ist ein Film, der vor allem durch seine beklemmende Grundidee und die dauerhafte Anspannung funktioniert. Die einfache Prämisse entwickelt schnell eine intensive Dynamik, die über weite Strecken trägt.
Besonders stark ist die Atmosphäre: Das ständige Gefühl von Druck und Erschöpfung wird gut vermittelt und sorgt dafür, dass der Film emotional und mental ziemlich fordernd ist. Allerdings bleibt die Umsetzung stellenweise etwas repetitiv, wodurch nicht jede Phase gleich stark wirkt.
Fazit: Ein intensiver und atmosphärischer Thriller mit starkem Konzept, der aber nicht durchgehend gleich spannend bleibt.
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆
Casey 08
Casey 08

14 Follower 1.226 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 25. Januar 2026
Von Stephen King hat man schon so viel Verfilmt, was in heutiger Zeit aber immer weniger funktioniert, da ist dieser Film eine positive Ausnahme. Trotz der extrem simplen Premise ist der Film dauerhfat spannend dazu auch gnadenlos, emotional und auch sehr brutal. Hier werden Verletzungen oder auch Kopfschüsse explizit gezeigt. Von diesem Krieg der war sieht man nichts aber die Optik passt. Leider haben die Charaktere gar keinen Tiefgang und im Grunde laufen halt Jugendliche solange bis nur noch einer da ist und drehen sich halt mal um wenn wieder jemand blutigst erschossen wird. Francis Lawrence hat einfach noch einen "Tribute von Panem" gemacht der endlich mal nicht so schlecht ist und fast das Niveau vom ersten Teil hat. Die Charaktere sind auch sehr sympthisch und es ist auch kein schönes Gefühl den Film zu schauen. Endlich mal eine der besseren Stephen King Verfilmungen.

Insgesamt ist es ein guter Film der gnadenlos, sehr blutig, total spannend und auch sehr emotional ist.
Dyrow
Dyrow

14 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 6. Januar 2026
Eigentlich ganz gut inszeniert, aber einige Dialoge, Reaktionen/Handlungen der Protagonisten sind echt schwachsinnig..
Und Overall leider immer wieder sehr oberflächlich und dadurch langweilig.
Peter Pan
Peter Pan

8 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 2. April 2026
Eine unverschämte Zeitverschwendung.

Man weiß überhaupt gar nicht wo man mit der Kritik bei dieser bodenlosen Frechheit eines "Filmes" anfangen soll.

Die Schauspieler: Das örtliche Grundschultheater bietet mehr Authentizität in der Darstellung.

Die Dialoge: Eine Mischung aus Ultra-Low-IQ Gesprächen nachdem sie mehrmals durch einen 2020er Jahre Übersetzer gelaufen sind. Unterirdisch.

Die Story: Das ist eigentlich die größte Sauerei. Etwas derart an den Haaren herbeigezogenes und flaches hat man schon lange nicht mehr gesehen. Weder macht man sich die Mühe die ganze Handlung auch nur mal für eine Minute in die Welt einzubinden, noch die Charaktäre und deren Motivation vorzustellen; noch ist das ganze gebotene Setting glaubwürdig.

Nichts, absolut gar nichts in diesem Unfilm ergibt irgendeinen Sinn und es ist wirklich eine Qual dem Film zu folgen. Wäre das Popcorn im Kino nicht so lecker und der Sessel so bequem gewesen, hätte das Gesamt-"Erlebnis" wirklich als Folter bewertet werden müssen. So bleibt zumindest der intellektuelle Schmerz.
Fikret Cümer
Fikret Cümer

1 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 25. Oktober 2025
Der Film beginnt vielversprechend, wird jedoch zunehmend schlechter. Die Figuren sind nicht einmal annähernd so gut ausgearbeitet wie in der Buchvorlage. Alles wirkt lieblos und gehetzt. Ein verschenktes Potenzial für einen großartigen Film.
chagall1985
chagall1985

28 Follower 113 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 21. Oktober 2025
Hat mich absolut nicht abgeholt.
Die ganze Sinnlosigkeit und Verachtung wird ab und zu in verschiedenen Varianten angedeutet.
Das wars aber auch schon.
Die latschen da lang, werden erschossen, mal durch Dummheit, mal sinnlos, mal aufgrund Pech oder Krankheit, mal selbstmörderisch mal völlig unglaubwürdig und mal absolut nicht nachvollziehbar.
Das war es im Grunde.
Das Ende ist dann schlicht und ergreifend völlig unrealistisch, unglaubwürdig und dumm.
Soll natürlich aber die letzte Hoffnung endgültig dem Nihilismus opfern.
Nur packt einen das eben auch keine Sekunde.
Jens Eschrich
Jens Eschrich

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0,5
Veröffentlicht am 10. Oktober 2025
Sehr eintönig.... Ende leicht vorhersehbar. Vorgeschichte fehlt und Durchblick erlangt man im Film nicht.

Schlechtesten Film, den ich bisher sehen musste. LEIDER
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