"The Thin Red Line", ein zwiespältiger Anti-Kriegsfilm von Terrence Malick aus dem Jahr 1998.
Malick hat einen unverwechselbaren, elegischen Stil, der sich durch eine opulente Bildsprache auszeichnet. Kameramann John Toll fängt atemberaubende Naturaufnahmen der Salomonen ein und kontrastiert sie zu den Schreckensbildern des Krieges um einen Luftwaffenstützpunkt der Insel Guadalcanal im Pazifischen Ozean zwischen US-Amerikanern und Japanern. Untermalt wird die beeindruckende Optik durch einen sehr zurückgenommenen Score von Hans Zimmer.
Soweit, so gut. Wie im später veröffentlichten "The Tree of Life" begnügt sich Malick nicht damit, vor diesem Hintergrund mit einem unglaublichen Line-Up eine Geschichte zu erzählen; Nein, er etabliert durch permanente Off-Kommentare eine philosophische Ebene, die aus meiner Sicht die "Thin Red Line" zum Kitsch wiederholt übertritt. Seien es christlich gefärbte Anschauungen, Gedanken der Soldaten oder Betrachtungen über den Sinn des Lebens an sich, Malick begibt sich hier auf einen schwülstigen und manipulativen Diskurs, der mir bitter aufstößt.
Auch der Einsatz einiger Hollywood-Hochkaräter (George Clooney, Woody Harrelson, John Travolta, John C. Reilley) mit einer jeweils gefühlten Screentime von fünf Minuten, stößt in die gleiche Kerbe der Effekthascherei.
Das ist sehr schade, da andere Akteure (Jim Caviezel, Nick Nolte, Sean Penn) durchaus zu gefallen wissen, und "Der schmale Grat" die Kriegsgegner (Japaner) nicht als gewissenlose Monster, sondern als ebenso verzweifelte Menschen aus Fleisch und Blut darstellt.
Es kann nur Verlierer geben. Wegen dieser Botschaft vergebe ich schlussendlich trotzdem gut gemeinte 3,5 Sterne.