Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
No Use For A Name
14 Follower
1.584 Kritiken
User folgen
3,5
Veröffentlicht am 10. August 2026
„Tokyo Fist“ ist ein schmerzhafter, brutaler, völlig durchgedrehter Ritt! Die Bilder sind streckenweise sehr stylish, der Regisseur arbeitet im Wesentlichen mit den drei Farben blau, rot und orange. Die blau eingefärbten Szenen zeigen uns das kalte, sterile Tokyo, Tsuda ist gefangen zwischen Anonymität, Einsamkeit und seinem langweiligen Bürojob. Demgegenüber steht das Rot des Blutes. Die Charaktere werden erst durch den Schmerz und die Gewalt wachgerüttelt und können sich erst dann überhaupt spüren. Und dann kippt die Szenerie manchmal ins gelbe oder orangefarbene. Das sind die Szenen voller Wahnsinn, Krankheit und Verfall.
Passend dazu hören wir einen aggressiven, metallischen Industrial-Score, der die Szenen nochmal mehr auflädt. Am Ende ist es genau diese visuelle und akustische Dauerbedröhnung, die den Film etwas anstrengend macht und wohl auch vielen Zuschauern den Zugang erheblich erschwert. Wenn man das aber aushalten kann (und will), bekommt man ein wahrlich berauschendes Stück japanischen Independent-Kinos. Somit kann ich keine generelle Empfehlung aussprechen, wer aber den typischen Tsukamoto-Stil mag, könnte hier eine kleine Perle entdecken.