bond, james bond. so und nicht anders gibt sich der berühmteste geheimagent der welt seinem gegenüber zu erkennen. auch wenn mit craig als neuen bond und dem dazugehörigen neuanfang "casino royal" vieles neu -und/oder anders gemacht wurde - ganz kann man gewohnte trademarks nicht entfernen. warum auch? was sean connery damals schon cool und legendär machte funktioniert heute immernoch mindestens genauso gut. auch wenn meine generation eher mit brosnans gesicht james bond identifiziert, connery ist der ur-bond und selbst für einen haudegen wie daniel craig ist es nicht die pure selbstverständlichkeit in seine fußstapfen zu treten. aber das er es drauf hat bewies er schon vor einigen jahren im schon erwähnten "royal". was dort - für vorherrschende bond-sehgewohnheiten - ungewohnt trocken, straight und ohne jeglichen ballast eingeführt wurde, ist mit "ein quantum trost" nicht ganz so herausragend aber dennoch sehenswert weitergeführt und nun mit "skyfall" fortgesetzt worden. der regiestuhl trägt nun nicht mehr die aufschrift "mr. foster" sondern "mr. mendes". nachdem stimmen laut wurden, die meinten das foster mit "ein quantum trost" die neuentfachte euphorie um james bond leicht nach unten drückte und nicht ganz so brillierte wie beim vorgänger, wurde der "american beauty" regisseur sam mendes verpflichtet. und ja, er holt noch einmal alles aus der serie heraus. dafür bedient er sich bei vielem, schafft es aber einen eigenständigen bond zu zimmern. in interviews ließ mendes verlauten, dass er sich was stimmung und atmosphäre angeht, sehr von christopher nolan und vor allem seiner batman-trilogie inspirieren ließ. dies merkt man auch ab und zu. die stimmung ist ernster denn jeh und wenn dann irgendwann nach gut einer stunde der bösewicht auftritt und mit einer enormen präsenz für sich wirbt, wird klar woher dies kommen mag. das liegt aber auch vor allem an javier bardem, der seiner figur einen psychotischen geist einhaucht und somit endlich mal wieder ein bond-bösewicht mit profil auf die leinwand bringt, der endlich mal nicht die weltherrschaft erlangen will, sondern viel persönlichere dinge im visier hat. mit der einführung von bardem wird der film zu einer wahren hetzjagd und bringt eine spannungsgeladene szene nach der anderen und bis zum furiosen finale zieht die spannungsschraube immer weiter an. so muss man den film in zwei hälften teilen. die erste hälfte beginnt wie gewohnt rasant und driftet darauf erstmal ins storytelling ab - knapp 146 minuten müssen erstmal gefüllt werden. es tauchen auch die ersten trademarks wieder auf. so wird etwa ein neues HQ im kellergewölbe des mi6 eingerichtet und die figur des Q wird durch den jungen ben wishaw eingeführt, nachdem Q in den beiden streifen zuvor nicht existierte. an den charme eines john cleese kommt dieser noch nicht heran, punktet aber trotzdem durch sein nerdiges gehabe. zudem gewinnt der cast durch ralph fiennes eine weitere figur, die in den fortsetzungen eine gewichtige rolle spielen wird, da etwas im späteren verlauf des films passiert, dass ihn wichtig werden lässt. bond selbst geht den geschehnissen nach und trifft wie gewohnt auf schöne frauen, die seinem charme verfallen. So verkommt berenice marlohe schlicht zum bond-girl ohne wirklich wichtig zu werden, so wird ihre figur auch - ohne zu viel verraten zu wollen - ein jehes ende finden. ein anderes bond-girl wird dafür mit mehr persöhnlichkeit ausgestattet - naomi harris verkörpert field agent eve und widersteht bonds charme und ist tatkräftig unterwegs. judi dench ist auch dieses mal wieder als M mit von der partie und ist für spitzzüngige hiebe in richtung bond verantwortlich. sie ist seit jahren eine feste konstante und eben auch mitlerweile ein trademark. die zweite hälfte des films birgt alles was man den vorangegangenen filmen lieben lernte: genial inszenierte action, tolle stunts und die raue atmosphäre die dem ganzen den stempel aufdrückt. zudem gelingt es mendes, sein geschehen intelligent zu formen und zu führen. raffiniert lässt er bond und seinen gegenspieler silva durch london rennen und fügt so manchen wow-effekt mit ein. etwa wenn eine bombe geschickt platziert detoniert und eine u-bahn durch die decke purzeln lässt. auch wenn dann wieder ein wenig ruhe einkehrt, verliert der film im dritten viertel die spannung nicht und erläutert zudem bonds ursprung was wieder einmal an nolans batman erinnert. plagiatsvorwürfe sind an dieser stelle aber unangebracht, da mendes dennoch sein eigenes ding macht und bond eine andere basis vorweist. während der zuschauer dem ende entgegenfiebert, bereiten sich bond und seine mitstreiter auf den letzten kampf vor. dieser hat es in sich und hat sogar einen schwer verdaubaren leckerbissen als finalen schlussplot im schlepptau. FAZIT: sam mendes gelingt der bis dato bedrohlichste james bond-film. spannend hebt er das franchise auf ein neues level des erzählens und der spannung, welches wahrscheinlich nicht so leicht wieder erreicht werden wird.