“Das Relikt” ist kein schlechter Film. Aber es ist eben auch kein wirklich guter, keiner der einem im Gedächtnis bleibt. Zumindest kann man ihn sich gut anschauen und wird einigermaßen gut unterhalten. Die Story ist zwar wenig originell, aber mit dem Museum als Location bietet der Film aber einen schönen, schaurigen Hintergrund. Die Schauspieler agieren alle auf gutem Niveau, ohne dass irgendjemand besonders heraussticht. Die Figuren sind klischeehaft, die Konstellation ist ziemlich stereotypisch, das ist aber mehr der Buchvorlage geschuldet, als dem Film selbst.
Das Monsterdesign ist interessant, wirkt auf mich aber eher albern als gruselig. Das liegt auch an den inzwischen ganz schön angestaubten Effekten. 2002 mag das cool gewesen sein, heute wirkt das alles schon eher schlecht. So richtig nervig jedoch ist die Ausleuchtung der Szenen. Der zweite Teil des Films spielt fast ausschließlich im Dunkeln, damit meine ich so richtig, richtig dunkel, so dunkel, dass man eigentlich gar nichts mehr erkennt. Viele Szenen sind so gefilmt, was vermutlich Suspense und Grusel erzeugen soll, aber zunehmend eigentlich nur nervt. Dennoch ist der Film über weite Strecken durchaus spannend und manchmal auch gruselig.
Auch wenn das kein Kriterium für einen Horrorfilm sein sollte und vielleicht außer mir niemanden interessiert, aber mir ist es mal wieder aufgefallen: Die Gerichtsmedizinerin, die die Obduktion des ersten Opfers durchführt, hat offenbar nicht viel Ahnung von der menschlichen Anatomie und Physiologie, ihr Assistent wohl auch nicht. Sie untersucht das Gehirn und stellt fest, dass es “viel zu leicht” sei, dann legt sie es auf die Waage und bemerkt, dass Thalamus und Hypothalamus fehlen würden. Tatsächlich wiegen beide Strukturen zusammen maximal wenige Gramm, man würde ein Fehlen also keinesfalls am Gewicht feststellen können – schon gar nicht ohne Waage grob abschätzend. Und auch würde man nicht sofort auf einen Blick erkennen, dass der Thalamus fehlt, eine Struktur, die tief im Hirninneren verborgen liegt. Schließlich behauptet sie noch, Thalamus und Hypothalamus würde “hunderte Hormone” produzieren, was natürlich völliger Schwachsinn ist! Der Thalamus produziert überhaupt keine und der Hypothalamus nur ein paar wenige Hormone und auf gar keinen Fall “hunderte”. Da hat der Drehbuchautor sehr schlampig recherchiert!
FAZIT: Zumindest zeitweise spannender und unterhaltsamer Monster-Thriller, der allerdings – insbesondere was die Effekte angeht – nicht besonders gut gealtert ist. Es ist vor allem das Museums-Setting, wodurch der Film letztendlich aus der Masse ähnlicher Filme heraussticht, aber dennoch zu keinem Zeitpunkt wirklich überragend gut wirkt. Fürs einmal anschauen reicht’s aber dennoch.