Mit dem Reboot von Fantastic Four aus dem Jahr 2015 wollte Regisseur Josh Trank die Superhelden-Truppe moderner, düsterer und wissenschaftlich fundierter neu interpretieren. Die Idee klang vielversprechend – das Ergebnis ist jedoch leider ein Beispiel dafür, wie gute Ansätze an einer unausgewogenen Umsetzung scheitern können.
Die Geschichte folgt erneut Reed Richards, Sue Storm, Johnny Storm und Ben Grimm, die durch ein missglücktes Teleportations-Experiment Superkräfte erlangen. Anders als in früheren Verfilmungen legt der Film zu Beginn großen Wert auf den wissenschaftlichen Hintergrund und die Charakterentwicklung – was zunächst positiv auffällt. Die erste Hälfte wirkt fast wie ein ernstes Science-Fiction-Drama, das sich bemüht, realistisch zu bleiben.
Doch sobald die Helden ihre Kräfte erhalten, bricht der Film auseinander. Der Ton wechselt abrupt, die Handlung wirkt gehetzt, und die Figurenentwicklung bleibt auf halbem Weg stecken. Besonders enttäuschend ist der Bösewicht Dr. Doom: Seine Motivation bleibt schwammig, und sein Auftritt im Finale ist so kurz wie uninspiriert. Auch visuell wirkt vieles unfertig, als hätte man die Produktion überhastet beendet.
Die Darsteller – darunter Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan und Jamie Bell – bemühen sich zwar redlich, doch das schwache Drehbuch lässt ihnen kaum Raum, ihre Rollen lebendig wirken zu lassen.
Fazit: Fantastic Four (2015) ist ein ernster, aber lieblos umgesetzter Versuch, die Superhelden neu zu erfinden. Trotz interessanter Ansätze bleibt er blass, unausgegoren und enttäuschend – ein Film, der weder die Energie der Comics noch den Charme früherer Verfilmungen einfängt.