Lucy ist ein stylischer Science-Fiction-Action-Film, der wunderbar anzusehen ist. Dabei startet der Film, als wäre er von einem Filmstudenten inszeniert worden. Ständige Einblendungen aus der Tierwelt um Lucys Gefühlswelt zu verdeutlichen und Morgan Freemans Vortrag sind unnötig, man hat das Gefühl als würde Besson seine Zuschauer für dumm halten. Doch danach wird der Film immer und immer besser. Sobald sich die Superdroge in Lucys Körper ausbreitet, zeigt der Regisseur nämlich, was er kann: Eine starke Frau, gepaart mit viel Action. Das funktioniert prinzipiell gut, kennt man jedoch schon von Besson und auch noch besser. Lucy ist in diesem Film so dominant, dass alle anderen Figuren kaum mehr als einen Zweck erfüllen. Auch die Action geht besser. Beispielsweise hätte die (unnötige) Autoverfolgungsjagd im Pariser Gegenverkehr fehlen können. Man fragt sich auch, warum Lucy, die vorher Töten verabscheute, plötzlich jeden
(sogar wehrlose Menschen auf dem OP-Tisch)
ermordet. Man könnte meinen, dass das an ihren fehlenden Emotionen liegt. Jedoch ist sie bei einem Telefongespräch mit der Mutter plötzlich sehr emotional. Aber das sind nur einige von vielen Logiklöchern. Der Film führt seine Handlung sehr konsequent fort, so entsteht nie Langeweile. Meine persönlichen Erwartungen hat er jedoch mit dem grandiosen CGI und den kreativen Ideen für Lucys Kräfte übertroffen. Vor allem das Schnittgewitter zum Ende hat mich wirklich positiv überrascht.
Fazit: Wer gerne stylische Action mit grandiosen Effekten mag und dafür einige Fehler übersehen kann, dem sei Lucy ans Herz gelegt. Und allen, die diese Art von Film mögen, möchte ich gerne auf die weitaus gelungeneren Frühwerke des Regisseurs verweisen.