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3,5
Veröffentlicht am 3. August 2026
„Sie hören nichts, Sie sehen nichts, Sie dienen nur.“
Die Ambitionen hinter Lee Daniels‘ fast zweieinhalbstündigem Epos „Der Butler“ sind wahrlich groß, nämlich mal eben so einen Querschnitt durch drei Jahrzehnte amerikanische Politik zu bieten. Das kann auf gar keinen Fall gelingen, letztlich will der Film auch nicht wirklich ein Biopic sein, sondern funktioniert vielleicht am besten als Bürgerrechts-Geschichtsfilm. Denn der Film fokussiert immer wieder auf die Menschenrechtsproblematik, eindrucksvoll ist immer wieder der Wechsel zwischen der Ruhe innerhalb des Weißen Hauses und den Unruhen auf den Straßen. Leider stört es da etwas, dass der Film von Anfang an zu sehr auf die Oscar-Verleihung geschielt hat, denn im Angesicht von großem, emotional aufgeladenem und nicht sehr subtilem Pathos verliert er dann doch zu oft seine Figuren aus den Augen.
Über jeden Zweifel erhaben – so viel steht auf jeden Fall fest – ist Forest Whittaker, der hier wieder einmal mehr unter Beweis stellt, dass er einer der ganz großen Charakterdarsteller unserer Zeit ist. Alle anderen Figuren müssen sich zwangsläufig ihm unterordnen. Etwas skurril sind indes die US-Präsidenten dargestellt, hier handelt es sich geradezu um ein Schaulaufen großer Hollywood-Stars, wobei es offenbar auch vollkommen egal war, ob es eine optische oder Verhaltens- oder sonstwie geartete Ähnlichkeit gibt.
Robin Williams ist für jeden Film eine Bereicherung, aber als Dwight D. Eisenhower gnadenlos fehlbesetzt. James Marsden als John F. Kennedy geht in Ordnung. Liev Schreiber mag ich sehr gerne, seine Interpretation von Lyndon B. Johnson kann man als… intensiv bezeichnen. John Cusack als Richard Nixon ist schlichtweg ein Witz. Und wer auf die Idee gekommen ist, den fantastischen (Engländer) Alan Rickman als Ronald Reagan zu besetzen, tja, da weiß ich auch nicht…
FAZIT: Ein wieder mal überragender Forest Whittaker führt uns durch drei Jahrzehnte US-Präsidentschaft und liefert am Ende weniger ein Biopic, dafür aber eine durchaus unterhaltsame Lektion im Kampf für die Gleichberechtigung der Schwarzen. Am Ende etwas zu lang und etwas zu künstlich sentimental geraten, aber allemal sehenswert.
"Der Butler" ist ein unterhaltsamer Blick auf die amerikanische Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg (mit einem klaren Schwerpunkt auf der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre), der in den Hauptrollen mit starken Schauspieler-Leistungen glänzt, aber unter einigen unpassend besetzten Nebenfiguren und einer generellen Oberflächlichkeit leidet.
Filmischer Geschichtsunterricht ist an sich eine tolle Sache: man nimmt die entsprechenden Ereignisse, mischt die Fakten mit einer unterhaltsamen Erzählweise oder führt wichtige Dinge bildlich vor Augen. Nach diesem Prinzip geht der Butler vor, allerdings bin ich der Falsche Zuschauer: ich bin kein Amerikaner und eine Stunde in amerikanischer Geschichte ist zwar nichts verkehrtes, aber nichts in dem ich mich ausreichend auskenne. So bleibt wohl nur den Film aus einer anderen Warte zu schauen: etwa als großartiges Schauspielkino. In der Tat marschieren hier eine ganze Reihe großer Promis auf, allerdings sind viele nur kurz und fürs Protokoll dabei. Bleibt wohl nur den Film als Familiendrama zu sehen (und es ist schon ein Lob daß der Film alle Genres gleichermaén bedient) und auf dieser Ebene funktioniert er ebenso prächtig. Man merkt daß mir wieder mal die Worte fehlen: man hat einen sauber recherchierten Geschichtsfilm und eben vor dem gennannten Hintergrund ein ein astreines Drama eines Mannes der gelernt hat sich zu ducken und zu überleben und dadurch einen schlimmen Familienkonkflikt durchstehen muß. Diesen Film werden letztlich nur eben diejenigen Schauen die so einen Stoff auch ausreichend zu würdigen wissen – aber eben jene bekommen genau das was sie mögen.
Fazit: Vielseitige Geschichte die mehrere Genres abdeckt, toll besetzt und von epischer Tragweite!
Überragende Schausspielleistung von Forest Whitaker, der einen sehr differenzierten Charakter abgibt, der sich irgendwie durchwindet und dabei quasi im Vorbeigehen die Uneinigkeit und Skepsis gegenüber der Civil Rights Movement anzeigt. Das ist nur eine von vielen Facetten, die dabei zum Tragen kommt. Sicherlich, Orpah Winfrey mag hier ausdrucksstärker spielen und David Oyelowo mehr Möglichkeiten hinsichtlich großer Szenen bekommen. Aber Whitaker ist damit eben der Star des Films, der hier sozusagen hervorragendes Übungsmaterial für angehende Schauspieler erschafft. Gerahmt wird das in gute Bilder, tolle Atmosphäre und die entsprechende Pinselstriche für die Panoramen. Nun aber zum Kritischen: Der Film will also ein schwarzer "Forrest Gump" sein? Nun, diese Möglichkeiten werden durch die passive Figur schon verspielt. Dabei lässt sich lesen, dass Cecil Gaines als Figur ja ohnehin schon stark erfunden wurde. Warum hat man da nicht mehr daraus gemacht? Denn der eigentliche Clou, die Interaktion mit den Präsidenten, lässt der Film weitestgehend ungenutzt. Die Präsidenten kommen, werden quasi karikaturenhaft vorgestellt, und sind wieder weg. Dargestellt werden sie mal mehr, mal weniger gut. Übertrieben sind sie alle irgendwie und anders besetzen hätte man auch können. Rickman als Regan und Schreiber als LBJ gefielen mir durchaus gut. Stattdessen konzentriert sich der Film eher auf das Privatleben, was ja auch okay ist, aber doch irgendwie fast wie eine Finte wirkt, wenn diese große Gelegenheit nicht genutzt wird. Da hätte mehr Freiheit gut getan! So verläuft der Film nämlich relativ schematisch und mit eigenartigen Sprüngen. Fazit: Sehr gut gespieltes, aber weit unter seinen Möglichkeiten gebliebenes Zeitportrait.
Fazit: Sehr aufwendiger Film mit Oscar-Ambitionen. Tolle Besetzung und einige packende Momente, im Großen und Ganzen dennoch unfassbar oberflächig und uninspiriert.
Sehr politischer Film zu einem interessanten Thema vor dem Hintergrund einer Familiengeschichte. Wobei "nach einer wahren Geschichte" schon sehr weit gefasst wurde. Tolle Starbesetzung auch in kleinen Nebenrollen. Nur das Oprah Winfrey die weibliche Hauptrolle besetzt hat konnte mich nicht überzeugen.
Ganz ehrlich der Film ist genial und jeder gute schwarze Schauspieler ist hier vertreten! Wer diesen Film als schlecht bewertet ist meiner Meinung nach nur ein Kind der viel Action will. Hier geht es aber um die Schwarzen und das was sie durchmachen mussten
"Der Butler" ist einer der schlechtesten Filme, die ich jemals im Kino gesehen habe. Die Story hat keinerlei Tiefgang. Weder die Geschichte des Butlers noch die der Rassendiskriminierung wird konsequent erzählt. Stattdessen springt der Film zusammenhanglos und ohne logische Übergänge zwischen diesen Handlungssträngen hin und her. Die amerikanische Geschichte der letzten 60 Jahre wird dabei mit viel Pathos und (typisch amerikanisch) ebenso überzeichnet wie klischeehaft abgerissen. Die einzelnen Charaktere der dargestellten Handelnden bleiben ohne Kontur. Herausgeschmissenes Geld - verschenkte Zeit!