Es wird eine wahre Tortur, wenn man sich dazu entscheidet, sich einen derart schlechten Film reinzuziehen, man aber keine Drogen im Haus hat. Die Handlung in Kurzform: Schwer atmender Typ verfolgt eine Frau. Bedrohliche Musik. Sie bemerkt ihn. Mehr bedrohliche Musik. Sie flieht, er holt sie ein. Er skalpiert sie... Später tackert er das skalpierte Haupt auf den Kopf einer Schaufensterpuppe. Er blickt nach links in einen Spiegel. Wir sehen... Frodo. Das wiederholt sich. Die sehr, sehr, sehr, sehr, sehr einfach gestrickte Handlung und die Tatsache, dass ein Hobbit Frauenfrisuren sammelt, ist ein Meilenstein des Hirnstammkinos - mehr braucht man für die Verarbeitung des Films nicht. Spannend und höchst interessant für jeden angehenden Psychologen ist die Erklärung für das leicht gestörte Verhältnis des Ringträgers zu Frauen: Er hat seine Mutter als Kind öfters beim promiskuitiven - Duden und Wiki kennen das Wort - Sex erlebt. Er ist laut Freud also in seiner oralen Phase hängengeblieben oder so oder wie auch immer auch nicht. Laut Filmlexikon jedenfalls ist dies die Hauptursache für Serienmord, die Vorliebe von Männern für Frauenkleider (insbesondere Angorapullover), Migräneanfälle, sich Flamingos im Garten zu halten, die Werke von J. K. Rowling und S. Meyer, nackt im Mondschein den Garten umzubuddeln und das Züchten von Bonsaikürbissen. Für das romantische Happy-End in Weiss gibt es von mir - ähm - einen halben Stern mehr, als für Boll und andere unkoschere Gesellen vorbehalten ist - weil es ja ach so gelungen ist wie der Rest des Film.