Neueste Kritiken: Krieg der Königreiche - Battlefield of Heroes
Krieg der Königreiche - Battlefield of Heroes
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Veröffentlicht am 22. Januar 2026
“Im Stil von ‘The Warlords’”” steht da auf dem Cover, was irgendwie ziemlich merkwürdig ist, da die beiden Filme völlig unterschiedlich sind. Mithin geht es um Episoden aus der südostasiatischen Geschichte, das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Dabei bleibt aber im Dunkeln, was für ein Film “Krieg der Königreiche” eigentlich sein will.
Im Wesentlichen geht es um die Belagerung der Festung Pyeongyang im Jahr 668. Dabei werden tatsächliche historische Fakten mit erfundenen, satirisch aufgearbeiteten Geschehnissen vermischt. Der Film bewegt sich ständig zwischen den Polen historisches Schlachtenepos und Klamauk-Komödie hin und her, schlägt aber die überwiegende Zeit eher in Richtung Komödie aus. Dabei sind viele der Schlachtenszenen furios und dramatisch inszeniert, wenngleich ihnen aus irgendwelchen Gründen die epische Tiefe abgeht. Zum Beispiel soll die Szenerie ja die Belagerung des Schlosses Pyeongyang zeigen, aber dieses Schloss ist niemals zu sehen. Es gibt eine Mauer mit Wachtürmen, diese scheint aber isoliert irgendwo mitten in der Wüste zu stehen, weder sieht man irgendwie, dass überhaupt etwas hinter dieser Mauer liegen würde, noch, ob damit irgendetwas umzäunt oder eingegrenzt wird. Es wirkt vielmehr so, als habe man einfach irgendwo so eine Mauer errichtet und dann das CGI drumherum vergessen. Auch die Kriegs-Action ist zwar dramatisch, aber es sind immer nur jeweils eine Handvoll Soldaten zu sehen. Angeblich soll da eine riesige Armee mit Unterstützung Chinas zur Belagerung angereist sein, es ist öfter mal von (!) Soldaten die Rede. Und auch hier wirkt es so, als habe man zu den 100 echten Kämpfern einfach den CGI-Hintergrund vergessen.
Dadurch wirkt die Belagerung eigentlich mehr wie ein Zeltlager auf einer Mittelalter-Convention, als wie eine echte Massenschlacht, was irgendwie in total seltsamem Kontrast steht zu dem veranschlagten Pathos und der zumindest vordergründigen Dramatik. Auch wirken die Kostüme und die Ausstattung hochwertig und sehr eindrucksvoll, was nicht so recht zum restlichen Film passen mag. Und dann kommt da oben drauf noch ein streckenweise ziemlich alberner Humor, der zwar oft herrlich anachronistisch daherkommt, aber gleichzeitig auch irgendwie völlig unpassend wirkt. Dennoch funktionieren die Witze und die Possen meistens ziemlich gut, . wenn eine Gruppe Soldaten in einer Art Varieté-Show vor den Toren der belagerten Festung die Vorzüge von leckerem Reis lobpreist. Oftmals sind die Sprüche und die Witze so dermaßen absurd oder komplett drüber, dass man einfach nur laut loslachen muss. Zwischendrin wird’s dann auch mal so richtig bekloppt und irre, der Humor wird aber niemals peinlich oder vulgär, wenngleich manchmal schon echt derbe geflucht wird. In Kombination mit streckenweise ziemlich wildem Overacting kann der geneigte Genrefreund hier aber durchaus eine Menge Spaß haben.
Am Ende hat der Film dann auch noch eine deutliche Antikriegsmoral aufzubieten. Über weite Strecken des Films verfolgen wir eine Gruppe zwangsrekrutierter Bauern, die immer nur damit beschäftigt sind, auf dem Schlachtfeld zu überleben und sich dazu eine Menge Tricks einfallen lassen. Und am Ende sagt dann der General zu seinen Soldaten: “Ach, wisst ihr: Die beste Weise, den Krieg zu gewinnen, ist, auf den Krieg zu verzichten.”
FAZIT: Eine sehr gewöhnungsbedürftige und vor allem ungewöhnliche Mischung aus historischem Schlachtenepos und völlig absurdem Klamauk-Theater, das ich in dieser Form und in dieser Konsequenz noch nie gesehen habe. Wer sich darauf einlassen kann, wird die knappen 2 Stunden großartig unterhalten werden, alle anderen werden nach 10 Minuten genervt abschalten. Ich gehöre definitiv zur ersten Gruppe – ein sehr geiler Film!