SCHMIER DICH MIT SONNENCREME EIN, MIMÖSCHEN
Sie sind unter uns, regieren bereits über die halbe Welt: Vampire. Deacon Frost will den Blutgott erwecken und die Menschen zu dem machen, was sie in Wahrheit für ihn sind, simples Vieh. Nur einer kann ihn aufhalten: Blade, der Daywalker.
Blade von 1998 geht ca. 110 Minuten und ist ab 18 Jahren freigegeben. Wir haben hier den Marvelhelden der ersten Stunde, den ersten schwarzen Hauptdarsteller einer großen Comicverfilmung und eine Legende. Nostalgisch ist der Film definitiv, aber gut gealtert eher weniger. Die Figur Blade und Wesley Snipes, der sie verkörpert, sind noch heute der Hammer. Wortkarg, mit einer Aura so einschüchternd wie eine Steuerprüfung und sein erster Auftritt im Blutclub gehört zu den besten Einführungen aller Zeiten.
Die Story selbst ist kein Meisterwerk, aber die Mythologie ist hervorragend. Die Idee einer Vampirbibel, ist spannend, auch wenn sie danach wieder vergessen wird. Bösewicht Deacon Frost ist innerhalb der Vampirgesellschaft ein Rebell. Obwohl er kein Reinblüter ist und will er seinen Platz an der Spitze.
Die Action sitzt für eine Comicverfilmung aus den 90ern gut. Egal ob Martial Arts, Schwertkämpfe oder Geballer, hier knallts.
Was mich maximal gestört hat, ist die völlige Gleichgültigkeit der Öffentlichkeit. Blade kann mitten in der Stadt rumballern, Cops verprügeln und niemand reagiert. Als die Polizei fröhlich auf Blade und seine Geisel schießt, dachte ich mir allerdings: Gut, amerikanische Cops also. Zumindest in diesem Punkt ist es realistisch.
Das Finale bietet leider richtig miese Computereffekte. Gerade der Endkampf sieht so aus, als hätte man die Effekte auf einem Taschenrechner gerendert.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das auch heute noch ordentlich Laune macht. Mit etwas Wohlwollen kann man über einige Schwächen hinwegsehen. Blade ist cool, Wesley Snipes trägt den gesamten Film und die Vampirmythologie macht Spaß. Die Effekte dagegen altern ungefähr so würdevoll wie Milch in der Sonne.
7/10 Punkten. Gelungen fand ich die Musik und den Sound. Dieser dumpfe Bass, wenn Blade am Ende auf Whistler zuläuft, ist einfach fantastisch.