Herrlich, britische Satire über das Leben selbst!
Mit „Die Ritter der Kokosnuss“ (1975) gelang der britischen Komikertruppe Monty Python der internationale Durchbruch. Ihren Höhepunkt hatten sie sicherlich mit dem genialen und ikonischen „Das Leben des Brian“ (1979). Doch hiernach sollte nur noch ein Film der Gruppe folgen: „Der Sinn des Lebens“ von 1983. Denn bereits zur Zeit des Drehs litt Graham Chapman, einer der Pythons, den viele sicherlich als Brian in „Das Leben des Brian“ kennen, an Alkoholismus und starb leider 1989. Damit ist „Der Sinn des Lebens“ der letzte Film, in dem alle Mitglieder der Gruppe auftraten.
Dieser letzte Film war längst nicht so erfolgreich und populär wie seine Vorgänger, konnte aber dennoch unterhalten. Ich selbst habe dieses Werk selten gesehen und wenn dann nur als Jugendlicher. Dementsprechend konnte ich noch nicht sehr viel mit dem teils sehr intelligenten Humor anfangen. Als Erwachsener ist das natürlich etwas anderes. Doch wie gut ist „Der Sinn des Lebens“ wirklich und wie gut ist er gealtert?
Die Story besteht aus teils lose zusammenhängenden Sketchen und Figuren, die mal mehr und mal weniger die Thematik des Titels bedienen. Wir sehen wie Menschen geboren werden, zur Schule und zur Arbeit gehen, währenddessen aus einem Hochhaus ein Piratenschiff basteln und schließlich sterben…
Ganz im Stile vorheriger Python-Filme, besteht der Witz vieler Szenen in der absurd naiven und britischen Verhaltensweise einiger Charaktere, während wilde, groteske und teils sehr blutige Dinge passieren. Das ist auch oftmals absolut zum Totlachen, wenn man schwarzen englischen Humor liebt. Monty Python hat den Humor vieler Menschen über Generationen geprägt und das nicht umsonst. Einige der Sketche hier sind absolut großartig und das nicht nur weil sie unterhalten, sondern weil sie vielschichtig und herrlich sozialkritisch und provokant sind, selbst aus heutiger Sicht. Während ein Großteil der amerikanischen Hollywood-Maschinerie vor prüder Arroganz nur so strotzt, sehen wir hier nackte Menschen und Kinder, die darüber singen wie wichtig doch jedes einzelne Spermium ist (zum Glück nicht in derselben Szene).
Und ab und zu erlaubt sich der Film auch eine kurze, ehrliche Minute, die sogar richtig rührend ist. Dagegen stehen dann sehr exzessive Szenen, wie der Restaurant-Teil mit absurd übergewichtigen Chaplin-Verschnitt, der mehr erbricht, als das er isst. Diese Momente sind trotz einer cleveren, metaphorischen Botschaft doch etwas zäh beim Schauen. Und nicht jeder Witz und jede Pointe sind ein Knaller und manche vielleicht auch etwas schlecht gealtert...
Dennoch bewundere ich den teilweise absurden und wilden Charme der Gruppe. Von dem opulenten und herzerwärmenden Auftakt bis hin zur Auflösung, was der eigentliche Sinn ist, bieten Monty Python ein Feuerwerk an Ideen!
Wie gewohnt sind alle Mitglieder in mehreren Rollen zu sehen (einer von ihnen, Terry Jones, führte dabei wieder Regie) und Eric Idle durfte nach „Brian“ nun deutlich mehr singen. Es gibt erstaunlich viele Songs und diese sind alle wirklich toll und unterhaltsam! Und auch die Produktion des Films ist beeindruckend: Große, aufwendige Sets und Miniaturen wurden extra hierfür angefertigt. Dazu kommen aufwendige Massenszenen, Actionmomente und wilde Musicalnummern. Optisch wird hier einiges geboten und die Python-Truppe beweist, dass auch Comedy visuell beeindrucken kann.
Fazit: Für 1983 war „Der Sinn des Lebens“ bereits ein provokantes und spaßiges Filmwerk. Monty Python nahm eine (wie sie selbst gestanden) plumpe Idee und reihte mehrere Sketche aneinander. Und selbst damit lieferten sie gehaltvollere Komik ab als ein Großteil der Filme, die in dem Genre aus anderen Ländern stammten. „Der Sinn des Lebens“ ist nicht perfekt, nicht jeder Witz zündet und manche Szenen sind sicherlich zu ausufernd für manche Leute, aber der Spaß und die Finesse in vielen Momenten, machen dieses Werk zu einem unterhaltsamen Erlebnis und zu einem soliden, filmischen Abschluss der Pythons.