Mit Ringen als Sportart habe ich noch nie wirklich etwas anfangen können, das Regelwerk ist etwas seltsam und wirklich unterhaltsam ist das auch nicht. Daher hat mich „Foxcatcher“ auch nie wirklich interessiert, ich bin über die vielen Oscarnominierungen darauf gestoßen, das hat mich neugierig gemacht. Ich dachte mir, ein Film, der in fünf Kategorien nominiert wurde (darunter ja auch „Bester Film“), das wird schon ein guter Film sein. Außerdem hat mich natürlich die Geschichte rund um den an Schizophrenie erkrankten John du Pont interessiert.
Also habe ich mich durch dieses über zweistündige Ungetüm durchgewühlt, auf der Suche nach einem guten, ja zumindest einem unterhaltsamen Film. Was soll ich sagen? Ich habe ihn nicht gefunden. „Foxcatcher“ ist dermaßen zäh und viskös inszeniert, da bekommt man alleine vom Zuschauen schon eine vorübergehende Halbseitenlähmung. Der Film verläuft komplett ohne Spannung, ohne Höhepunkte, ja sogar ohne irgendwelche sympathischen Identifikationsfiguren. Channing Tatum als Mark Schultz spielt vollständig ohne Mimik und Emotionen, es war für mich ein Graus, ihm dabei zuschauen zu müssen. Und es vergeht dann auch einiges an Zeit, bis das erste Mal John du Pont die Spielfläche betritt, welcher hingegen ganz fantastisch von Steve Carell dargestellt wird.
Aber auch jetzt wird es nicht wesentlich besser. Mark Schultz ist unsympathisch, John du Pont sowieso, der Einzige, der hier wirklich noch positive, angenehme Akzente setzen kann, ist Mark Ruffalo als Marks Bruder David. Allerdings hat dieser viel zu wenig Screentime, als dass das den Film irgendwie retten würde. Immerhin sind die Ring-Szenen ganz ordentlich inszeniert. Ich verstehe zu wenig von dem Sport, um beurteilen zu können, ob das alles realistisch ist oder nicht, aber es sieht gut aus. Aber auch davon gibt es ziemlich wenig zu sehen, vor allem wenn man bedenkt, dass das ein Sportler-Biopic sein soll. Und die Geschichte der Schizophrenie du Ponts und der Konsequenzen wird auch viel zu kurz und lieblos abgehandelt. Insofern, und das ist jetzt der wunderbare Bogen zu meiner Einleitung, wurde ich doppelt enttäuscht.
FAZIT: Ein fürchterlich langweilig und zäh inszeniertes Ringer-Biopic, das wohl außer für echte Sportfans wenig zu bieten hat. Channing Tatum liefert eine grauenvolle Performance, der Rest des Casts ist okay, aber wirklich unterhaltsam oder spannend wird der Film zu keinem Zeitpunkt. Von mir gibt es keine Empfehlung.