Außer Robert Redford gibt es keine weiteren Menschen zu sehen, die Handlung spielt zunächst auf seiner Yacht, später auf dem Rettungsboot. Die Story, die auf dem Papier maximal unspektakulär aussieht, schlägt bei seinem Überlebenskampf zahlreiche, unerwartete Haken und Wendungen, es bleibt eigentlich immer spannend. Und wenn man denkt, es kann nicht noch schlimmer werden, passiert wieder irgendetwas Unvorhergesehenes. Erstaunlich ist dabei der enorme Überlebenswille des Mannes, ähnlich wie Tom Hanks, als dieser in “Cast Away” auf einer Insel gestrandet ist und auch niemals aufgegeben hat, scheint auch der Wille von Robert Redford hier unüberwindbar, aus jeder noch so ausweglosen Situation zieht er immer weiteren Antrieb. Und es ist Redfords beeindruckendem schauspielerischen Talent zu verdanken, dass dieser Überlebenskampf immer glaubwürdig bleibt und niemals langweilig wird. Selbst wenn die Story noch so absurde Wendungen nimmt, stellt man das Gesehene doch niemals in Frage.
Das Einzige, was man diesem Film dann doch anlasten kann und der Grund, warum es der Film nicht über die 7,0 Punkte hinaus schafft, ist die schiere Einfachheit des Plots. Es gibt keine Vorgeschichte, keine Backstory, der Protagonist hat nicht einmal einen Namen. Und auch wenn er zu Beginn eine Nachricht – mutmaßlich an seine Familie – verfasst, bleiben das dennoch, abgesehen von einer Funknachricht ganz am Anfang und einem beherzt herausgeschrienem “FUCK” in der Mitte des Films, die einzigen Worte, die den ganzen Film über zu hören sind. Wir erfahren nicht, warum er wohin unterwegs war und auch sonst absolut gar nichts über die Person. Diese extreme Reduktion auf das Wesentliche ist auf der einen Seite eindeutig Stärke des Films, nimmt ihm auf der anderen Seite aber auch unheimlich viel von seiner emotionalen Fallhöhe. Am Ende bleibt dann das Schicksal des Mannes fort auf See irgendwie beliebig und bedeutungslos.
FAZIT: Stark gespieltes Survivaldrama auf hoher See, das sich auf das absolut Wesentliche beschränkt, dadurch aber auch am Ende wenig emotionale Wucht entfaltet. Dennoch absolut sehenswert!