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Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 7. Mai 2015
Habe mir den Film auf gut Glück beim Müller gekauft und wurde positiv überrascht. Zwar ist das meiste zusammen geklaut aber durch die guten Darsteller, einer dichten Atmosphäre, und dem nötigen Witz ergeben sich doch sehr unterhaltsame 90 Minuten!
Es gibt vermutlich keinen Streifen, der so präzise und frei von Vorurteilen von einem Heroinkonsumenten erzählt, wie diesen. Ich habe alle Filme, in denen Drogenkonsum mit einfließt gesehen. Nur dieser ist wirklich anstandslos echt erzählt. Ich versuche erst gar nicht, den Hauptcharakter psychologisch zu diagnostizieren; seht euch den Film an und seht selbst. Wenn das Dunkelste im Menschen nach Außen kommt, und jeder hat es in sich, kann man es mit Humor sehen oder so wie es ist - als Wahnsinn.
Das ist es, was der Hauptcharakter nicht mehr von der Realität unterscheiden kann: sein Wahn. Ständig nickt er weg, wacht auf, weiß nicht, was passiert ist. Der Zuschauer bleibt den Großteil des Filmes im Dunkeln. Auch wenn er ahnt, worum es überhaupt geht, wird es doch erst am Ende aufgelöst.
Ein geschicktes Drehbuch, gute Regie, authentische Schauspieler - eigentlich alles, was ein guter Film haben muss, hat "Junkie". Er hat die nötige Tiefe und eine außerordentlich schmerzliche Dramatik, die sich von Anfang an auftürmt und bis zum Ende Spannung erzeugt. Warum das Drama gerade mit Horrorelementen verbunden wird, liegt an der Art der Droge. Man weiß am Anfang nicht, warum das alles so ist, deshalb wird der Film auch als Komödie getaggt. Wahrscheinlich auch, um gänzlich Unwissenden einen Halt zu geben, den Film zu betrachten. Im Grunde ist es ein aber eine Tragödie von einem sehr sehr traurigen Schicksal, dass sich die meisten Menschen sich von sich aus nicht vorstellen können, geschweige denn verstehen...
Kein Meisterwerk, dennoch gnadenlos unterbewertet.