[…]„The Drop“ ist ein bockstarkes Genrewerk, das die Kraft der Bedachtheit genau auskalkuliert und ein Drama entstellter Seelen gekonnt an ein intensiv-spannendes Krimi-Gerüst knüpft. Eine dichte Atmosphäre ist schnell geschnürt[…]Als Milieustudie ist „The Drop“ durchweg stimmig und bis in kleine Gassen und Nebenschauplätze verästelt, deren Ereignisse immer wieder auf überraschende Weise in die scharfen und flirrenden Dialoge eingewoben werden und aus den kontrahierenden Figuren mehr als nur Stichwortgeber für ihr Gegenüber und den Hauptplot machen.[…]Neben dem gewohnt einnehmenden Gandolfini ist Hardy großartig, weil er es nicht nur schafft, Bob als zurückgenommenes schlichtes Gemüt glaubwürdig rüber zu bringen (hart genug, bei Hardys physischer Urpräsenz…), sondern jederzeit erfühlbar macht, dass hinter seiner stoischen Fassade aus Teilnahmslosigkeit und vermeintlicher retardierter Harmlosigkeit etwas lauert, dem überhaupt niemand gewachsen ist, sobald Bob nur weit genug getrieben wird.[…]Hardys Performance ist auf den Punkt durchgegart, denn dieses oft schwerfällige Stück Fleisch Bob scheint jederzeit durchbrennen zu können und unter anderem aus dem gnadenlosen Hinauszögern dieses Moments zirkelt „The Drop“ seinen Spannungsbogen empor, bei jeder Begegnung mit den Tschetschenen, bei jedem Aufeinandertreffen mit Matthias Schoenaerts.[…]Dazu passt es zwischen Hardy und Noomi Rapace und die Beziehung zwischen Bob und Nadia ist kein zusammen gehastetes Aufblühen in Liebe und Sex, sondern eine behutsame Annäherung, zaghaft einander entgegen gestreckte Hände, von Wunden und Mahlen gezeichnet, physisch wie psychisch.[…]Im Ergebnis dann halt ein bockstarkes Genrewerk.[…]