Interkontinentale Zwischenmenschlichkeit in fünf Episoden. Nachts, womit der Fokus auf Charakterzeichnung und Dialog zentriert wird, was Jim Jarmusch beherrscht, wie kaum ein anderer. Immer wieder gelingt ihm in seiner Arbeit das Kunststück, unter der zum Teil völlig inexistenten Handlung, den geneigten Zuschauer an die Leinwand zu fesseln, ihn zu verzaubern, zu hypnotisieren. Fünf Taxis fahren nachts durch fünf Metropolen und wir dürfen dabei sein, wie Menschen für kurze Zeit zusammengeführt werden, sich ihre Seelen berühren um dann wieder auseinanderzudriften, partiell für immer. Unfassbar, was hier stellenweise an Komik aus der Situation heraus entsteht. Yoyo, Helmut und Angela brachten mich in der New Yorker Episode dazu, dass ich im Kino Tränen lachte, wohl das einzige Mal in meinem Leben. So unterschiedlich die fünf Episoden auch sein mögen, neben dem nächtens georderten Taxi gibt es dieses eine vereinende Element in Form eines hinreißenden Scores von Tom Waits, der treffsicherer nicht hätte ausfallen können. "Night on earth" ist pure Magie und vielleicht die beste Möglichkeit, sich dem Gesamtwerk dieses einzigartigen Regisseurs zu nähern.