Force Majeure ist ein solides Drama, welches zeigt, dass eine kleine Lüge ein über die Jahre ins Wanken geratenes Beziehungsgerüst einstürzen lassen kann. Östlund belässt es aber leider nicht dabei, den Figuren in langen Gesprächen zuzusehen, wie sie an ihren Beziehungen zu zweifeln beginnen, und kann es einfach nicht lassen, sein gutes Dialog-Drama mit gefallsüchtigen Absurditäten vollzustopfen. So greift er auf eine unpassende Geräuschkulisse von entweder klassichen oder bloß dumpf-tönenden Musik- und Tonfetzen zurück, die wohl Spannung erzeugen sollen. Außerdem fügt er völlig überflüssige Szenen ein, die nur vom eigentlichen Drama ablenken, etwa wenn den beiden männlichen Protagonisten von einer ihnen unbekannten Frau mitgeteilt wird, ihre Freundin fände einen von ihnen attraktiv, nur um wenige Sekunden später sich zu entschuldigen, sie habe sich in der Person geirrt. Das ist zwar amüsant, aber mal wirken solche Szenen wie aus einer Sit-Com, mal wie einem aufdringlichen Kunstfilm entlehnt. All diese Kontraste sollen offensichtlich den Zuschauer bei der Stange halten, sind aber einfach nur nervig. Insgesamt nimmt man dem Film dadurch am Ende nicht ab, dass er die Konflikte seiner Figuren ernst nimmt.