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2,0
Veröffentlicht am 28. August 2026
„Into The Forest“ lässt mich ziemlich sprachlos zurück… Aber im negativen Sinne. Denn der Film geht ziemlich gut und interessant los, wirft dann aber in den letzten 40 Minuten einfach mal gnadenlos sämtliche Logik, Sinnhaftigkeit und Vernunft über Bord und schippert dann nur noch durch die endlose See des Schwachsinns…
Aber der Reihe nach: Der Auftakt ist tatsächlich ziemlich aufregend. Statt Virus oder Naturkatastrophe bleibt hier erstmal nur der Strom weg, ohne dass man zunächst weiß, warum. Das ist als Post-Apokalypse-Szenario einigermaßen originell (wenngleich das die ganz gute Serie „Revolution“ 2012 schon vorgemacht hat), die Atmosphäre ist recht dicht und liefert eigentlich eine spannende Prämisse. Nur gelingt es der Regisseurin Patricia Rozema (die leider auch das Drehbuch verbrochen hat) leider nicht, daraus irgendetwas zu machen – und das, obwohl sie mit (damals noch) Ellen Page und Evan Rachel Wood zwei wirklich starke Schauspielerinnen hat. Die beiden sind auch sichtlich bemüht, gegen das bekloppte Drehbuch anzuspielen, haben am Ende aber doch keine Chance.
((ACHTUNG SPOILER)) Eigentlich geht der Schwachsinn schon früher los, nicht erst in den letzten 40 Minuten. Was würdet ihr denn machen, wenn ihr in solch einer postapokalyptischen Welt leben würdet? Würdet ihr Nahrung rationieren? Strom sparen? Das Haus absichern? Niemals alleine und unbewaffnet rausgehen? Ja, genau, ich auch. Die beiden aber nicht! Die sitzen da in Zeitlupe in der Gegend rum und verbringen die meiste Zeit damit, im Angesicht des Weltuntergangs jederzeit schick gestylt auszusehen. Von einer Welt, in der es keinen Strom mehr gibt, ist da nichts zu spüren. Die beiden sehen immer toll aus, drehen Werbespots für „Schöner Wohnen“, sind total tiefenentspannt und machen sich über gar nichts, aber auch gar nichts irgendwelche Sorgen.
Und dann kommt die Vergewaltigung. Da kann man sich schon fragen, wieso kommt der Vollpfosten denn nach 6 Monaten wie zufällig bei den beiden Mädels vorbeigeschlendert, um was zu tun? Ein paar Tüten Milchpulver und einen Eimer Benzin zu klauen? Naja, wie auch immer… ein Vergewaltigungsbaby im Angesicht der Apokalypse zur Welt zubringen, klingt doch nach einer wirklich guten Idee! Aber wenn ihr denkt, das ist schon der Gipfel des Schwachsinns, dann kommen die beiden doch tatsächlich noch auf die Idee, das Haus niederzubrennen und mit einem Neugeborenen (!) zu Fuß durch die Wildnis zu wandern, vielleicht auf einem Abenteuer-Wanderweg bis zum nächsten Diner…?
Liebe Leute, das kann doch niemand ernst nehmen! Es ist ja nur allzu offensichtlich, in welche Kerbe die Regisseurin hier schlagen will: „Back to the roots“, Zurück zur Natur, zwei starke Frauen im Angesicht des Todes, sowas in der Art… Das ist aber schon wieder so billige Holzhammer-Küchenpsychologie, dass man da nur den Kopf schütteln kann. Da ist es dann auch nur konsequent, dass während der Geburt ein Gewitter tobt, Himmelherrgott! ((SPOILER ENDE))
FAZIT: „Into The Forest“ startet sehr atmosphärisch und durchaus interessant, im Verlauf treffen die beiden Protagonistinnen eine bekloppte Entscheidung nach der nächsten und machen eigentlich nur völlig unglaubwürdigen Blödsinn. Das Drehbuch schlägt vollkommen schwachsinnige Kapriolen, was nur noch von der lächerlich plump-billigen Inszenierung übertroffen wird. Da braucht man sich über Synchronisations-Stilblüten wie „post-partume Blutungen“ (richtig wäre: post-partale Blutungen) dann auch nicht mehr wundern. Ich vergebe mit viel Wohlwollen 4 Punkte, aber nur wegen a) dem saugeilen Haus und b) den zwei tollen aber gnadenlos verlorenen Schauspielerinnen.
Das ruhige, unhektische Untergangszenario wäre ja durchaus interessant, hakt aber an zu vielen Enden. Man kann die Story so einfach nicht abkaufen und viel anderes hat der Film dann auch nicht zu bieten. Für ein wirkliches Mitempfinden bleiben die Charaktere zu sehr an der Oberfläche, für ein realistisches Szenario gibt es einfach viel zu eklatante Unglaubwürdigkeiten und als Spannungsthriller oder Unterhaltungsepos taugt der Film nun auch wieder nichts. Das Ende reißt es dann entgültig völlig runter, sowohl inhaltlich als auch darstellerisch.
Im ersten Drittel hat der Film mich neugierig gemacht. Dann flachte die Story leider immer weiter ab und es kam bis auf das was man me ein oder weniger als Mindestmaß gesehen hat, als maximales Ergebnis.
2 Mädls im Wald ohne Strom. Der Satz beschreibt den kompletten Inhalt des Films. Geht bitte komplett ohne Erwartungen an den Film heran, alles andere wird sonst unterboten.
Keine Frage das was man sieht ist teilweise ergreifend und gut gespielt aber es juckt einen nur leider so absolut gar nicht. Somit bröselt der Film fast komplett an mir vorbei...
An guten Schauspielern mangelt es "Into the Forest" schonmal nicht. Evan Rachel Wood verleiht ihrer Eva eine tänzerische Besessenheit, wie man sie zuletzt bei Sarah Hay in "Flesh and Bone" gesehen hat und auch Ellen Page stattet ihre Figur mit einigen guten Seiten aus.
Allerdings soll die Story, so wie sie ist, wohl mehr oder weniger für sich sprechen. Keine Frage, die beiden Schwestern bekommen die Härte der Postapokalypse spätestens nach einem Unfall ihres Vaters deutlich zu spüren. Weltuntergang ist eben mehr als heimelige Lagerfeuer in Autowracks und idealistisches Kleinbauerntum, doch das wussten wir schon. Die Dynamik zwischen den zumindest am Anfang recht unterschiedlichen Protagonistinnen birgt jede Menge Stoff für Konflikte, diese sind aber nach etwas Geschrei und Gemurre meist recht schnell wieder vorbei. Traumatische Erlebnisse können ihre Opfer natürlich abstumpfen lassen, aber viele eigentlich recht gravierende Entscheidungen bleiben durch die scheinbare Gleichgültigkeit von Nell und Eva schwer nachvollziehbar.
Auch wenn es die Romanvorlage vielleicht so vorsieht, ein paar typische Klischeefallen wie den üblichen Irren und die plötzliche Hilflosigkeit der Generation Internet (plus Liebesgeschichte) hätte man durchaus eleganter in Szene setzen können. Die immer wieder eingestreuten poetischen Naturaufnahmen möchten dem Film offenbar Arthouse-Qualitäten verleihen, unterm Strich ist "Into The Forest", trotz seiner auf Zusammenhalt bedachten Botschaft, wesentlich konventioneller, als es Trailer und Inhaltsangabe vermuten lassen.
[...] Into the Forest hat tolle ruhige Bilder, mit einer Vergewaltigung sogar eine ziemlich ekelerregende und bedrückende Sequenz zu bieten, aber die Narration plätschert so gediegen vor sich hin und findet ein plötzliches Ende, dass sich erneut nur ein normales Schulterzucken entlädt. Und das, obwohl es eigentlich toll ist, dass ein bedächtiges Charakterdrama den effekthascherischen Bildern vorgezogen wird. Was Into the Forest letztendlich daraus macht ist leider nur Mittelmaß, bei dem das Potenzial gelegentlich energiegeladen aufflammt.
Ellen Page und Evan Rachel Wood liefern eine Top Leistung ab. Ich habe ihnen jede Szene abgenommen. Die Ausgangslage in der die Welt ohne jegliche Technik auskommen muss und sich auf Grundlegendes besinnen sollte ist interessant. Der Film bietet weder große Action noch einen hohen Spannungsbogen. Aber das braucht er nicht. Man ist permanent dabei zu überlegen wie man sich selbst verhalten würde. Das schafft auch nicht jeder Film.
Weit von der nächsten größeren Stadt entfernt und mitten in einem wunderschönen Wald steht ein gepflegtes und gemütliches Haus. Hier wohnen Nell (Ellen Page, Super), die von ihrem Vater auch liebevoll Pumpkin genannt wird, ihre Schwester Eva (Evan Rachel Wood, Westworld) und das alleinerziehende Familienoberhaupt Robert (Callum Keith Rennie, Warcraft: The Beginning) . Es ist spät am Abend und während der Papa vor der Glotze hängt, lernen seine Töchter für die Uni bzw. die Ballettgruppe. Doch der Moment der einträchtigen Harmonie wird jäh unterbrochen, als plötzlich alle Lichter ausgehen. Gut, dass kann so fernab vom Schuss schonmal passieren…dann hilft man sich eben mit Taschenlampen oder Kerzen aus, bis der Strom wieder fließt. Genau hier liegt allerdings das Problem, welches nicht nur das Leben unserer Hauptfiguren, sondern auch das aller anderen grundlegend ändern wird: Eine nicht näher benannte Katastrophe hat sprichwörtlich über Nacht sämtliche Annehmlichkeiten unserer modernen Zivilisation zunichte gemacht und die Menschen müssen sich an ein Leben ohne Internet und Elektrizität gewöhnen. Aber irgendwann wird die Chose doch mal wieder laufen? Davon sollte man zumindest ausgehen und doch richtet sich die Familie auf eine längere „Durststrecke“ ein. Dann geschieht jedoch ein weiteres Unglück, das die Lage sowohl emotional als auch physisch bedeutend schwieriger macht…
Die vollständige Filmbesprechung findest du unter folgendem Link: