Die Story des Coming-of-Age-Dramas hat mich eigentlich total überzeugt! Margo ist so eines von diesen verrückten Mädchen, wie sie es wohl an jeder Schule irgendwie gibt und die immer eine ganz besondere Anziehungskraft auf bestimmte Jungs wie Quentin ausüben. Tatsächlich gab es damals an meiner Schule auch so ein Mädchen, die war ähnlich crazy wie Margo in dem Film und ja, ich war auch gnadenlos verknallt in sie, hatte aber natürlich niemals den Mut, ihr das zu sagen. Daher konnte ich hier mit dem Film und mit Quentin total relaten, meine persönliche Erfahrung ist wohl ein Hauptgrund, warum mich der Film emotional total gecatcht hat!
Und die Story ist auch einfach wunder erzählt. Der Film gliedert sich in drei Teile. Zuerst beobachten wir Margo und Quentin auf ihrem Rachefeldzug und haben schon viel Spaß dabei. Es ist unheimlich stark inszeniert, wie diese eine Nacht, die nur wenigen Stunden, die die beiden zusammen haben, Quentins Leben komplett auf den Kopf stellt. Auf die Frage seiner Kumpels, warum er es denn bei dieser Gelegenheit nicht mit ihr “getrieben” habe, antwortet er verträumt “Das war etwas anderes” – klasse! Der zweite Teil ist dann so eine Art Detektivgeschichte, wenn die Jungs versuchen, Margos Spuren zu entschlüsseln. Das ist zu Beginn spannend, dann aber leider etwas repetitiv, das zieht sich dann doch etwas zu sehr in die Länge. Und der dritte Teil ist dann eigentlich der coolste Teil, wenn sich die Gruppe auf die Suche nach Margo macht, da wird der Film dann zu einem tollen Roadtrip-Movie.
Also, das ist alles von der Story, von der Erzählweise, von den Bildern und von der Inszenierung her alles total cool, warum dann nur die 6,5 Punkte. Tja, damit kommen wir zu dem großen Problem, das dieser Film hat, und das ist der Cast! Während Cara Delevigne perfekt in die Rolle der überdrehten Margo passt und ganz fantastisch spielt (leider hat sie nur relativ wenig Screentime), sind die anderen Rollen total unpassend besetzt! Es soll ja die Senior Class an der High School sein, also müssten die Schüler dort so 17 oder 18 sein (von Margo erfahren wir, dass sie tatsächlich 18 ist). Während die Mädels noch ganz gut passen, sehen die Jungs einfach aus wie 13. Selbst wenn die Schauspieler zum Zeitpunkt des Films alle schon so um die 20 (!) waren, sehen sie doch hier aus, wie maximal 14, also kleine Jungs. Dann reden die aber schon so wie Erwachsene, sehen aber wie kleine Jungs aus. Und als dann noch Ben auf einer Party besoffen mit offenem Hemd sein SixPack-Bauch präsentiert, ist’s mit der Glaubwürdigkeit endgültig dahin... Welcher durchschnittliche High School-Schüler (vor allem so ein Nerd, er ist ja nicht der Quarterback!) hat denn bitte so ein SixPack????
Am ehesten kann noch Nat Wolff überzeugen, wobei ich auch ihm den 17/18-jährigen nicht abnehme, aber immerhin wirkt sein Interesse an Margo glaubwürdig. Aber Austin Abrams und Justice Smith wirken einfach wie kleine Jungs und niemals wie High School-Schüler in der Senior Class. Also was soll das? Durch diese schlimme Fehlbesetzung wird der ganze tolle Film ruiniert, das ist so schade! Immerhin entschädigt der konsequente und doch ein bisschen überraschende Schluss dann doch noch etwas, so dass ich gnädige 6,5 Punkte vergebe. Ich bin aber total enttäuscht, dass diese unpassende Besetzung einen eigentlich ganz wunderbaren Film kaputt macht, einen Film, mit dem ich so toll relaten konnte und der mich emotional total abgeholt hat. Grrrr....