Die Grundgeschichte ist nicht schlecht. Ein guter Vampirefilm der mal ganz anders ist, als die netten Vampire von Twilight. War ganz cool ihn mal gesehen zu haben.
Eine wirklich originelle Variation des Vampirthemas. Handwerklich gut gemacht und spannend bis zum Schluss. Peri Baumeister ist hervorragend in ihrer Rolle als Vampir mit Mutterinstinkt und ihr Make up ist echt gruselig. Leider ist der Rest der Besetzung eher schwach. Der vermeindliche Held Farid wird dermaßen uninteressant dargestellt, dass man sich fragt, liegt es am Drehbuch oder am Schauspieler. Die Bösen sind zum Teil sehr klischeehaft bis ziemlich "over the top". Alles in allem ist der Film aber durchaus sehenswert dank der Protagonistin und der originellen Story.
Ich habe schon davon gehört dass der Film bzw. dessen Story recht vorhersehbar und mau sein soll, aber was mich extrem aufgeregt hat waren die zahlreichen Logikfehler, die mich mehrfach im Film zum Verzweifeln gebracht haben. An sich ist alles recht hochwertig umgesetzt und hat nur an ein paar Stellen einen Hauch von deutschem Kino. Wie man aber auf manche Details im Drehbuch gekommen ist kann ich mir nur mit Drogeneinfluss oder absolut fehlendem Allgemeinwissen erklären.
spoiler: Erstmal frage ich mich, wie es zahlreiche Schuss- und Stichwaffen in ein Flugzeug schaffen sollen. Klar ist es ohne schwierig in einem Film ein Kidnapping durchzuführen, aber da fehlt mir der Kontext, wie man heutzutage so eine Anzahl illegaler Gegenstände in ein Flugzeug bekommen soll, ob Crew oder Gast ist da ja völlig egal.
Weiter geht es mit der unerklärlichen Handlung bei der Schwarzlicht-Taschenlampe, die plötzlich die Vampirin schädigt, weil es angeblich irgendetwas mit Sonnenlicht zu tun hat. Haben die Autoren vergessen wie diese vorher in Erscheinung trat und plötzlich gedacht, dass es eine UV-Lampe ist? Dann wäre ja damit wohlkaum der Text vorher erschienen, für den diese Lampe ja gedacht war.
Nächster Aufreger ist der "Notfallpilot", welcher es anscheinend mehrere Minuten nicht auf die Kette bekommt, eine der mindestens 2-3 Sauerstoffmasken im Cockpit zu nehmen, obwohl er weniger als einen Meter davon entfernt ist und ihm bis dato nichts fehlt. Er starrt darauf und in der nächsten Szene mit ihm erstickt er elendig. Warum? Vermutlich weil man hier zu faul war eine sinnvollere Story darum zu stricken, wieso er ab diesem Zeitpunkt nicht mehr lebt. Was das Flugzeug währenddessen macht oder auch was dieser Mann bis dato überhaupt mit dem Flugzeug gemacht hat erfährt man natürlich auch nicht.
Was mir jedoch mit am Meisten Kopfschmerzen bereitet hat ist der PKW im Frachtraum. Es fängt ja schonmal damit an, dass im Frachtraum einer solchen Passagiermaschine (dürfte irgendetwas im Maßstab einer 777 sein) ganz sicher kein PKW mal eben verstaut wird. Im weiteren Verlauf möchte unsere Primär-Vampirin einer der bösen Buben im Innenraum dieser S-Klasse verbrennen. Ich frage mich erstmal, seit wann Rum oder Gin (braunes Getränk in Glasflasche) verschüttet plötzlich so hoch entzündlich ist und eine rasante Stichflamme auslöst. Aber selbst wenn, dann würde der Innenraum natürlich rapide Feuer fangen und sehr schnell stünde das ganze Fahrzeug in Flammen. Und was macht es dann? Naja, nach den Autoren hört es einfach auf zu brennen. In der Realität würde aber jedoch das Feuer auf das Flugzeug überspringen und ruckzug stünde das ganze Flugzeug lichterloh in Flammen.
Ich habe selten einen Film mit so riesigen Logikfehlern gesehen, natürlich ist es mehr oder minder Fantasy, aber mein Gott das kann man nicht eben mal weggucken, das ist purer Nonsens!
Er ist höchstens durchschnittlich..zieht sich sehr in die Länge, vieles wirkt aufgesetzt. Die Geschichte der Vampire hätte man besser ausbauen können. Manche Schauspieler kommen rüber, als ob man sie von der Straße aufgeklaubt hätte. Aber mutig gemacht, schön brutal..aber manchmal auch etwas sinnlos und unglaubwürdig. Vielleicht liegts daran, dass wir deutschen Filmen nichts zutrauen..tun wir auch nicht, weil viele es halt vergeigen. Ich würde dem Film eigentlich nur 1,5* geben..aber da man die Mühe dahinter erkennt, naja dann halt 2,5. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass man den Film eigentlich nicht gebraucht hätte.
Lohnt es sich, den Film zu schauen ist für mich immer die Hauptfrage bei so einer Filmkritik. Wollte ich nach der Hälfte weiter schauen oder eher nicht. Im Kino mit Popcorn und 15 Euro Eintritt wären es für Blodd Red Sky vermutlich weniger Sterne aber auf Netflix habe ich mich eigentlich sehr gut unterhalten gefühlt. Natürlich gibt es aufwändiger produzierte Filme, es gibt originellere Stories und auch bessere (vor allem Nebendarsteller), aber ich fand alles sehr solide, durchaus spannend, und vor allem hat der Film seine 'Geheimnisse' nicht direkt offen gelegt. Die Rückblenden waren wirklich gut dosiert um in die Story rein zu kommen. Auch Action und Gruselmomente fand ich völlig OK. Also kein Oskarverdächtiges Highlight aber deutlich besser als so mancher 100Mio Quatsch, den Netflix schon abgeliefert hat, zB das echt langweilige Outside the wire. Also Blood Red Sky gucken :-)