Ein sehr bedächtig und vorsichtig erzählter Film, der wenig erklärt und uns auffordert, aktiv mitzudenken und eigene Gedanken zu machen. So ein Konzept zu fahren, ist schon relativ mutig, da das schnell auf Ablehnung stoßen könnte, zumal auch einige Fragen am Ende offen bleiben. Allerdings ist der Film sehr atmosphärisch und sehr dicht erzählt und wird hauptsächlich von Kristen Stewart getragen, die hier die vielleicht beste Performance bisher abliefert. Sie ist in nahezu jeder Szene zu sehen und transportiert die Emotionen, die Zerrissenheit ihrer Figur, ihre ständige Ambivalenz ganz großartig.
Der Film selbst mäandert immer wieder zwischen Geisterfilm und persönliches Drama. Es gibt ein paar unangenehme Geisterszenen, aber “Personal Shopper” ist sicherlich kein Horrorfilm, das will er auch gar nicht sein. Spannend finde ich aber, dass in dieser Welt die Existenz von Geistern und entsprechenden medial begabten Menschen irgendwie ganz offenbar ist, allgemein akzeptziert ist und niemals in Frage gestellt wird. Das ist ein ziemlich cooler Kniff, dadurch wird der Film etwas abgehoben und entrückt, was mir persönlich sehr gut gefällt. Und die literally letzte Szene haut da nochmal so richtig einen raus – cool!
FAZIT: Kristen Stewart dominiert diesen langsam und vorsichtig erzählten Film, der sprichwörtlich schwebt, zwischen mystischer Geisterstory und melancholischem Drama. Wer damit zurechtkommt, dass viele Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet werden, sollte hier einen Blick riskieren, denn wenn man das aushalten kann, bekommt man ein stark gespieltes und toll inszeniertes Charakterdrama geliefert! Sehenswert!