Christopher Nolans Film ist nur in den ersten 10 Minuten spannend, wegen der Ballerei in Dünkirchen. Dann lässt er stark nach. Schlecht ausgesucht sind die Locations denn man sieht am Strand Häuser im Stil der 90 er Jahre. Das geht wohl gar nicht!!!! Für einen Kriegsfilm der Extragüte reicht es hinten und vorne nicht.
Es fehlen Wracks, zurückgelassene Panzer, Geschütze, Waffen, verlassene Fahrzeugkolonnen, kaputte Häuser. Denn so sah es damals in Dünkirchen aus. Und nicht so wie es Nolan uns in diesem üblen Schinken weiss machen will. Schlecht finde ich, das es in diesem Film keinen Helden gibt, zu dem man aufsehen kann!!! Und dieser Zwerg säuft zweimal mit seinem Schiff ab aber dennoch regt sich bei dem nichts, er bleibt völlig emotionslos. Jeder andere wäre fertig mit den Nerven. Auch der Vater, der seinen Sohn an Bord seiner kleinen Jolle verliert ist völlig emotionslos. Jeder wäre ausgerastet wenn der Sohn von einem eigenen Soldaten getötet worden wäre. Einzig positiv sind die Dogfights, die sind gut gelungen.
Unrealistisch ist die Szene wo 10 britische Soldaten in das Wrack am Strand flüchten und dort unter Deck zusehen, wie das Wrack nach und nach durchlöchert wird. Denn erstens hätten die Deutschen schon sehr gute Augen haben müssen und zweitens hätte man keine Munition für ein Wrack verschwendet.
Ferner gefällt mir nicht, daß eine einzelne HE 111 im Tiefflug (!!!) ein englisches Schiff angreift und auch noch trifft!!! Das ist wirklich nur Blödsinn.
Die Notlandung einer Spitfire am Strand mit ausgefahrenen Fahrwerk (!!!!) ist Quatsch, diese hätte sich überschlagen, tatsächlich gab es 1940 ein Wrack einer notgelandeten Spitfire, die eine Bauchlandung am Strand machte.
Ausserdem hätte es dem Film gut getan Tagesdaten einzublenden, wie gegen 12 Uhr mittags Beginn der Kämpfe in Dünkirchen, 8 Uhr morgens Beginn der Evakuierung, Ende der Evakuierung. Denn Nolan muss davon ausgehen, das nicht jeder die Schlacht von Dünkirchen kennt.
Die 3 Erzählebenen total verwirrend, leider ist dies so modern. Besser wäre ein chronologischer Filmstil gewesen. Die Filmmusik von Hans Zimmer paßt gar nicht. Ich vermisse hier ganz klar die schöne zeitgenössische Musik wie "Anything Goes" von 1935.
Für 20 Jahre Vorbereitung zu diesem Film hatte ich für einen teuren Kriegsfilm viel mehr erwartet