In Polaroid wird eine Gruppe Teenager dezimiert von einer geisterhaften Erscheinung, die in Zusammenhang mit Fotos aus einer Sofortbildkamera steht...
Nachdem das in Publikumskreisen soweit (viel zu früh) klar ist, kann man schon gespannt sein, ob der Ursprung des übernatürlichen Treibens auch geliefert wird, was es dafür wohl zu glauben gilt. Eine Erklärung ist später tatsächlich in Bild und Ton geboten - und einen käsigen Beigeschmack gibt es gratis dazu.
The Ring und Shutter bieten halbwegs vergleichbaren Horror, doch der schöpferische "Unsinn" bei denen kommt weniger schädlich rüber.
Polaroid ist eine aufgeblasene US-Langfilmfassung, basierend auf des Regisseurs eigenem, norwegischen 15-Minuten-Kurzfilm - Klevberg ist auch der Regisseur vom Chucky-RemakeReboot 2019.
Die Szenerie ist hierbei offensichtlich kostengünstig und der Look verkünstelt dunkel gehalten. Letzteres macht aus dem ganzen Polaroid eine etwas unrealistische Erscheinung - den Tiefpunkt sah ich mit der Beleuchtung im Polizeirevier während eines nächtlichen Verhöres. Übel unecht passt als Bezeichnung auch, und so andauernd ist es einfach nicht hilfreich für den Unterhaltungswert - höchstens für schreckhafte Leute unter den Filmguckern, die es bereits graut, wenn es nur dunkel im Film ist. Dazu noch manch billigen Aufschrecker per Ton. Auffällig ist auch das Auslassen von Gewaltszenen inklusive eines ganz frühen Schnittes bei einer Erhängen-Szene. In Amerika ging das Gebotene mit PG13 durch, hierzulande frei ab 16 ist es auch nicht anders.
Der Film ist eher kurz und die ersten Minuten nur für die Tonne. Mit dem vor den Anfang hingepappten Appetitanreger ist dummerweise viel zu früh zu viel verraten. Nach diesem Spielverderber wirkt es manchmal zu sehr wie ein Wiederholungsprogramm, und die Teenager-Personenseite sorgt dazwischen auch nicht für eine nennenswerte Sternstunde. Zum Ende hin bringt es ein bisschen mehr.
Ein Genre-Schwächling, der froh sein kann, im Kinoprogramm gelandet zu sein.
In erster Linie für junge Horrorfilmgucker, die längst noch nicht alles Relevante sowie eine Menge Durchschnitt bis Schrott sahen, und für Genre-Allesglotzer, die solch halben Portionen Fastfood schon genug abgewinnen können.
Lässt sich also ziemlich einfach auch bedenkenlos auslassen.