DIE MENSCHENJAGD IST ERÖFFNET
Wes ist am Ende. Nachdem er im Ring aus Versehen seinen besten Freund getötet hat, schlägt er sich mit illegalen Untergrundkämpfen durch. Als ihm der exzentrische Aldrich ein Angebot macht, in Myanmar an einem Kampf teilzunehmen, den er so noch nie erlebt hat, wird Wes neugierig. Was er nicht weiß, er selbst ist der Sport und Ziel einer Menschenjagd.
Hard Target 2 von 2016 läuft rund 100 Minuten und ist ab 18 Jahren freigegeben. Mit dem Van-Damme-Original hat dieser Film eigentlich nur den Titel gemeinsam, Figuren und Tonfall sind komplett andere. Während im ersten Teil die Menschenjagd eher der Auslöser war, ist sie hier Dauerzustand.
Scott Adkins’ Wes ist permanent auf der Flucht, sucht Deckung, setzt sich zur Wehr und verprügelt alles, was ihm in den Weg läuft. Die Story ist simpel, aber funktional. Reiche Menschen mit zu viel Geld, zu wenig Moral und noch weniger Hobbys jagen einen Mann zum Vergnügen. Wes kann dabei nicht nur Martial Arts, sondern gefühlt alles wie Boot fahren, mit Pfeil und Bogen schießen wie Hawkeye und durch Minenfelder springen wie eine Gazelle. Realistisch ist das nicht, aber die Action stimmt.
Die Bösewichte sind leider ziemlich austauschbar. Das Muttersöhnchen, der Sadist, die böse Lederlady, alles schon tausendmal gesehen, niemand bleibt wirklich hängen. Aldrich selbst ist okay, aber kein Antagonist mit Gewicht.
Das Finale liefert dafür ordentliche Kämpfe, solide Choreografie und natürlich das obligatorische Bösewicht-Gelaber, statt einfach den Abzug zu drücken.
Unterm Strich bleibt eine Fortsetzung, die dank starker Action und Adkins’ Präsenz gut unterhält. Die Story ist kurzweilig, aber dünn, die Bösewichte kaum ernst zu nehmen und manche Entscheidungen klar plotbegünstigt. Was fehlt, sind ikonische Money Shots wie im Original.
6,5/10 Punkten. Schön ist, dass man bei der Motorradverfolgung mit Explosionen links und rechts kurz Adkins’ Stuntdouble mit Schutzbrille erkennt. Realismus endet eben dort, wo die Brille anfängt.