Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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1,5
Veröffentlicht am 11. Dezember 2025
Charles Dickens: Der Mann, der sich vermutlich im Grabe umdreht...

Les Standiford schrieb 2008 ein Buch über Charles Dickens, der ein Buch schrieb… Aber natürlich nicht irgend ein Buch, sondern „Die Weihnachtsgeschichte“, vermutlich Dickens berühmtester Roman, noch vor „Oliver Twist“. Die charmante und manchmal auch düstere Story über den alten, geizigen Scrooge kennt vermutlich jeder, nicht zuletzt, weil es unzählige Adaptionen des Stoffes gibt, allein im Filmbereich.
Der Stoff ist fest verankert in der Literatur und wird in weniger als 20 Weihnachten 200 Jahre alt. Eine Geschichte über die Entwicklung dieser Geschichte ist deswegen nicht gerade uninteressant. Standifords „Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“ erschien 2008 und wurde schließlich nur neun Jahre später verfilmt. Das Potential für einen hübschen und rührenden Weihnachtsfilm über die wohl berühmteste Weihnachtsgeschichte war hier definitiv gegeben, noch dazu mit einem recht stolzen Cast. Leider ist das Endergebnis alles andere als überzeugend geworden, sondern eher ein konfuses und kitschiges, ja fast schon manipulatives Werk.

Worum geht's: Charles Dickens hat im Jahr 1843 mit einigen Flops zu kämpfen und will diese Durststrecke nun beenden. Und er hat die passende Idee: Ein Geizhals namens Scrooge, inmitten der Weihnachtszeit mit übernatürlichen Elementen. Aber natürlich wird Charles für diese Idee eher belächelt. Der jedoch führt in seinem Kopf bereits tiefsinnige Gespräche mit seinen Figuren…

Filme über Autoren und deren Werke können richtig großartig sein, siehe „Adaptation“ (2002) oder „Die Wonder Boys“ (2000), aber auch sehr ernüchternd und langweilig („Tolkien“ von 2019). „Charles Dickens“ fällt leider ganz klar in die zweite Kategorie. Die Idee, dass Dickens seine Figuren sieht und mit ihnen während des Prozesses redet, ist sehr unterhaltsam und gibt der Story die Chance eine andere Facette von Scrooge zu zeigen (die anderen Figuren kommen kaum vor). Und Christopher Plummer (er verkörpert den knausrigen Geizhals) nutzt dieses Potential auch ganz gut aus.

Doch viel mehr Positives kann ich leider nicht hervor heben, denn die ganze Inszenierung der Geschichte ist so Klischeehaft und kitschig erzählt, dass sie selbst für einen Weihnachtsfilm unerträglich ist. Das ganze Drama um Dickens, der sich in seiner Welt verliert und dabei die Familie vernachlässigt, erzählt sich überhaupt nicht. Zumindest emotional nicht. Mir waren alle Figuren komplett egal, weil das Ganze derartig seelen- und mutlos präsentiert wird, dass ich einige der dramatischen Szenen eher amüsant fand, gerade die peinlichen Flashbacks mit Charles als Kind. Ich hab einfach niemandem wirklich etwas abgenommen, außer Plummer, der den Scrooge sehr passend verkörpert. Dickens selber jedoch ist ein überaus anstrengender und teilweise unsympathischer Protagonist. Dass die ganze Geschichte hier über ihn historisch nicht immer akkurat sein wird, sei mal dahin gestellt. Doch selbst in dieser kitschigen und manipulativen Fiktion sollte die Titelfigur ein sympathischer und zumindest nachvollziehbarer Hauptcharakter sein. Das schafft der Film aber überhaupt nicht. Andere Figuren, wie Charles´ Vater oder die Ehefrau, bleiben blass und uninteressant. Und jegliche Art von Drama wirkt am Ende extrem forciert und leider unfreiwillig komisch.

Der Cast kann dabei auch nicht viel zeigen, bis auf Plummer. Dan Stevens als Charles Dickens ist in meinen Augen zu glatt und zu langweilig. Er gibt den typischen kreativen Wunderknaben, der immer an der Schwelle zum Wahnsinn steht, seine Liebenden vernachlässigt, aber am Ende natürlich das Herz am rechten Fleck hat… Und so einfallslos wie die Figur geschrieben ist, so einfallslos spielt Stevens diesen Charakter leider auch. Auch der sonst immer großartige Jonathan Pryce liefert hier gefühlt eher eine Autopilot-Performance ab. Der Rest des Casts bleibt ebenso unauffällig.

Auch im technischen Bereich bleibt der Film enttäuschend. Die Kameraführung ist einfallslos und den Score von Mychael Danna habe ich nie wirklich wahrgenommen. Dabei liefert Danna eigentlich immer gute Arbeit ab… Und auch die deutsche Synchro ist übrigens nicht gut, vor allem Dickens Sprecher gefällt mir überhaupt nicht. Warum konnte Stevens nicht seinen Stammsprecher aus „Downton Abbey“ bekommen?

Fazit: „Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand“ ist nur für hartgesottene und schmerzfreie Fans des Originals. Wer einen ehrlichen und unterhaltsamen Blick auf die Entstehung des berühmten Weihnachtsbuches möchte, wird hier leider enttäuscht. Auch der Weihnachtsflair bleibt über weite Teile irgendwie aus. Bis auf ein paar hübsche Ideen, verkommt das Ganze zu einem einfallslosen und manipulativem Werk ohne jeglichen Anspruch!
Isabelle D.
Isabelle D.

330 Follower 512 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 27. November 2018
"Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand" von Bharat Nalluri ist ein richtig schöner Weihnachtsfilm, der einen trotz vereinzelter Längen in festliche Stimmung und weihnachtliche Vorfreude versetzt. Erzählt wird die Geschichte von Charles Dickens, wie er möglicherweise auf die Idee mit seiner Weihnachtsgeschichte gekommen ist. Einiges davon dürfte mit seiner Biografie übereinstimmen, anderes wahrscheinlich nicht. Aber das ist im Grunde auch Nebensache - denn was wir hier zu sehen bekommen, ist eine wunderbare Verschmelzung von Fiktion und Realität, die den Geist von Dickens' wunderbarer Weihnachtsgeschichte zum Leben erweckt.

Fazit: Liebevoll gemachter, märchenhafter Film mit Humor und liebenswerten Figuren. Perfekt für die Adventszeit. Lohnt sich!
Johannes G.
Johannes G.

192 Follower 312 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 24. November 2018
Wirkt etwas bemüht beim Versuch, eine Parallele zwischen Dickens und Scrooge zu konstruieren, die beide an Weihnachtsfest ihr Verhalten überdenken - das passt nur bedingt, da anders als Scrooge die Figur des Dickens trotz seiner Fehler ja gerade kein Misanthrop ist. Dazu kommen Längen im Mittelteil: Es ist aus meiner Sicht nicht ganz klar, ob sich der Film an Zuschauer richten soll, die die Weihnachtsgeschichte kennen (denen ist oft klar, was mit recht langem Anlauf die Pointe der aktuellen Szene werden soll) oder nicht (dann würde man viele Referenzen nicht verstehen). Und dennoch: Ich kann nicht leugnen, dass lustige bis nachdenkenswerte Momente vorkommen und vor allem, dass das Finale Weihnachtsstimmung erzeugt!
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