(Vorsicht Spoiler) Ein Literaturprofessor erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, woraufhin ihm auffällt, dass sein bisheriges Leben eigentlich nicht lustig und lebenswert genug war. Eine übliche Eröffnung, wenn es um den Wert des Lebens geht. Den Rest seiner wenigen verbliebenen Zeit verbringt er daraufhin indes konsequent im Alkohol- und Pillenrausch, brüstet sich des „ungeschützten Verkehrs“ und allerhand anderer Experimente auf seiner Regression in die Welt der Pubertät. Seine Studenten beglückt er mit verschenkten gute Noten, gefolgt von Bedeutungsschwangerem aus dem „Carpe Diem“-Regal: „Ihr seid die Besten!“ läßt er sie am Ende wissen, auch wenn niemandem recht klar wird, wieso eigentlich. Echte Dialoge zwischen ihm und seinen Studenten gab es nicht, so dass man leider inspirierende Lebenserkenntnisse eines sterbenden Intellektuellen a la „Club der toten Dichter“ nicht einmal ansatzweise erwarten darf. Selbst Frau und Tochter verheimlicht er bis zuletzt sein Schicksal und nimmt auch dort jedem alle Möglichkeiten, irgendetwas besser oder liebevoller zu machen als bisher. Was bleibt, ist ein trauriges Bild eines Einzelgängers, der eben gerade nicht aus seinem tristen Leben ausbrechen kann, weil es tragischerweise genau das abbildet, was er schon immer war und blieb: eine oberflächliche Person ohne die Tiefe, auf den letzten Metern irgendetwas zu verbessern. Dies hätte ein origineller neuer tragischer Plot werden können, wäre er gewollt gewesen. Vielleicht sogar ein künstlerisches Selbstportrait eines Schauspielers am Ende seines Weges. Der Film erscheint indes eher unfreiwillig so. Der Protagonist suggeriert dem Zuschauer stattdessen bierernst, die tristen Alkohol- und Drogenexzesse und austauschbaren oralen Platitüden wären ein revolutionärer Angriff auf den bürgerlichen Konformismus und Weckruf, das Leben zu nutzen. Nur wozu? Diese Antwort bleibt der Film einfach restlos schuldig. Das ist dann am Ende doch enttäuschend. Schließlich ist der Hauch jener Erkenntnis das eigentliche Kernversprechen dieses Genres.