Was wurde nicht alles über den Film und der Meisterleistung Joaquin Phoenix geschrieben und gesagt. "Meisterwerk" "Oscarwürdig". Doch nach den 122 Minuten, die "Joker" seine Zuschauer an die Fernseher/Kinoleinwände fesselt muss ich ernüchternd feststellen, dass der Film nicht mehr als ein mittelklassiger Versuch ist die Entstehung des DC Bösewichts Joker zu erklären. Die Erklärung - sehr seicht, dennoch in Ordnung - ist dabei, wenn man sie im Kontext des DC Universums betrachtet ganz passabel. Schließlich handelt es sich hier nicht um eine präzise Verarbeitung real geschehener Umstände und es wird auch nicht nach einer Handlungserklärung einer tatsächlichen Figur gestrebt.
Was jedoch, auch im DC Universium, sauer aufstößt, sind die unerklärlichen Verhaltensweisen einiger tragender Figuren in diesem Film, der insgesamt nicht packend ist.spoiler: Die beiden Polizeibeamten, die es nicht hinkriegen Joker zu fassen, weil sie zum einen ständig zu Fuß unterwegs sind und sich zudem sehr dumm verhalten, wenn sie Joker auffordern stehen zu bleiben, der am Fuße einer 1000 stufigen Treppe steht, während sie - noch gänzlich unbemerkt von ihm, noch ganz oben sind. Das der unter Mordverdacht stehende Joker sich nicht gleich ergibt und 5 Minuten am Treppenende auf die Polizisten wartet dürfte den beiden klar sein.
Doch Joker "entkommt" und geht in eine Late Night Show, wo er vor laufender Kamera zugibt drei Menschen getötet zu haben. Die Reaktion des Publikums, des Moderators und des Produzenten? Keine! Absolut keine Reaktion bis auf ein "na na... das können Sie doch nicht machen".
Joker wird fast ausschließlich vom Hauptdarsteller getragen. Und für einen so gehypten Film ist das einfach zu wenig. Es fehlt Tiefe, Atmosphäre und letztendlich auch Realitätsnähe für einen Film, der den Anspruch hat, genau das zu sein. Das Verhalten vieler Figuren (u.a. von Thomas Wayne und Alfred) mutet einfach befremdlich an und scheint auf biegen und brechen so zurecht gebogen zu sein, damit um in den Rahmen der schwachen Handlung zu passen. Für mich reicht es da nicht über 3 von 5 Punkten.
Wahrscheinlich einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Es entsteht eine ganz eigene, drückend und geradezu anstrengende Atmosphäre während man dem zunehmenden geistigen Verfall des Arthur Fleck zusieht. Unabhängig von DC oder der Figur des Jokers würde dieser Film auch genausogut eigenständig funktionieren. Die schauspielerische Leistung von Phoenix steht ausser Frage und ist nahezu meisterhaft. Die ein oder andere Möglichkeit für Interpretation ist gegebenund zu guter Letzt kann man sich wahrlich seinen eigenen Reim auf das Geschehen machen und wie es dazu kam. Wahnsinn ist wie Schwerkraft: Man braucht nichts weiter als einen kleinen Schubs
Also ich kann mich einigen hier absolut nicht anschließen, dass dies ein Meisterwerk wäre.. Selbst mit Ironie könnte ich es nicht mal so nennen. Ich frage mich immer wieder wieso.. Diesen film bis fast 30 Minuten vor dem Ende anzuschauen war für mich schon ne Zumutung. Vergeudete Lebenszeit..
Selten einen so kaputten und durchgeknallten Film gesehen. Und selten einen so guten Film gesehen. Joaquin Phoenix ist einfach nur genial. Für mich seine beste Leistung neben Walk the Line. Absolut sehenswert.
Für mich ein Meisterwerk.... sozial kritisch, eines der besten Schauspielleistung der letzten Jahre. Was soll ich noch mehr zum Film Sagen ? Meisterwerk. 5/5 Sterne.
Empfehlung: Anschauen und jede Minute geniessen !!!!