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    In The Mood For Love
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    3,6
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    5 User-Kritiken

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    BrodiesFilmkritiken
    BrodiesFilmkritiken

    9.974 Follower 4.929 Kritiken User folgen

    3,5
    Veröffentlicht am 9. September 2017
    Das war ich noch unaufmerksamer als sonst: mir ist erst als ichs nachgelesen habe klar geworden dass dieser Film ein erster Teil 1 und ich die Fortsetzung erst vor kurzem geschaut habe, das war nämlich „2046“. Wer genau aufpasst merkt auch warum das Sequel dann eben jenen Titel trug. Woran mans aber hätte merken können: der Film ist genauso verdreht wie der zweite Teil, er hat die gleiche Hauptfigur und ich hab nahezu nichts gerafft. Nur erkannt: damit meine ich die ganz eigene, eigenartige Atmosphäre voller Trauer und Ratlosigkeit die sich mehr und mehr mit Phantasie und abgedrehten Dingen vermengt. Außerdem gibt’s bei allem eine wunderschöne Love Story, nicht hollywoodgewohnt „verkitscht“ sondern zärtlich und schön, dabei aber (aufgrund der Umstände) ebenso belastend und traurig. Daher hat der Film es wohl irgendwie zum Kultfilm gebracht – zumindest für ein eingeweihtes, verständiges, kleines Publikum. Der Rest der Welt dürfte damit wenig anfangen können … ich zähle dann wohl zum Rest.

    Fazit: Filmische Komposition aus Schönheit, Trauer, Phantasie und Liebe – sehr vielseitig und eben darum wohl nicht für jeden zugänglich
    Kino:
    Anonymer User
    5,0
    Veröffentlicht am 9. Dezember 2017
    Vermutlich absolut nicht mainstream-tauglich, aber evtl. täusche ich mich auch.
    Kamera, Musik (oh, was für großartige Musik), die Kleider der Hauptakteurin, Schnitt, Erzähltempo und -Art - alles einfach nur traumhaft.
    Das' große Filmkunst!
    Josi1957
    Josi1957

    92 Follower 828 Kritiken User folgen

    5,0
    Veröffentlicht am 27. Oktober 2022
    Bittersüßes von Regiegenie Wong Kar-wai (*Chungking Express*, *Happy Together*), Darsteller, Bilder und Soundtrack sind eine Wucht!
    Kino:
    Anonymer User
    4,0
    Veröffentlicht am 25. Februar 2010
    Chow Mo-Wan (Tony Leung Chiu Wai), ein freischaffener Schriftsteller und Su Li-zhen (Maggie Cheung), Sekretärin, zwei Nachbarn kommen sich, aufgrund der Abwesenheit ihrer Partner, langsam näher. Sie müssen aber diese romantische Beziehung vor ihren Partnern und verheimlichen. Das Schicksal nimmt seinen Lauf...



    Kritik:

    "In The Mood For Love" zeigt auf geheimnisvolle Art und Weise nicht greifbare Empfindungen der Darsteller: Chow Mo-Wan und Su Li-zhen spielen ihre Rollen feinfühlig, mit subtiler Mimik und Gestik. Das nicht zu befriedigende Verlangen nach dem Anderen - durch das eigene Gewissen, lässt soetwas wie Spannung entstehen. Der Zwiespalt und die Unentschlossenheit zwischen Anhalten an eigenen Prinzipien oder Hingabe der Gefühle. In einigen Szenen steht das Szenenbild im Kontrast zum Inhalt, und betont diesen geschickt dadurch. Der "Tratsch" und das gut gemeinte sich gegenseitige "Bewachen", der Nachbarn, belastet die Verliebten. Denn das Misstrauen der Mitmenschen ist es, das sie nicht brauchen. Hier wird deutlich, dass die Ehrlichkeit vor sich selbst nicht reicht für das Vertrauen der Anderen. Die Korrektheit sich selbst gegenüber ist nicht genug, wenn von außen die Eindrücke anders sind.



    Die optische Aufmachung ist sehr ansehnlich. Die Wichtigkeit des ästhetisch-visuellen Aspekts spielt für die Wirkung dieses Films eine große Rolle. Die Kameraarbeit ist ausgezeichnet, die Bildaufteilung und Szenenbild sind

    bedächtig gewählt. Bildausschnitte sind ungewöhnlich und doch überzeugend. Das Spiel mit der Schärfe und Unschärfe ist auch erwähnenswert, hier beziehe ich mich auf den Umgang mit Unschärfe im Vordergrund befindlicher Gegenstände. Man bedient sich also auch in Hong Kong des Splitscreens.



    Die Drehorte, Szenarien und Requisiten sind einheitlich und klassisch. Die Kostüme und besonders die Kleider Su Li-zhens sind maßgeschneidert und unheimlich ansprechend. Alle sind in Handarbeit zu diesem Film entstanden. Aus dieser Aufmachung resultiert auch die nostalgische, etwas surrealistische Atmosphäre. Diese verträumte Stimmung versetzt den Zuschauer erfolgreich ins Jahr 1964 zurück. Hinzu kommt das, selten so ästhetisch gesehene, Rauchen von Zigaretten.



    Die Musik von "Shigeru Umebayashi" untermalt die Melancholie des Films und betont die Leidenschaft der unterdrückten Liebe. Ein an den passenden Stellen immer wiederkehrendes Thema mit tragender Violinen-Melodie ist zum dahinschmelzen und mit schon fast schmerzender Intensität.



    Etwas störend sind die Dialoge (zumindest im Deutschen). An einigen Stellen wird der (in jeder Hinsicht) latente Umgang dieser Liebhaber miteinander durch ungeschickt-direkte Sprache unterbrochen. Auch die Handlung lässt, wie auch deren Inszenierung zu wünschen übrig. Das künstlerische Ende und die visuelle Wirkung machen diese Schwächen fast wett.



    In diesem Werk steckt noch wesentlich mehr Wong Kar-Wai drin als in dem nahtlos anschließenden zweiten Teil "2046" oder "My Blueberry Nights". "Der Klang der Liebe" als Untertitel täuscht als Zeichen für Kitsch. Darauf wartet man zum Glück vergebens.



    Fazit:

    Ein künstlerisch-melancholisches Liebesdrama. Visuell ausgereift, der Handlung fehlt es aber an Pepp. Subtile Erotik, latent aber dennoch ins Auge fallend. Arthaus-Kino made in Hong Kong.

    Kino:
    Anonymer User
    3,5
    Veröffentlicht am 19. März 2010
    Partnertausch, partner swap, échangisme - allein die Tatsache, dass so gut wie alle Sprachen einen Ausdruck oder ein Wort für

    jenes Phänomen, dass Frau A nun mit Mann B und Mann A mit Frau B verbändelt ist, zu besitzen scheinen, zeugt davon, dass jene tabubehaftete Verquickung wohl kaum die Ausnahme in unserer Gesellschaft darstellt.



    Doch was macht das scheinbar Unwahrscheinliche so wahrscheinlich?

    Dieser Frage wird in "In mood for love" nachgegangen. Die Antwort darauf offenbart sich in subtilen Zwischentönen, in latenter Spannung, in einem fulminanten Tabubruch in beruflich-häuslicher Umgebung. Der Film bezieht seine epische Tiefe aus dem Verborgenen: Das Ungezeigte, Ungesagte, Verdichtete und

    Vermengte ist immer präsent. Das Kunststück, Unsichtbares und Ungezeigtes dauerhaft ins Bewusstsein zu rufen, wird durch einen simplen Trick bewerkstelligt:

    Der Film ergeht sich in profanen Alltagszenen, schaut den Protagonisten bei der Arbeit zu, beim Essen, beim Spielen, beim Kochen. Diese Alltags-Gegenwelt wird kontrapunktiert durch leidenschaftliche, farblich akzentuierte Szenen, deren stetes immmer-gleiches Leitmotiv, die musikalische

    Untermalung "Te Quiero Dijiste", genügen muss, um Gedanken, Gefühle, Zärtlichkeiten zum Ausdruck zu bringen. Explizite Gesten kommen nur in einem gelegentlichen

    Überstreichen der Hände oder in einer zärtlichen Umarmung zum Ausdruck. Ob die beiden Betrogenen neben Schreiben, Essen und Träumen überdies noch

    weitere Aktivitäten - insbesondere körperlicher Natur - gemeinsam verbringen - der Film verrät es nicht.

    Einiges wird angedeutet, nichts wird vollendst preisgegeben. Nur die immergleiche Melodie lässt ein wenig von dem erahnen, was sich zwischen der zeitlichen Raffung abgespielt haben muss.



    Die Musik ist überhaupt das Kapital, von dem der

    Film zehrt: Gerade "Quizas, Quizas, Quizas" scheint so viele Nuancen in sich zu vereinen, ganz gleich ob Leidenschaft, Zweifel, Sehnsucht oder besinnungslose Hingabe,

    dass diese Melodie jeder Szene kontextuell der fortschreitenden Entwicklung entsprechend einen anderen emotionalen Anstrich verpasst.

    Der innere Zwiespalt der Protagonisten offenbart sich nicht nur in dem Kontrast dieser beiden Gegenwelten Alltagsroutine und entfachter, perzeptuell von Musik getragener Leidenschaft. Darüber hinaus exprimiert er sich auch in der unentwegten Suche nach Legitimation für das gesellschaftlich ungewollte Handeln der Betrogenen:



    Was als mitunter glaubwürdiger Versuch, die Untreue der Ehepartner durch eine eigene Konfrontationstherapie zu bewältigen, begann, muss immer mehr als Ausrede herhalten für eine Annäherung, die nicht sein soll, aber sein will.

    Allzu lange bilden sich die beiden ein, über den Dingen zu stehen, als sei man vor eigenen Gefühlsschwankungen und Sentimentalitäten gefeit. Immer das Feindbild des Eherbrechers vor Augen, genieren sich die Betrogenen wie an die Luft gesetzte Fische bei der Entdeckung, dass auch sie imstande sind, "verbotene" Gefühle zu entwickeln. Sie kultivieren dabei ein unentschlossenes Jein auf die Frage, ob sie ihre gesellschaftlichen Prägung missachten oder ihr Tun und Fühlen dem Joch der ehelichen Treuevorstellung unterordnen wollen.



    Dies bringt einige Unzulänglichkeiten, Wenns und Abers mit sich, die sich in allerhand Allüren und umständlichen Kommunikationsformen

    Bahn brechen. Nicht selten wird der Zuschauer bei diesem Versteckspiel an der Nase herumgeführt. Standpauken und Abschiede entpuppen sich plötzlich als fingierter Probelauf für das Unausweichliche. Ich werde Zeuge von echten Tränen zu falschen Abschieden und gerate über dieses Wirrwarr der Realitäten

    in eine konfuse Verzückung. Die Betrogenen spielen alle Zukunftsoptionen nach und nach durch und die Frage schwebt im Raum, für welche Handlungskonfiguration sich die beiden letztendlich entscheiden werden.



    Sollen sie den Ehebruch getrost ignorieren nach der Heimkehr der Untreuen und

    damit ihre Ehe um jeden Preis retten? Sollen sie einen Neuanfang in neuen Verhältnissen wagen?



    Egal, was die beiden auch in die Wagschale werfen,

    es kommt stets Mischkost dabei heraus. Und so sind die Unentschlossenen schließlich in einem Punkt konsequent, nämlich darin, dass sie weiterhin so inkonsequent sind wie bisher.

    Der Versuch, sich von der Geliebten zu lösen durch eine neue Arbeit in Singapur, vollzieht sich dementsprechend nur halbherzig und kommt nicht ohne

    den Wink mit dem Zaunpfahl aus, ob "sie mitkommen würde, wenn er ein Ticket für sie nach Singapur hinterlegt hätte". Und so sind die Protagonisten wohl für immer dazu verdammt, auf Distanz zu gehen, um sich dann wieder anzunähern, wie zwei ungleichmäßig

    rotierende Magneten, die sich mal mit gleichen, mal mit verschiedenen Polen gegenüberstehen. Ob Su Li-zhens Beichte zum Schluss des Films als Anzeichen zu werten ist, mit allem abgeschworen zu haben, ist vor diesem Hintergrund recht zweifelhaft. Schließlich vertraut er sein Geheimnis einem Gemäuer an,

    dessen Grasnaben-Dichtung wohl mit dem nächsten Monsunregen weggeschwemmt werden wird.
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