Was für ein Horror… wie langweilig diese Fortsetzung geworden ist!
Der Horrorfilm „A Quiet Place“ von 2018 war trotz seiner immensen Logiklücken ein netter, kleiner Horrorfilm von John Krasinski, der auch die Hauptrolle übernahm. Die Geschichte war hier und da sehr dumm, aber am Ende des Tages solide zu Ende erzählt. Klar war die Handlung offen für eine Fortsetzung, aber die hätte es nicht gebraucht. Leider sah das Paramount, das Studio, das den Film herausbrachte, anders. Selbst Krasinski hatte zunächst keine Lust nochmal die Regie zu übernehmen, aber am Ende kann man mit Geld alles erreichen… „A Quiet Place 2“ erschien genau zum Beginn der Pandemie und wurde aufgrund dessen um ein Jahr verschoben. Ich erinnere mich noch gut an einige Preview-Ausschnitte, die vor allem den Anfang des Films gezeigt haben. Kein Wunder, wie ich finde, denn die Fortsetzung ist nach den ersten zehn Minuten einer der langweiligsten Streifen des Jahres!
Die Story: Nachdem die Abbott-Familie aus ihrem Heim vertrieben und Daddy bei dem letzten Angriff der Aliens ums Leben kam, schlagen sich Mutter Evelyn und ihre drei Kids durch, um andere Überlebende zu finden. Und siehe da: Sie treffen auf einen alten Bekannten aus früheren Zeiten, noch bevor die Erde angegriffen wurde. Doch die älteste Tochter Regan hat eine Idee, wie man alle Leute retten könnte und bricht dazu auf eine gefährliche Mission auf…
Hätte Krasinski mal die Finger von dem Projekt gelassen. Ich bin wirklich erstaunt darüber, dass die Fortsetzung so hoch angesehen ist bei Zuschauern. Ich finde bereits den ersten Teil ziemlich überbewertet, aber Teil 2 ist vor allem langweilig. Die Story ist so einfallslos und uninteressant, dass ich mehrmals auf die Uhr geguckt habe. Bis auf Regan und Emmett (die neue Figur im Film), haben alle anderen von der Abbott-Familie quasi Nichts zu tun. Und deswegen werden immer wieder absurd dämliche Gründe für Drama und Action gesucht. Die bösen Aliens variieren dabei zwischen unnatürlich intelligent und extrem dumm, wie es das Drehbuch gerade braucht. Die Logik ist in diesem Film sogar noch abwesender als in Teil 1. Wichtige Regeln aus dem ersten Film werden einfach ignoriert und einige Charaktere scheinen selbst nach Jahren in der Apokalypse nicht verstanden zu haben, dass man keinen Ton von sich geben sollte, wenn Gefahr lauert.
Der Rest ist uninspirierter Hollywood-Kitsch, gemischt mit vielen Klischees, die man aus diesen Filmen kennt. Und am Ende sind wir gefühlt keinen Schritt weiter. Das Finale ist praktisch das Gleiche vom ersten Film… Nur die ersten zehn Minuten (der Flashback zu Tag 1) waren zumindest unterhaltsam. Kein Wunder, dass 2024 ein Spin-off-Film heraus kam, der nur an diesem ersten Tag spielt. Denn ich bin ehrlicherweise überhaupt nicht daran interessiert, wie es hier weiter geht!
Der Horror ist zudem auch vollkommen lahm. Für mich sind die „Quiet Place“-Filme sowieso kein wirklicher Horror, sondern eher klassische Monsterfilme a la „Jurassic Park“. Die meisten Momente sind am Ende des Tages dann auch plumpe Action mit menschlichen Figuren, die manchmal mit etwas Glück die bösen CGI-Monster erledigen können. Ein paar unterhaltsame Momente sind dabei, ja, aber mehr auch nicht. Die Effekte wirken zudem sehr künstlich!
Der Cast ist ok, die Kinderdarsteller sind dabei noch fast am besten, aber auch Cillian Murphy ist wie immer gut. Der Score von Marco Beltrami ist leider wie so oft einfallslos und unnötig, aber ich mochte ein paar Momente, in denen wir die Perspektive der taubstummen Regan einnehmen und nichts hören.
Fazit: „A Quiet Place 2“ ist eine absolut langweilige und uninspirierte Fortsetzung! Ich wusste schon, warum mich die Trailer nie wirklich angesprochen haben… Mehr als einfallslose CGI-Monster-Action wird hier kaum geboten, denn die Figuren sind uninteressant und typische Stereotypen des Genres. Und vor allem die gigantischen Logiklücken machen das Ganze für mich so unzugänglich. Beide Filme wirken am Ende wie eine ganz gute Idee, die aber nie zu Ende gedacht und nur oberflächlich umgesetzt wurde!