Tom Harper ist der Regisseur der Tragikomödie âWild Roseâ. Das Drehbuch schrieb Nicole Taylor.
Die junge Rose-Lynn (Jessie Buckley) wird nach einem Jahr Freiheitsentzug aus dem GefĂ€ngnis entlassen. Die talentierte Country-SĂ€ngerin aus Glasgow möchte nach Nashville. Als junge Mutter zweier Kinder erhĂ€lt sie von ihrer wohlhabenden Arbeitgeberin Susannah (Sophie Okonedo) die Chance, deren Verbindungen fĂŒr die Realisierung ihres Plans zu nutzen.
Musiker-Dramen werden ĂŒberwiegend nach demselben Masterplot konstruiert. Zu Beginn das Aufstreben, dann ein tiefer Fall gefolgt von einem Aufschwung, Erfolg, Happy End o.Ă€. Das ist wegen der Vorhersehbarkeit solcher Geschichten auf die Dauer etwas ernĂŒchternd. Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel, âWild Roseâ darf sich nicht dazu zĂ€hlen.
Dennoch hat Tom Harper, der mit Fernsehserien wie âMisfitsâ, âPeaky Blindersâ sowie âKrieg und Friedenâ zum Erfolg gekommen ist, seinem Werk eine gelungene unterhaltsame Verpackung gegeben. Der Regisseur profitiert zunĂ€chst von der irischen Schauspielerin und SĂ€ngerin Jessie Buckley, die mit ihrer sympathischen Ausstrahlung das Publikum verzaubern kann. Da sie zudem die Songs im Film selbst singt, gibt das dem Ganzen ein Mehr an AuthentizitĂ€t.
Rose-Lynn wird als sehr emotional gesteuerter Charakter eingefĂŒhrt, zuweilen explodierend, nachlĂ€ssig, rĂŒcksichtslos, mit krimineller Energie. Die im Verlaufe der Geschichte vollfĂŒhrte Charakterverwandlung zum besseren Menschen oder Besinnung zum wirklichen Leben ist an sich unglaubwĂŒrdig, fĂŒr die kurze ErzĂ€hlzeit erst recht. Das kann nicht der Komödie untergeschoben werden, aber leider dem Masterplot. Was jedoch alles zusammenhĂ€lt, ist der ausgewogen einfallsreiche Humor, den Harper seiner wild/gently Rose-Lynn mitgibt. Dadurch erlebt das Publikum von Vor- bis Abspann reichlich KinovergnĂŒgen sowie berĂŒhrende Szenen.
âWild Roseâ vermag ein real wirkendes Sozialdrama nur zum Teil ausdrĂŒcken zu können, begeistert aber als Komödie.