Ach herrje! Audrey Hepburn ist auch nach 65 Jahren immer noch einfach unwiderstehlich! Es ist nicht überraschend, dass ihr die Männer in Scharen verfallen, sie hat eine so wunderbare, bezaubernde Aura. Und diese Rolle hier als die lebenslustige Holly Golightly ist ihre ikonischste, die Rolle ihres Lebens könnte man sagen. “Frühstück bei Tiffany” ist zweifelsohne einer der ganz großen Klassiker der Filmgeschichte und hat selbst jetzt nach all diesen Jahren nichts von seinem Zauber verloren!
Audrey Hepburns Figur ist auf der einen Seite das wilde, lebenslustige Partygirl, das nur so in den Tag hineinlebt, ihrem Kater keinen Namen gegeben hat (der hat ja seinen eigenen Kopf!) und die Männer reihenweise um den Finger wickelt. Dabei geht es ihr vordergründig nur um Materielles, sie ist bereit, über Nacht irgendeinen Mann zu heiraten, wenn er denn nur genügend Geld hat. Falls es ihr mal irgendwann nicht so gut gehen sollte, muss sie nur zum Luxusjuweliergeschäft “Tiffany & Co.” Gehen, schon geht es ihr wieder besser. Gleichzeitig ist sie aber auch eine rastlose Seele, die nicht weiß, wer sie ist und wohin sie gehört. Paul sagt am Schluss zu ihr, das Problem sei, dass sie einfach zu viel Angst habe und damit trifft er es eigentlich genau auf den Punkt. Und damit hat der Film dann neben der komödiantischen auch eine wirklich tragische und im besten Sinne dramatische Seite.
Audrey Hepburn überstrahlt dabei alle ihre Mitschauspieler um ein Vielfaches, sie ist das emotionale und dramatische Zentrum des Films. George Peppard (hier noch jung) versucht ihr Gegenpart zu sein, der sich zart anbahnenden Liebesgeschichte ist er genauso hilflos ausgeliefert, wie wir Zuschauer und es braucht dann doch einige Zeit, bis er in der Lage ist, den oben zitierten Satz zu ihr zu sagen und auch (vielleicht als einer der ganz wenigen Menschen überhaupt) ihr Inneres zu erreichen. Über Mickey Rooney wollen wir lieber nicht sprechen, da haben sich schon ganze Generationen an Filmkritikern abgearbeitet. Seine Rolle erfordert sicherlich keinen Chinesen, das hätte auch ein griesgrämiger amerikanischer Nachbar sein können, aber die Buchvorlage hat es so vorgegeben und 1961 hat man solche Rollen eben nicht mit “echten” Chinesen besetzt. Geschenkt.
FAZIT: Einer der ganz großen Klassiker mit einer wunderbaren Audrey Hepburn in “ihrer” Rolle. Komisch und tragisch zugleich, in jedem Fall aber auch nach 65 Jahren noch immer sehr unterhaltsam. Ein wundervoller, ganz großartiger Film!