Mord in Saint-Tropez
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Lemmiblog
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3,0
Veröffentlicht am 10. September 2026
WER IST DER BEINAHE-MÖRDER?

In einer Villa, in der sich hauptsächlich Superreiche und fast nur schöne Frauen tummeln, sabotiert jemand die Bremsleitung eines Wagens. Jacques Chirac persönlich setzt die Polizei darauf an und natürlich schickt man nur den besten dafür. Blöd nur, dass der gerade nicht verfügbar ist. Also muss Inspektor Jean Boulin ran.

Mord in Saint-Tropez von 2021 geht ca. 90 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine französische Komödie, die im Jahr 1970 spielt und das Schöne ist: Weder die Geschichte noch ihre Figuren werden auch nur eine Sekunde ernst genommen. Das Ganze ist leichtfüßig, albern und schnell weggeschaut.
Christian Clavier gibt uns den dezent trotteligen Inspektor und zeigt direkt zu Beginn, warum Milchkaffee und Sardinen eine gefährliche Kombination darstellen. Gérard Depardieu als sein Chef kann einem nur leidtun. Allerdings hatte ich bei jedem seiner Auftritte das Gefühl, Danny DeVito als Pinguin vor mir zu sehen.
Auch die restlichen Figuren in diesem Cluedo für Arme sind herrlich überzogen und werden mit zunehmender Laufzeit immer alberner. Die eigentliche Frage nach dem Täter wird dabei fast zur Nebensache. Interessanter ist irgendwann, wer mit wem ins Bett steigt und welche Katastrophe Boulin als Nächstes verursacht.
Leider ziehen sich manche Stellen trotz der kurzen Laufzeit und einige Gags wollen so offensichtlich einen Lacher erzwingen, dass man die Pointe mit Anlauf kommen sieht. Insgesamt bleibt das Ganze aber angenehm locker und besitzt genügend sympathischen Blödsinn.
Unterm Strich bleibt ein kurzweiliger und spaßiger Streifen für zwischendurch. Gehirn auf Sparflamme, französisches Chaos genießen und bloß nicht versuchen, hier einen ausgeklügelten Agatha-Christie-Krimi zu finden.

6,5/10 Punkten. Christian Clavier wollte unbedingt einmal mit Benoît Poelvoorde drehen und der Film wurde tatsächlich um dieses gewünschte Zusammenspiel herum entwickelt. Im Grunde also ein 90-minütiger Vorwand, um endlich gemeinsam Blödsinn machen zu dürfen.
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