Das Verschwinden des Josef Mengele
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Kinobengel
Kinobengel

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4,5
Veröffentlicht am 26. Oktober 2025
Zerfall


Josef Mengele (August Diehl), einer der im Konzentrationslager Auschwitz eingesetzten Ärzte, gelingt Ende der 1940er die Flucht von Deutschland nach Südamerika. Er wechselt einige Male seinen Rückzugsort, denn die Angst vor der Entdeckung zermürbt ihn.

Kirill Serebrennikov („Leto“, 2018; „Petrov’s Flu“, 2021) verfilmt die 2017 erschienene Romanvorlage des Franzosen Olivier Guez nach eigenem Drehbuch.

Der russische Filmemacher bietet dem Publikum keinen Thriller, sondern Beobachtungskino vom Feinsten. Die vorherrschend in Schwarzweiß gehaltenen Bilder von Serebrennikovs Stammkameramann Vladislav Opelyants zeigen überwiegend die Zeit ab 1956. Größere Zeitsprünge, vor- wie rückwärts verdeutlichen die Veränderungen des psychischen und physischen Zustands von Mengele. Hier ist August Diehl („Ein verborgenes Leben“, 2019 von Terrence Malick) eine Bank. Die Verbitterung von Mengele und das verbohrte Festhalten an Nazi-Maximen sind in vielen Einstellungen mehr als beeindruckend dargestellt und heben die Gefangenschaft seines Geistes hervor, was der in den späten 1970ern angereiste Sohn (Max Bretschneider) zu durchbrechen versucht.

Die stimmige visuelle Umsetzung des Romans erzeugt eine Anziehungskraft, der sich kaum jemand entziehen kann.
Breite Masse im Hintergrund
Breite Masse im Hintergrund

12 Follower 88 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 23. Oktober 2025
Wow...das Verschwinden des Josef Mengele ist seit langem mal wieder ein Film, der was wagt, sogar was riskiert. Hier wird nicht mit der Keule auf das Monster draufgehauen, bis auch der Letzte verstanden hat, dass man den Protagonisten verachten muss. Nein, die Geschichte geht so nah ran an die Figur, an den Menschen im Monster, dass der Film Gefahr läuft, als unkritisch wahrgenommen zu werden. Das muss man den Filmemachern um Kirill Serebrennikow und Hauptdarsteller August Diehl hoch anerkennen. Der Film will nicht gefallen; Er will nicht, dass man mit einen guten Gefühl den Kinosaal verlässt; Und trotzdem hält er das Versprechen, einen sehr guten Film gesehen zu haben. Wie August Diehl passend im Interview zum Film gesagt hat: Wenn man dem Bösen zu nahe kommt, wirkt es fast schon banal und langweilig.

Persönlich denke ich jedoch, dass der Film ein wenig mehr hätte abholen müssen. Man wird leider ein wenig ins kalte Wasser geworfen. Mengeles "Aufstieg" zum Lagerarzt wird überhaupt nicht beleuchtet, seine Familiengeschichte nur angedeutet, und (und hier möchte ich allerdings sagen zum Glück) nur ein Teil seiner Experimente in Ausschwitz gezeigt. Seine "Arbeit" mit Kindern und Zwillingen beschränkt sich hier lediglich auf die Selektion, was aber schon ausreichend genug ist. Das, was man in bzw. aus Ausschwitz sieht (die einzige Szene in Farbe übrigens, weil es laut dem Regisseur die einzige Zeit war, in der Mengele glücklich war), war für mich persönlich ausreichend und hart an der Schmerzgrenze, wenn man sich nicht jeden Tag irgendwelche Gore-Movies reinzieht. Die FSK 12 ist dabei für mich absolut nicht nachvollziehbar und hätte für mich mindestens eine 16 sein müssen, aufgrund der Dialoge und der ausführlich dargestellten, unkommentierten Nazi-Rhetorik vielleicht sogar eine 18.
Auch insgesamt ist der Film etwas zu lang geraten. 15 Minuten weniger hätten nicht geschadet, zumal sich der Cut nach der Abfahrt des Sohnes angeboten hätte.

Ich kann das Verschwinden des Josef Mengele dennoch allen empfehlen, die Filmkunst sehen wollen und dabei auf ein unangenehmes Gefühl nach dem Film vorbereitet sind. Sehr gut, dass solche Filme heute noch gemacht werden!
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

169 Follower 593 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 26. September 2025
Filme wie dieser werden wohl weniger fürs Kino gemacht, sondern für den Schulunterricht. Da können sich demnächst diverse Geschichtsklassen drauf freuen, den Film im Unterricht zu schauen. Es bleibt zu hoffen, dass die historische Korrektheit gegeben ist. Inhaltlich zappen wir durch 20 Lebensjahre von Josef Mengele und seinem stetigen Verstecken sowie einem Rückblick in seine Vergangenheit, ausgelöst durch Dialoge mit seinem Sohn. Die Rückblende nach Auschwitz wirkt dabei wie eine Cutszene aus „Zone of Interest“und hat eine krasse Wirkung, ebenso wie das Schauspiel von August Diehl.

Fazi: Langer und furchtbarer Blick auf einen grausamen Mann!
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