Buenos Aires, 1956: Unter dem Namen Gregor lebt Josef Mengele (August Diehl), der berüchtigte KZ-Arzt von Auschwitz, im Exil. Mit Hilfe eines weit verzweigten Netzwerks aus Unterstützern und durch die finanzielle Rückendeckung seiner Familie entzieht er sich über Jahre hinweg erfolgreich der internationalen Strafverfolgung. Der Film zeichnet Mengeles Fluchtstationen nach – von Argentinien über Paraguay bis nach Brasilien, wo er zuletzt unter falscher Identität in São Paulo lebt. Zunehmend gezeichnet von Krankheit, Alter und Isolation, wird sein Leben immer enger. Als sein inzwischen erwachsener Sohn Rolf (Maximilian Meyer-Bretschneider) ihn schließlich aufspürt, kommt es zu einem wortlosen, beklemmenden Aufeinandertreffen zwischen Vater und Sohn – ein Moment der Konfrontation mit einer Vergangenheit, die sich nicht abschütteln lässt.
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Olivier Guez.
Wer in den 1950er-Jahren in Deutschland einen Mistbagger kaufen wollte, der stieß womöglich auf die Produkte der bayerischen Firma Mengele Agrartechnik – und finanzierte mit dem Kauf zugleich auch das Leben eines der berüchtigtsten Kriegsverbrecher des Dritten Reichs: Josef Mengele, der flüchtige Sohn der Praktikantenfamilie, auch bekannt als Todesengel von Auschwitz. Der entkam nach Ende des Zweiten Weltkriegs dank der sogenannten Rattenlinie nach Südamerika, wo er – wie viele andere Nationalsozialisten – in den Diktaturen von Argentinien bis Brasilien aufgenommen wurde. „Das Verschwinden des Josef Mengele“ hat „Leto“-Regisseur Kirill Serebrennikow sein biografisches Schwarz-Weiß-Drama nach dem gleichnamigen Tatsachenroman genannt, doch von einem Verschwinden kann streng genommen gar nicht die Rede sein. Die Gefahr, entdeckt zu werden, war schließlich lange Zeit nicht allzu groß. Was Me
Zerfall
Josef Mengele (August Diehl), einer der im Konzentrationslager Auschwitz eingesetzten Ärzte, gelingt Ende der 1940er die Flucht von Deutschland nach Südamerika. Er wechselt einige Male seinen Rückzugsort, denn die Angst vor der Entdeckung zermürbt ihn.
Kirill Serebrennikov („Leto“, 2018; „Petrov’s Flu“, 2021) verfilmt die 2017 erschienene Romanvorlage des Franzosen Olivier Guez nach eigenem Drehbuch.
Der russische ...
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Brodie1979 ..
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3,0
Veröffentlicht am 26. September 2025
Filme wie dieser werden wohl weniger fürs Kino gemacht, sondern für den Schulunterricht. Da können sich demnächst diverse Geschichtsklassen drauf freuen, den Film im Unterricht zu schauen. Es bleibt zu hoffen, dass die historische Korrektheit gegeben ist. Inhaltlich zappen wir durch 20 Lebensjahre von Josef Mengele und seinem stetigen Verstecken sowie einem Rückblick in seine Vergangenheit, ausgelöst durch Dialoge mit seinem Sohn. Die ...
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Breite Masse im Hintergrund
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4,5
Veröffentlicht am 23. Oktober 2025
Wow...das Verschwinden des Josef Mengele ist seit langem mal wieder ein Film, der was wagt, sogar was riskiert. Hier wird nicht mit der Keule auf das Monster draufgehauen, bis auch der Letzte verstanden hat, dass man den Protagonisten verachten muss. Nein, die Geschichte geht so nah ran an die Figur, an den Menschen im Monster, dass der Film Gefahr läuft, als unkritisch wahrgenommen zu werden. Das muss man den Filmemachern um Kirill ...
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“Das Verschwinden des Josef Mengele" hat eine Altersfreigabe ab 12 Jahren bekommen. Das bedeutet, dass nur Personen, die mindestens 12 Jahre alt sind, diesen Film im Kino sehen dürfen. Kinder, die zwischen 6 und 11 Jahre alt sind, dürfen laut FSK den Film allerdings auch im Kino sehen, wenn sie in Begleitung einer sorgeberechtigten Person oder eines Vormunds sind.
Fakt und Fiktion - Die Geschichte eines Kriegsverbrechers
„Das Verschwinden des Josef Mengele“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des französischen Journalisten Olivier Guez, der in seinem Werk Fakten und Fiktionen um den Medizinverbecher und „Todesengel von Auschwitz“ miteinander verwebt. Erst seit den frühen 1990er Jahren kann man übrigens das Leben von Mengele in Südamerika nach seiner spektakulären Flucht nach dem Ende der Nazi-Herrschaft rekonstruieren, als man erstmals die Leiche von „Wolfgang Ge
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Der meistgesuchte Nazi-Kriegsverbrecher im Spielfilm
August Diehl ist bei weitem nicht der erste renommierte Schauspieler, der in die Rolle des KZ-Arztes Josef Mengele schlüpfte: Vor „Das Verschwinden des Josef Mengele“ waren u.a. schon Sir Laurence Olivier in John Schlesingers „Der Marathon-Mann (1976), Gregory Peck in „The Boys from Brazil“ (1978), Götz George in „Nichts als die Wahrheit“ (1999) und Charlton Heston in „My Father, Rua Alguem 5555“ (2001) in der Rolle des Kriegsverbrechers zu sehen
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