In den besten Händen
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3,0
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14 Follower 1.486 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 1. Juni 2026
Danke an EudoraFletcher68 für die Empfehlung!

„In den besten Händen“ ist sicherlich ein guter Film, der mich 99 Minuten lang gut unterhalten hat. Die Thematik mit den sog. „Gelbwesten-Protesten“ 2018 ist jedenfalls sehr interessant, ich hatte das auch damals gar nicht so richtig mitbekommen. Immerhin ist es auch irgendwie beruhigend, zu sehen, dass nicht nur in Deutschland das Gesundheitssystem am Limit ist und die Situation auch in anderen Ländern von der Politik konsequent ignoriert wird. Diese Problematik bringt der Film ziemlich gekonnt auf den Punkt, indem er im Wesentlichen vier Personen in den Mittelpunkt stellt, die alle auf unterschiedliche Weise in diesen Konflikt involviert sind. Der Film ist insgesamt sehr dialoglastig, streckenweise ist vor allem Valeria Bruni Tedeschi in ihrer Rolle als Raf ziemlich anstrengend, aber wenn man genau zuhört, sind vor allem diese Dialoge ziemlich on-point und wirklich stark geschrieben. Die Kritik an den Zuständen des französischen Gesundheitssystems ist ebenso deutlich wie heftig und wenn die Wahrheit nur annähernd so ist, wie im Film dargestellt, auch absolut berechtigt. Die Parallelen zu unserem eigenen, gerade dramatisch abstürzenden Gesundheitssystems sind dabei sehr erschreckend.

Schauspielerisch ist der Film stark besetzt. Valeria Bruni Tedeschi ist wie gesagt streckenweise mit ihrem Gejammer etwas nervig, spielt ihre Rolle aber dennoch überzeugend. Ihre Partnerin wird ebenfalls sehr gut von Marina Foïs gespielt. Pio Marmaï ist gewissermaßen die einzige Männerfigur in diesem Film und macht eine interessante Entwicklung vom Vollarsch zum echten Sympathieträger durch. Aber das Highlight und auch das emotionale Herzstück des Films ist auf jeden Fall Aïssatou Diallo Sagna. Sie ist auch eine tatsächliche Krankenschwester, dadurch wirkt ihr Spiel hier sehr authentisch und überzeugend, einfach grandios! Überhaupt ist das ein sehr cleverer Kniff von Catherine Corsini, in diesem Film echte Krankenpfleger einzusetzen, dadurch wird die ganze Szenerie in dieser Notaufnahme unheimlich intensiv, glaubhaft und authentisch. Und auch die ganzen medizinischen Dinge sind dadurch realistisch dargestellt, die Reanimationsszene sieht (im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen) auch mal aus, wie eine echte Reanimation.

FAZIT: Eindringlich inszenierte und sehr authentisch dargestellte Szenerie in einer französischen Notaufnahme während der „Gelbwesten-Proteste“. Starke Darsteller und eine nicht sehr subtile Kritik am Gesundheitswesen machen den Film nicht nur inhaltlich, sondern auch aus cineastischer Sicht sehenswert. Danke, Eudora, für den Tipp!
beco
beco

83 Follower 449 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 3. Mai 2022
Ein Film, der einen Tag in einem Pariser Krankenhaus während der Gelbwesten-Prostest zeigt. Die Zustände dort sind eine Metapher für ein Frankreich, das chaotisch, gespalten, ausgepowert und in gewisser Weise hilflos dem Geschehen ausgeliefert ist. Der Film erzählt diese Geschichte mit einer Portion (Galgen)Humor, zeigt aber auch die dramatischen Auswirkungen auf alle Beteiligten.
Der Originaltitel „La fracture“ entspricht Inhalt und Anliegen das Films deutlich besser als der deutsche Titel.
sehenswert
CineMoenti
CineMoenti

21 Follower 200 Kritiken User folgen

4,0
Veröffentlicht am 15. April 2022
Weniger wäre hier mehr gewesen, denn die Vielzahl an Geschichten sorgt dafür, dass die Konzentration nachlässt und der Gesamteindruck in reinen Stress ausartet. - Überraschenderweise hat mich zum Ende des Films genau das beeindruckt. Ähnlich einer Live-Schaltung erleben wir hier einmal hautnah, wer in unseren Zeiten auf welche Weise zu leiden hat. Im Zentrum steht dabei m.E. die Krankenschwester Kim (es war eine brillante Entscheidung der Regisseurin, mit echtem medizinischen Personal zu drehen). Es grenzt an ein Wunder, zu wieviel menschlicher Größe und echter Selbstlosigkeit diese Frau imstande ist. Das ist es vielleicht, worauf es letztlich ankommt.

www.cinemoenti.blogspot.com
Riecks-Filmkritiken
Riecks-Filmkritiken

34 Follower 212 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 14. April 2022
Es ist schändlich, wie staatliche Mediziner*innen und entsprechendes Pflegepersonal behandelt und entlohnt werden. Alltäglich geben sie alles dafür, den Menschen zu helfen und werden leider nicht selten dafür von Patienten unangemessen behandelt, wenn nicht sogar bedroht. IN DEN BESTEN HÄNDEN gibt uns einen Einblick in diese Erlebnisse und zeigt sie uns anlässlich eines fiktiven Falls, der als eigentliche Hauptgeschichte etabliert wird. Grundsätzlich ist dies ein hervorragender Ansatz, denn tatsächlich muss den Menschen einmal vor Augen geführt werden, wie egoistisch und niederträchtig sie sich teilweise verhalten. Dieser Denkzettel kommt jedoch ein wenig zu kurz, da letztlich der medizinische Alltag immer nur eine Nebengeschichte bleibt, während alles rund um die Hauptfiguren eigentlich vollkommen belanglos und überflüssig (bis auf die Vorgabe der roten Linie, um nicht als Dokumentation durchzugehen) ist. Nichtsdestotrotz sehen wir ein mitreißendes Werk, welches es durchaus einmal auf die Watchlist schaffen kann.

Die gesamte Kritik gibt es auf riecks-filmkritiken.de/in-den-besten-haenden
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