Starker Film mit einer sehr, sehr starken Christina Ricca, das hätte ich ihr ehrlich gesagt nicht zugetraut... Der Filmtitel "Prozac Nation" ist natürlich böswillige Irreführung, es geht ja nicht um Antidepressiva, es geht eigentlich noch nicht einmal um Depression. Das Thema ist Drogenkonsum und den ganzen Konsequenzen, die da dran hängen, inklusive der meist unvermeidlichen Abwärtsspirale. Was hier - wie so oft - verkannt und als "Depression" misinterpretiert wird, sind die ganz "normalen" Gefühls- und Lebenszustände, die regelmäßiger Drogenkonsum mit sich bringen. Insofern tut der Film gut daran, den Schwerpunkt hier nicht allzusehr auf dieses Thema zu legen, daher ist es auch gerechtfertigt, dass Prozac hier keine so wesentliche Rolle spielt.
Vollkommen behämmert ist indes der deutsche Untertitel "Mein Leben mit der Psychopille", aber da müssen wir wohl kaum ddrüber diskutieren...
Wie gesagt, Ricci spielt stark, Jessica Lange wie gewohnt, katastrophal fehlbesetzt ist jedoch Jason Biggs, der einfach auch aufgrund seines eingeschränkten schauspielerischen Könnens und seiner kaum vorhandenen mimischen Ausdrucksmöglichkeiten, niemals über lächerlichen "American Pie"-Klamauk hinauskommen dürfte...
FAZIT: Bewegendes und von Christina Ricci enorm stark gespieltes Drogendrama, das leider seiner irreführenden Titelgebung zum Opfer fällt und dadurch mutmaßlich auch die falsche Zeilgruppe erreicht. Von mir das Prädikat: Unbedingt sehenswert!