LEG DEINE NUPSIES AUF ZEHN UND ZWEI
Elio ist nach dem Tod seiner Eltern völlig verloren, seine Tante versteht ihn nicht, Kinder lachen ihn aus, also wartet er lieber darauf, dass Aliens ihn abholen und weil das Universum Humor hat, meldet sich genau dann jemand und sucht den Anführer der Erde. Elio nutzt die Chance, mit allen Konsequenzen, die man erwarten kann, wenn ein Kind plötzlich intergalaktische Entscheidungen trifft.
Elio geht ca. 95 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben. Pixars Kinderabenteuer, bunt, laut, kreativ und trotzdem hat’s bei mir nicht gezündet.
Die Aliens sind der klare Pluspunkt, drollig, verspielt, liebevoll animiert. Poppel Elio funktioniert besser als das original, ein bisschen creepy, ja, aber irgendwie charmant. Die Welten sind hübsch, schön anzusehen aber wenig zu entdecken.
Das große Problem ist Elio selbst, eine ADHS birnen Bratze die zwar inhaltlich verständlich ist (Trauma, Einsamkeit, Nicht-Dazugehören), in der Umsetzung aber unfassbar anstrengend. Er ist durchgehend unsympathisch, wechselt seine Meinung im Minutentakt und wird vom Drehbuch je nach Bedarf kurz geläutert, um direkt wieder zurückzufallen. Das wirkt weniger wie Charakterentwicklung und mehr wie „wir brauchen jetzt Drama“.
Der Antagonist ist ein Papa mit Bindungsproblemen, der nebenbei das Universum versklaven will, ne Macke hat nun mal jeder.
Der heimliche Star ist Glordon: knuffig, liebenswert, ehrlich, die Figur, bei der man bleibt.
Unterm Strich bleibt ein Film mit starken Nebenfiguren, solider erster Hälfte und ein paar überraschend schaurigen Momenten. Leider zieht die unsympathische Hauptfigur, die vorhersehbare Story und die dünne Logik das Ganze runter.
5,5/10 Punkten. Elio & Glordon erinnern stark an Gregs Tagebuch, der dicke, naive Kumpel ist einfach der Sympathischere.