Als die 18-jährige Marina (Llúcia Garcia) nach Vigo reist, hofft sie, mit der Familie ihres verstorbenen Vaters in Kontakt zu treten. Für ein dringend benötigtes Stipendium benötigt sie deren Unterschrift – zugleich will sie mehr über die Vergangenheit ihrer Eltern und deren Liebesgeschichte erfahren. Doch vor Ort trifft sie auf Ablehnung: Die Familie ihres Vaters tut alles, um die Erinnerungen an den drogenabhängigen Mann, der an AIDS gestorben ist, zu verdrängen. Marina muss sich nicht nur mit Schweigen und Schuld auseinandersetzen, sondern auch mit der Frage, wie viel Wahrheit sie über ihre Herkunft wirklich erfahren will.
Die spanische Goldener-Bär-Gewinnerin Carla Simón hat in bisherigen drei Spielfilmen jeweils eigene Erfahrungen aus Kindheit und Jugend verfilmt: Schon in ihrem Erstling „Fridas Sommer“ bezog sich die Regisseurin auf den frühen Tod ihrer Eltern, die beide an AIDS starben, was sie selbst aber erst erfuhr, als sie zwölf Jahre alt war. Nach ihrem Berlinale-Gewinner „Alcarràs – Die letzte Ernte“ über eine Kindheit und Jugend auf dem Bauernhof kehrt sie im ebenfalls stark autobiografisch gefärbten „Romería“ thematisch wieder zurück zu ihren Eltern. Auf einer poetischen Traumebene nähert sich Carla Simón ihrer Vergangenheit und kreiert eine flirrende Erinnerung an zwei Menschen, die das Schicksal vieler erlitten haben. Der Cannes-Wettbewerbsbeitrag „Romería“ klagt dabei nicht an, sondern schafft bildliche Parallelen zwischen zwei Generationen, die sich nur viel zu kurz tatsächlich begegnet sin
“Romería - Das Tagebuch meiner Mutter " hat eine Altersfreigabe ab 16 Jahren bekommen. Das bedeutet, dass nur Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind, den Film im Kino sehen dürfen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen selbst in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person oder eines Vormunds den Film laut FSK nicht im Kino sehen.
Abschluss der autobiographischen Filmtrilogie
„Romería - Das Tagebuch meiner Mutter“ bildet mit den beiden vorherigen Kinofilmen der spanischen Filmemacherin Carla Simón, „Fridas Sommer“ (2017) und „Alcarràs – Die letzte Ernte“ (2022) eine lose Trilogie, die zwar keine durchgängige Geschichte ergibt, dafür aber insgesamt von der Familiengeschichte der Katalanin inspiriert ist. Während sich „Alcarràs – Die letzte Ernte“ noch mit der Geschichte von Simóns Großvater und ihrem Onkel beschäftigte
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Pilgerfahrt in die Familienvergangenheit
Der Titel „Romería - Das Tagebuch meiner Mutter“ bezieht sich nicht (wie der deutsche Zusatztitel vermuten lässt) auf ein Tagebuch, sondern auf den spanischen Begriff für eine Pilgerfahrt, also eine religiös motivierte Reise, die an einem heiligen Ort endet. Für Hauptfigur Marina (Llúcia Garcia) führt ihre Reise nicht an eine Wallfahrtstätte im religiösen Sinn, sondern an den Ort der letzten Lebensjahre ihrer früh verstorbenen Mutter, der spanisc
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