MUCKY MIXED MONSTERMOVIE
Für Aurora (Sophie Sloan) tickt die Welt etwas anders: Ein Staubknäuel verwandelt sich in einen Hasen, der nur noch Böses im Schilde führt und zudem schnell wächst. Die 10-Jährige engagiert ihren Nachbarn (Mads Mikkelsen) als Haustierbezwinger.
Bryan Fuller ist als Autor unter anderem im Universum von Star Trek zu finden. Der Schöpfer der TV-Serie „Hannibal“ inszeniert sein Langfilmdebüt „Dust Bunny“ nach eigenem Drehbuch, basierend auf einer elterlichen Drohkulisse, nach der in nicht rein gehaltenen Kinderzimmern Ungeheuer aus Schmutz entstehen. Farbgewaltig und im breiten Format lackiert Fuller die Action auf die Leinwand, Superstars inklusive. Dabei sind viele Szenen in ihren mannigfaltigen Details einfallsreich, wenn auch in der visuellen Aussage uneinheitlich, denn in dieser Hase-verfolgt-Mädchen-Story treten ernsthaft düstere Horrorelemente neben kinderhaft bösen Kreaturen und schießfähigen Spielzeugpistolen auf. Bereits nach kurzer Zeit kommt die Frage auf, was dem Publikum hier eigentlich aufgetischt werden soll. Laut der TV-Werbung in den Münchner U-Bahnen wird dem Umgang mit Ängsten nachgegangen. … Äh, nö! In diesem durchaus wilden Fantasy-Ritt hat Fuller für Psychologie keine Zeit. Aurora fürchtet sich, aber sie weiß sofort, was sie will.
In einem Kinderkopf kann einiges durcheinandergehen, bei Erwachsenen natürlich ebenso, meist auf anderer Ebene. Fuller macht den Film deswegen für … alle? Ob der Regisseur es selbst weiß? Vielleicht wollte er ein neues Genre erschaffen, zur Unterhaltung der Leute, die es gar nicht gibt. Bewiesen hat Fuller, dass ein Film eine Linie braucht, „Dust Bunny“ hat leider keine. Es bleiben die anziehenden Schauwerte, die ohne Struktur irgendwann keinen Spaß mehr machen. Im Abspann komplettiert Fuller seinen unsauber angerührten Cocktail: Da Abba keinen Song zum Thema Staubhasen komponiert hat, läuft „Tiger“ vom Album „Arrival“; der Text passt, das Tier nicht.