Hurry up Tomorrow ist kein Film um sich berieseln zu lassen.
Er ist schwierig einzuordnen und man muss schon aufmerksam bleiben um zu verstehen.
Das ist bei gut 2 h Länge zugegebenermaßen nicht einfach und verursacht dabei wohl bei vielen das Gefühl von "langweilig"
Lässt man sich jedoch darauf ein, ist die Handlung nicht schwer zu erfassen.
Jenna Ortega spielt Anima, das weibliche Potenzial des Mannes (lt. einer These von C. Jung)
Somit ist sie nicht real, sondern im Kopf von Abel. Sie ist das begrabene Gewissen, dass sich der Selbstzerstörung bewusst ist und ein Umdenken versucht zu erreichen.
Barry Keoghan als Lee präsentiert die zerstörerische egoistische Seite, die Exzesse auslebt, emotional verarmt ist.
Anima tötet Lee also symbolisch. Das ganze spielt sich alles im Kopf , der Psyche von Abel ab.
Der Film ist kein mitreißender Blockbuster für jedermann.
Auch haben die Trailer vielen Menschen scheinbar etwas suggeriert, was nicht den Erwartungen entsprach.
Mir persönlich hat der Film gefallen. Der Sound, die Farben, die Kameraführung, das Zusammenspiel der Darsteller miteinander. Ich war in der Handlung, mittendrin und er hat mich noch im Nachhinein beschäftigt.
Aber ich bin auch eher der Kinobesucher, der es liebt eigene Interpretation in ein Geschehen einbringen zu können , als eine komplett klare und vorgegebene Handlung zu verfolgen. Und ich liebe es mich mit der Psyche von Menschen zu befassen.
Ich werde ihn mir definitiv wieder ansehen, sobald er gestreamt wird, da es unmöglich ist alles beim 1. Ansehen zu erfassen.
Perfekt ist er nicht, vielleicht etwas zu lang, von daher nur 4,5 Sterne von mir