Jay Kelly
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Frriday
Frriday

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4,0
Veröffentlicht am 19. Januar 2026
"Jay Kelly" ist die Geschichte eines einsamen Superstars, der schmerzhaft erfahren muss, wer er wirklich ist und was er auf seinem Weg zum Ruhm verloren hat.

Meine Skepsis gegenüber der Netflix-Produktion "Jay Kelly" aus dem Jahr 2025 war aufgrund der Bewertungen von Filmstarts und einiger Nutzer auf der Plattform relativ groß. Seit Monaten kämpfte ich mit mir, den Spielfilm ungesehen aus meinen Inhalten zu entfernen. Ein langweiliger Sonntagnachmittag, meine Lebensgefährtin und ein schneller Blick auf Rotten Tomatoes, wo Jay Kelly überraschend starke 76 % Tomatometer und 87 % Popcornmeter erhielt, überzeugten mich letztlich, mir diesen Spielfilm mit dem ungewöhnlichen Duo George Clooney und Adam Sandler doch anzusehen.

Der Film porträtiert das Leben des fiktiven Hollywoodstars Jay Kelly, der von Hollywoodstar George Clooney gespielt wird. In gewisser Weise ähnelt er etwas dem echten Dasein des Schauspielers, der im realen Leben als ein sympathischer Mensch gilt und anders als sein fiktiver Charakter bis heute von Skandalen verschont geblieben ist. Clooney führt eher ein bodenständiges Leben. Er lebt mit seiner Frau Amal und ihren Zwillingen hauptsächlich auf einem ehemaligen Weingut in der Nähe von Brignoles in der Provence in Südfrankreich. Dort genießt die Familie das ruhige Landleben. Clooney gilt als nahbarer Mensch, der regelmäßig zwischen Frankreich und England mit dem Zug pendelt. Der Hintergrund ist, dass seine Ehefrau Amal Clooney als international renommierte Rechtsanwältin in London arbeitet, die sich auf Völkerrecht, Strafrecht und Menschenrechte spezialisiert hat.

George Clooney gilt bei seinen zahlreichen Zugreisen als sehr nahbar und entspannt. In jüngsten Interviews hat er betont, dass er den Kontakt zu anderen Reisenden nicht scheut, sondern sogar genießt. Wie in "Jay Kelly" gibt es einige Parallelen zwischen der Titelfigur und dem realen George Clooney. Auch Jay Kelly verbringt den Großteil des Films in einem europäischen Zug. Eine zentrale Szene zeigt ihn in einem gewöhnlichen Waggon, wo er – genau wie Clooney es von sich selbst beschreibt – charmant und nahbar mit mitreisenden Fans interagiert. Eine weitere Parallele ist die fortgeschrittene Phase ihrer Karriere, in der sie über ihr Vermächtnis und ihre Rollen als Weltstars nachdenken. Aber anders als Clooney ist Kelly deutlich oberflächlicher, hat viele schlechte Entscheidungen getroffen und leidet unter Einsamkeit. Während Jay Kelly mit entfremdeten Töchtern und vergangenen Fehltritten kämpft, lebt Clooney ein stabiles Familienleben mit Amal und ihren gemeinsamen Kindern und während Kelly im Film nicht mehr zwischen seiner öffentlichen Persona und seinem wahren Ich unterscheiden kann, ist Clooney für seine bewusste Distanz zum Starkult bekannt.

Zum Inhalt:

In der Tragikomödie "Jay Kelly" (Dezember 2025) geht es um einen alternden Hollywoodstar, der sich in einer tiefen Sinnkrise befindet. Nach dem Tod seines Mentors und angesichts seines schwindenden Interesses an der Schauspielerei beginnt er, sein gesamtes Leben und sein Erbe zu hinterfragen. Auslöser ist vor allem eine Auseinandersetzung mit einem alten Wegbegleiter, die Jay in eine emotionale Krise stürzt.
Bei der Beerdigung seines Mentors trifft er seinen ehemaligen Mitbewohner Timothy Galligan (Billy Crudup) aus der Schauspielschule wieder. Timothy ist mittlerweile Kindertherapeut, während Jay ein Weltstar ist. Bei einem anschließenden Barbesuch eskaliert die Situation. Timothy wirft Jay vor, ihm sein Leben gestohlen zu haben. Er behauptet, Jay habe damals bei einem entscheidenden Vorsprechen eine Rolle ergattert, die eigentlich für ihn bestimmt war, und damit seine eigene Karriere auf seine Kosten gestartet. Timothy provoziert Jay weiter, indem er behauptet, Jays eigene Tochter Jessica halte ihn für eine "leere Hülle". Der Streit endet in einer Schlägerei vor der Bar, bei der Timothy eine gebrochene Nase und Jay ein blaues Auge davontragen.

Die Schlägerei wirkt letztlich wie ein Katalysator für Jays darauffolgende Entscheidungen, zumal Timothy mit einer Klage wegen Körperverletzung droht.

Die Anschuldigung, seinen Erfolg auf dem Unglück anderer aufgebaut zu haben, stürzt Jay in tiefe Selbstzweifel. Er bricht ein neues Filmprojekt ab. In diesem Zustand der Verletzlichkeit beschließt er, seiner jüngsten Tochter Daisy nach Europa zu folgen, die dort gerade mit Freunden Urlaub macht. Er nutzt die Reise als Vorwand, um an einer Preisverleihung für sein Lebenswerk in der Toskana teilzunehmen, die er zuvor abgelehnt hatte.
Gemeinsam mit seinem langjährigen, loyalen Manager Ron (Adam Sandler) begibt er sich auf die Reise zu einem Filmfestival, bei dem er für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden soll. Auf der Reise in die Vergangenheit begegnet er in seinen Erinnerungen Menschen, die ihn mit seinen früheren Fehlern und seinem Narzissmus konfrontieren. Er muss erkennen, was er auf seinem Weg zum Ruhm verloren hat.

Adam Sandler spielt den loyalen, aber innerlich zerrissenen Manager Ron Sukenick, der Jay Kelly so sehr liebt, dass er sein eigenes Leben fast vergisst. Sandlers Rolle darf man als das emotionale Herzstück des Films bezeichnen. In einer besonderen Szene zwischen ihm und George Clooney rührt er das Publikum zu Tränen.
Ron ist Jays "Mädchen für alles". Er kümmert sich nicht nur um Jays Karriere, sondern fungiert auch als Puffer zwischen dem exzentrischen Star und der Außenwelt. Er begleitet Jay auf seiner gesamten Reise durch Europa und versucht ständig, dessen emotionale Ausbrüche und die Folgen der Midlife-Crisis abzufangen. Ein markantes Merkmal von Ron ist, dass er fast jeden in seinem Umfeld – ob seine eigene Tochter oder seinen wichtigsten Klienten Jay – mit dem Kosenamen "Puppy" (Hündchen) anspricht. Dies symbolisiert seine Schwierigkeit, klare Grenzen zwischen Privatleben und Job zu ziehen. Ron leidet unter seiner totalen Aufopferung für Jay. Er lässt für ihn oft seine eigene Familie im Stich, was im Laufe der Reise zu Spannungen führt.

Für Adam Sandler ist dies eine seiner bisher ernstesten und tiefgründigsten Rollen. George Clooney betonte in Interviews, dass Sandler hier zeigt, was für ein " tiefgründiger Schauspieler" er ist.

Für seine Darstellung als Ron gewann Sandler bereits den Astra Award als bester Nebendarsteller. Er verleiht seiner Rolle sehr viel Tiefe, was ihm seltsamerweise von Kritikern in Deutschland abgesprochen wird. Das ist allerdings eine absolute Fehlinterpretation.

"Jay Kelly" beeindruckt auch durch eine hochkarätige Besetzung, die viele bekannte Gesichter aus dem Indie-Kino und Hollywood vereint.
In weiteren Rollen sind unter anderem Laura Dern, Billy Crudup, Riley Keough, Greta Gerwig und der Altmeister Stacy Keach zu sehen, in kleineren Rollen viele andere bekannte Gesichter.

Der Film des Regisseurs Noah Baumbach ist ein melancholisches Porträt über Einsamkeit im Rampenlicht, verpasste Chancen und die Suche nach echter menschlicher Verbindung hinter der Fassade des Ruhms.

Ein sehenswerter Film, der unter den vielen eher schlechten Netflix-Produktionen einen kleinen Augenschmaus darstellt, aber nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte, aber sehr wohl von jenen Filmliebhabern, die offen für leise und ruhig gespielte Dramen mit einer Prise Komik sind.

Starke 4 von 5 Sternen von mir.
Casey 08
Casey 08

14 Follower 918 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 11. Januar 2026
Was hat sich Noah Baumbach hier gedacht? Anscheindend gar nichts, denn der Film ist einfach nichts. Hier wird 130 Minuten lang erzählt. Mehr nicht, also ein Hörbuch mit Bildern. Der Film hat keine Botschaft, keine Aussage und nicht mal eine richtige Handlung. Es soll eine Drama/Komödie sein, dabei gibt es null Drama und gar kein Humor. Der Film macht 130 Minuten lang einfach nichts. Man sieht nur Leute rumsitzen und rumstehen doch plötzlich rennt George Clooney! Und danach gehts mit Reden weiter. Das Spektakulärste war die Verfolgungsjagd was aber nur ein Rennen durch ein Feld war. Adam Snadler und George Clooney machen ihren Job sehr gut und die Optik gefällt mir aber sonst gibts wenig zu loben.

Insgesamt ist es ein schwacher Film der einfach gar nichts zeigt, außer 130 Minuten lange Gespräche.
Lemmiblog
Lemmiblog

2 Follower 113 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 8. Januar 2026
WAS KÖNNEN STARS NOCH SELBST?

Jay Kelly ist ein weltbekannter Schauspieler. Doch als er zufällig auf einen alten Jugendfreund trifft, der ihm vorwirft, seinen Traum gestohlen zu haben, gerät Jays perfekt durchgetaktetes Leben ins Wanken. Plötzlich will er Zeit mit seiner Tochter verbringen, Ehrenpreise persönlich entgegennehmen und „sich selbst finden“, sehr zum Leidwesen seines Teams.

Jay Kelly auf Netflix läuft rund 130 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir bekommen hier eine Dramödie mit George Clooney, Adam Sandler, Laura Dern, Patrick Wilson und einem kurzen Auftritt von Lars Eidinger. Erzählt wird die Geschichte eines Stars, der so lange von Assistenten, Agenten und PR-Leuten getragen wurde, dass er vermutlich nicht mal mehr weiß, wo seine eigenen Schuhe stehen.
Die Handlung springt zwischen Rückblenden und Gegenwart. Wir sehen, wie Jay zu dem wurde, was er heute ist und wie sich im Jetzt alles ausschließlich um seine Bedürfnisse dreht. Dass er dabei auch noch ein miserabler Vater ist, gehört fast schon zum Pflichtprogramm.
Die Nebenfiguren sind deutlich interessanter als Jay selbst. Vor allem Adam Sandler stiehlt als abgekämpfter Agent jede Szene. Hier zeigt sich, wie hart das Leben hinter dem Ruhm wirklich ist, quasi Kindsköpfe, nur ohne Urlaub und mit Burnout.
Das große Problem, alles bleibt erstaunlich oberflächlich. Clooney spielt Jay entweder arrogant oder selbstmitleidig, dazwischen gibt es wenig Nuancen. Die Selbstreflexion wirkt oft aufgesetzt, als hätte man Angst, dem Publikum wirklich unangenehme Wahrheiten über Stars zuzumuten.
Das Finale setzt dann auf Händchenhalten, große Gesten und Tränendrüsen-Alarm.
Unterm Strich bleibt ein Film, der hübsch aussieht und ruhig vor sich hin plätschert. Man schaut Leuten dabei zu, wie sie hektisch Wichtiges tun, ohne dass wirklich etwas auf dem Spiel steht, ein bisschen wie The Bear, nur ohne Chemie und Charisma. Clooney spielt gut, aber seine Figur ist schlicht kein Mensch, mit dem man Zeit verbringen möchte.

6/10 Punkten. Man lernt vor allem eins, wenn man lange genug berühmt ist, erledigt das Leben alles für einen.
Rob T.
Rob T.

7 Follower 356 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 11. Dezember 2025
So ein Schauspieler hat ja ein echt schwieriges Leben. Der Filmstar Jay Kelly (George Clooney) wird von seinem Job nicht mehr so richtig ausgefüllt. Ihm ist langweilig, und er weiß nicht, was er mit seiner Zeit zwischen den Drehs anfangen soll.
Auch mit seiner Familie ist es problematisch. Zu seiner ältesten Tochter Jessica (Riley Keough) hat er keinen Kontakt, und zur jüngeren Daisy (Grace Edwards) wird der auch immer weniger. Sie will weg, nach Italien.
Ihm reicht's. Jay will aussteigen. Mit seinem langjährigen Manager Ron (Adam Sandler) will er quer durch Europa reisen.
Auf dieser Reise müssen sie sich mit ihrem Leben, ihren Entscheidungen und Konsequenzen auseinandersetzen.

George Clooney ist "Jay Kelly". Und könnte es eventuell sein, dass Jay Kelly auch ein bisschen George Clooney ist?
In diesem Film erlebt ein Schauspieler einen schrecklichen Weltschmerz, er gerät in eine Lebenskrise. Es wird geredet, über das, was war, was ist und was sein könnte.
Und das schlicht über sehr weite Strecken einfach nur sterbenslangweilig. Das ist einer der affektiertesten Filme der vergangenen Zeit. Quasi ein film fast ohne Handlung, ohne Spannungswerte, dafür mit einem Schauspieler, der unter seinem Dasein leidet. Das mag schlimm sein, aber für den Zuschauer dann doch eher lähmend.

"Jay Kelly" gehört übrigens zu einer scheinbar wachsenden Zahl von Filmen, die Netflix pseudomäßig für sehr kurze Zeit in sehr wenige Kinos bringt, und auch nur als OmU, um vielleicht für diese ach so anspruchsvollen Werke eventuell irgendwelche Preise abzustauben. Das ist auch ganz schön affektiert und eine Mogelpackung.
Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

169 Follower 582 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 5. Dezember 2025
Ein Hollywoodstar fährt mit dem Zug, um einen Schicksalsschlag zu verarbeiten und um nochmal mit den einfachen Menschen in Kontakt zu kommen. Dabei reflektiert er seine Karriere, die wir in Rückblenden sehen … und wir kommen so in den Genuß von 132 Minuten Dialogfilm. Ich habe den Eindruck, dass dies eher ein Egoprojekt von Clooney ist, der sich selbst und seine Lage in Szene setzten läßt. Vom Hollywoodtrubel bekommt man aber eher weniger mit und auch Adam Sandler in einer Nebenrolle kann kaum Highlights setzen.

Fazit: Überlang und startbesetzt, aber ohne eine richtige Aussage!
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