Heldin
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,5
Veröffentlicht am 6. Januar 2026
„Entschuldigen Sie, wir sind heute nur zu zweit...“

Die schweizerische Regisseurin Petra Volpe hatte nicht nur einmal mit ihren Werken die internationale Filmlandschaft aufgerüttelt. Ihr Film „Die göttliche Ordnung“ war unter anderem auch in Amerika erfolgreich. Ihr neuster Film jedoch könnte international einiges bewegen, zumindest ist das meine Hoffnung. „Heldin“ von 2025 setzt sich nämlich mit der maroden Situation der Pflege auseinander. Jeder weiß vermutlich, dass die Pflege nicht so läuft, wie sie soll, doch was wissen wir genau? Gerade Menschen, die nicht in dem Bereich arbeiten oder Freund*innen oder Familie haben, die aus dem Berufszweig kommen, werden sicherlich keine Ahnung haben von den teils katastrophalen Zuständen. Die Situation ist mehr als ernst und dennoch passiert nichts. Doch dieser Film könnte daran vielleicht etwas ändern, wenn er die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Umso glücklicher bin ich, dass „Heldin“ 2026 für den Oscar als bester internationaler Film nominiert ist. Und so wichtig die Thematik auch ist, mir war vor allem wichtig, dass diese auch gut rüber gebracht wird. Denn was nützt ein wichtiges Thema, wenn die Präsentation schlecht ist? Mit „Heldin“ ist das jedoch nicht der Fall! Ich hatte schon ein wenig Angst vor dieser schweizerischen, deutschen Produktion, da diese oftmals überhaupt nicht meinen Geschmack treffen. Die Ausnahmen sind sehr selten, aber „Heldin“ ist glücklicherweise eine dieser positiven Ausnahmen.

Die Story ist wunderbar simpel und doch kraftvoll: In einer Schweizer Klinik erleben wir die Spätschicht der jungen Pflegerin Floria Lind, mit welchen Patient*innen sie zu tun hat und welchem emotionalen Stress sie ausgesetzt ist. Denn an diesem Abend ist sie mit ihrer Kollegin und der Schülerin nur zu dritt. Trotz der Überforderung arbeitet sich die junge Frau durch den Alltag…

Spätestens am Ende des Films sollte jedem klar sein, was für eine wahnsinnige Arbeit in Krankenhäusern geleistet wird. Für Außenstehende (wie mich) wirkt das schon sehr schlimm, doch viele Pflegekräfte bewerteten die gezeigte Schicht als okay. Und tatsächlich sind die Zustände in anderen Einrichtungen (zum Beispiel der Altenpflege) noch viel schlimmer. Dass Regisseurin Volpe trotzdem einen relativ „normalen“ Tag zeigt, macht den Film umso echter und verhindert eine ausufernde Dramatik. Das Drama kommt nämlich von ganz allein. Und ich liebe es, dass wir nur diesen kleinen Ausschnitt gezeigt bekommen. Wir erfahren nicht, wie es mit den Patient*innen weiter geht oder mit dem Privatleben der Protagonistin Floria. Wir sehen nicht mal den ganzen Tag, sondern nur eine Spätschicht (im Englischen heißt der Film sogar „Late Shift“).

„Heldin“ erhebt trotzdem nie den moralischen Zeigefinger, ebenso verzichtet der Film auf eine zu düstere Aussage. Am Ende gibt es sogar einen Funken Positivität, den ich anfangs zwar als etwas zu kitschig angesehen habe, aber es ist irgendwie auch wichtig ein Gefühl der Hoffnung zu vermitteln, zumindest in meinen Augen. Denn so entstehen für mich die vielen emotionalen und tragischen Momente der Story. Nebenbei fühlt sich „Heldin“ aber auch wie ein Thriller an, was angesichts der Lage auch passt.

Sehr beeindruckt war ich von der Natürlichkeit des Films. Nicht nur die schauspielerische Leistung, auch die Dialoge waren erfrischend authentisch, ohne den furchtbaren, deutschen Pathos. Aus erster Hand weiß ich auch, dass die Abbildung des Alltags sehr echt ist, bis hin zu kleinen Griffen und Reaktionen. Dafür hatten Volpe und ihr Team mehrere Profis aus der Branche an ihrer Seite. Besonders Hauptdarstellerin Leonie Benesch schafft es auf beeindruckende Weise diese Natürlichkeit und Gewohnheit zu verkörpern. Sie ist sowieso das Herz des Films und liefert eine grandiose Leistung ab, so wie immer! Auch der restliche Cast ist extrem stark, bis hin zu kleinen Nebenrollen.

Ebenso wunderbar ist die realistische Darstellung der Patient*innen. Wir erleben hier keine klischeehaften Stereotypen wie in „Grey´s Anatomy“, sondern ganz normale Menschen. Viele sind respektvoll, manche möchten einfach nur nett sein und selbst wenn einer sich als anstrengender und arroganter Geselle outet, sehen wir hinter der Fassade eine gebrochene Seele. Und das ist am Ende die Portion Kitsch, die ich gern sehe in diesen Filmen!

Sowohl die Kameraarbeit (Judith Kaufmann) als auch die dezente, aber effektive Musikuntermahlung (Emelie Levienaise-Farrouch) sind toll und helfen die Geschichte kraftvoll zu erzählen!

Fazit: Ich bin wirklich beeindruckt und zutiefst gerührt von diesem Werk. Für mich ist „Heldin“ ohne Zweifel einer der besten Filme des Jahres und sicherlich einer der wichtigsten des Jahrzehntes. Petra Volpe zeigt uns hier, was an dem System falsch läuft und wie kurz wir vor einem Kollaps stehen. Der Film bezieht sich zwar auf eine Schweizer-Klinik, aber das Grundgerüst lässt sich natürlich auf alle Länder anwenden. Über all dem steht aber ein wirklich kraftvoller und berührender Film, der vollkommen zurecht die Nominierung für den Oscar verdient hat. Vielmehr hat er aber die Aufmerksamkeit aller Menschen verdient und sollte in meinen Augen auch in Schulklassen gezeigt werden. Absolut beeindruckend!
Davki90
Davki90

49 Follower 340 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 1. August 2025
Dieser Film ist allen Pflegefachkräften gewidmet. Unfassbar, was diese während Corona geleistet haben. Man sollte ihnen wirklich den allen grössten Respekt zollen. Es ist auch ein Hoch auf den Schweizer Film, sehr schön, dass dieser Streifen so gut funktioniert. Ein gutes Zeichen für die weiteren Zusammenarbeit mit Deutschland zum Beispiel. In deutschen Spitälern, ging es wohl noch etwas stressiger zu und her, aber für die Schweiz, ist das im Film dargestellte, ziemlich realistisch. Diesen Streifen zu schauen, ist ist sozusagen Pflicht. ;) Ich hoffe, dass unser Land weiterhin solche Filme produzieren kann und danke nochmals allen Pflegefachkräften und wünsche allen Schweizern, einen schönen 1. August, was unser Nationalfeiertag ist.
maria jarick
maria jarick

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4,5
Veröffentlicht am 30. Juli 2025
Sehr guter Film sehr authentisch zum Leben es zeigt das leben einer Krankenschwester sehr gut nur teilweise ist es noch schlimmer
Philemon 85
Philemon 85

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5,0
Veröffentlicht am 19. Mai 2025
Es handelt sich um einen Spiel- und nicht um einen Dokumentarfilm. Also ist der Aufbau eines Spannungsbogens mit gelegentlichen Überzeichnungen erlaubt. Eine exakte Abbildung der Realität kann nicht erwartet werden.

Die damit verbundene Aufgabe erfüllen Drehbuch und Regie hervorragend. Dank der famosen Leonie Benesch und ihren KollegInnen fiebert man den ganzen Film über intensiv wie selten mit. Denn die Dramatik des Pflegenotstands wird eindrucksvoll vermittelt.

Es ist eben kein geschönter Werbefilm für neue Pflegekräfte, sondern eher eine Aufforderung an alle gegenwärtigen und zukünftigen PatientInnen zu mehr Verständnis und Geduld mit dem Personal.

Jedenfalls geht man nach dem Kino sehr nachdenklich nach Hause - das wenigstens sollte man.
White Tiger
White Tiger

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5,0
Veröffentlicht am 21. April 2025
Wow, ein der eindringlichsten Filme seit Langem!
Ich habe den Film aus der Sicht der Tocher eines aktuell erkrankten alten Vaters gesehen. Da ich zur Zeit seit 3 Wochen jeden Tag meinen Vate besuche, bekomme ich natürlich auch die Probleme der wechseln Patienten im Nebenbett mit.
Nie habe ich einen Film gesehen der die Realtität in großen Teilen so exakt widerspiegelt!
Das ständige Warten auf den Arzt, man braucht Hilfe, es dauert sehr lange bis jemand kommt, der demente Patient, der die ganze Nach um Hilfe ruft, der einsame Patient der sehr verloren scheint.
Schwester die sich bemühen, aber leider auch einige die nur mürrisch ihre Arbeit verrichten.
Wenn in absehbarer Zeit die Babyboomer alt und krank werden (und wir sind viele), dann können wir uns alle warm anziehen.
Bis auf wenige Sequenzen war der Film durch und durch realstisch und verdient 5 Sterne (Meisterwerk).
Christine Müller
Christine Müller

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5,0
Veröffentlicht am 19. April 2025
Ich arbeite seit 25 Jahren als exam. Pflegekraft auf einer akut Station über 40 Betten. Wenn Pflegekräfte diesen Film als überzogen kritisieren, muss ich sagen dann arbeiten die wohl auf einer Privatstation, wie bei uns. Immer genug Personal, keine Vollpflege Patienten usw. Aber auf einer akut Station sieht das Leben anders aus. Es ist so wie geschildert. Klar gibt es einige kleinere Fehler, wie defibrilieren bei Asystolie macht man nicht. Aber darum geht es in diesem Film ja auch nicht. Der Film soll ja wohl aufzeigen wie es um die Pflegenden steht. Nicht gut. Weil ich nach 25 Jahren wirklich Tag täglich abbaue, und dieser Belastung Tag für Tag kaum noch standhalte. Man kann den Patienten nicht gerecht werden, und sich selbst schon garnicht. Und auch ich liebe diesen Beruf. Aber zu Empfehlen eine Ausbildung zur Pflegegfachkraft zu machen kann ich niemanden empfehlen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Zumindest solange nicht, wie solche Zustände herrschen. Also trotz kleiner unwichtiger Fehler, sehr guter Film. Vielleicht sieht den ja mal jemand der was ändern könnte.
Yvonne Frost
Yvonne Frost

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5,0
Veröffentlicht am 28. März 2025
Ich hab mich Gefühlt, wie auf meiner täglichen Arbeit. Sehr realistisch am Alltag. spoiler:
Isa Wayne
Isa Wayne

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2,5
Veröffentlicht am 23. März 2025
Sechs Jahre war ich in der Pflege als Pflegefachkraft. Vor zwei Jahren habe ich mich entschieden diesen Beruf zu verlassen - genau aus den Gründen, die im Film verinnerlicht werden.

Der Film spiegelt die bittere Realität in der Pflege wieder, so wie es jeden Tag in Krankenhäusern, Pflegeheimen usw. zugeht.
Ich denke, dass der Film zeigen will, wie grauenhaft die Zustände in der Pflege momentan sind. Dennoch hätte ich mir vom Film mehr gewünscht. Zum Beispiel Lösungsansätze - zu zweit auf einer überbesetzten Station. Es könnte ein burnout folgen. Wie geht es mit der pflegefachfrau weiter? Es wurde lediglich ein spätdienst gezeigt. Ja aber wie geht es mit Floria weiter? Wird sie es weiter durchziehen? Wird sie kündigen oder krank machen? Man hätte mehr darauf eingehen können. Dann geht es auch um Florias Familie, mit der sie kurz telefoniert. Es wird nicht wirklich verdeutlicht, wie die familiären Zustände sind.
Dann habe ich das Ende nicht verstanden. Außerdem war es ein offenes Ende. Man weiß nicht wie es mit Floria weitergeht. Dagegen wurden die Szenen, wo sie bei den Patienten war, zu sehr ausgekaut und zu sehr in die Länge gezogen. An sich ein guter Film, aber es bleiben offene Fragen.
Isabelle D.
Isabelle D.

330 Follower 512 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 22. März 2025
"Heldin" von Petra Biondina Volpe ist ein Film, den man unbedingt gesehen haben sollte. Gefühlt in Echtzeit und (scheinbar) ohne Schnitte gedreht, folgt die Kamera der Pflegekraft Floria Lind bei ihrer Nachtschicht in einem Schweizer Krankenhaus. Sie und ihre Kollegin sind an diesem Abend nur zu zweit und müssen noch eine Schwesternschülerin betreuen. Sie gibt ihr Bestes, kümmert sich hingebungsvoll und kompetent um ihre Patient*innen - so gut es eben geht, wenn die Zeit einfach hinten und vorne nicht reicht, um allen gerecht zu werden. Dadurch, dass keine Schnitte zu sehen sind, wirkt der Film so, als sei er in einer einzigen Einstellung, ohne Pause, gedreht worden.

Auch Floria hat keine Sekunde Pause, kann keine Sekunde kurz verschnaufen und durchatmen, sie muss die ganze Zeit da sein, sich konzentrieren, jeder Handgriff muss sitzen und jede Abweichung vom Plan und von der Routine bringt alles durcheinander. Es fängt bereits damit an, dass ein Patient zu spät zu seiner Operation kommt, und dann erstmal nicht aufhört zu telefonieren, lauter Sonderwünsche äußert und sich nicht an die Anweisungen hält. Doch auch ein Anruf der Tochter einer Patientin, die ihre Lesebrille am Vortag im Krankenhaus vergessen hat, stellt eine Irritation und potenziell gefährliche Ablenkung dar. "Können Sie nicht mal eben kurz ..." heißt es dann von den Patienten, die selbst vergessen, dass sie nicht die Einzigen sind, die von den Pflegekräften betreut werden. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststellung. Jedenfalls fehlt da einfach das Verständnis für die Arbeit der Pflegekräfte.

Gleichzeitig sind die Pflegekräfte am unteren Ende der Hackordnung im Krankenhaus. Wenn sie Ärzt*innen fragen, ob sie mal eben kurz bei einem Patienten vorbeischauen können, damit dieser nach 5-6 Tagen Aufenthalt endlich seinen Befund mitgeteilt bekommt, heißt es, sie hätten nun Feierabend und würden sich am nächsten Tag kümmern. Was ja ebenfalls ihr gutes Recht ist - doch die Pflegekräfte können sich dieses Recht nicht nehmen, ohne Menschenleben in Gefahr zu bringen. Und in einer solchen Situation ist es trotzdem nur eine Frage der Zeit, bis eben doch Fehler passieren - einige davon korrigierbar, andere potenziell lebensgefährlich.

Am Ende des Films kommt eine Texttafel, auf der steht, wie viele Pflegekräfte in der Schweiz und in Deutschland in den nächsten Jahren fehlen werden. Es ist erschreckend. Gleichzeitig hat man nach diesem Film einen kleinen Einblick und eine kleine Ahnung davon bekommen, was diesen Job ausmacht und wie wichtig er ist. Und dann werden diese Menschen so schlecht bezahlt und haben so schlechte Arbeitsbedingungen. Wie kann das sein?

Fazit: Ein erschütternder Film, der noch lange nachklingt. Und ein unheimlich wichtiger Film! Unbedingt sehenswert, nicht verpassen!
Botschiralda
Botschiralda

5 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 19. März 2025
Bisher das beste Movie in diesem Jahr - eindrucksvoll, bewegend, authentisch - Kritik an diesem Film kann ich in keiner Weise verstehen, auch nicht von Personen, die im Pflegeberuf tätig sind...
Natürlich will man niemanden verprellen, eine Ausbildung als Pflegekraft anzustreben - diesem Film jedoch anzulasten, er würde dies fördern, kann ich nicht nachvollziehen.
Der Film zeigt mit einer fantastischen Hauptdarstellerin auf, wieviel Energie, Empathie, Begeisterungsfähigkeit und vor allem CHARAKTER dazu gehört, diesen Beruf auszuüben, also, Hut ab vor allen Menschen, die diesem Beruf nachgehen..
Kurzum, jede Pflegekraft ist für mich persönlich ein absoluter Held/Heldin, und dies wird durch die Hauptdarstellerin Leonie Benesch in jeder Beziehung glaubwürdig dargestellt - ein Meilenstein des Kinos, ein Muss für jeden regelmäßigen Kinobesucher - einfach nur reingehen, und sich beeindrucken lassen...
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