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Wolfgang Neumann
4 Kritiken
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1,0
Veröffentlicht am 10. September 2025
Ich liebe Filme, die ihre auf verschiedenen Zeitebenen miteinander verknüpfte Geschichte erzählen - und wenn man dabei auch noch visuell so gekonnt ins frühe 20. Jahrhundert eintauchen kann, eigentlich umso besser. Und genau dafür gibt es auch den einen Stern. Trotzdem war ich froh, als der Film irgendwann endlich zu Ende war. Hier wird nicht behutsam erzählt - hier wird einfach nur gelangweilt. Dazu war der Film von vorne bis hinten untertitelt. Das mag bei den in Plattdeutsch gesprochenen Szenen Sinn ergeben, aber den allergrößten Teil des Films könnte man den Dialogen auch ohne Untertitel folgen, wenn man der deutschen Sprache einigermaßen mächtig ist. Außerdem wird nicht nur jede sprachliche Äusserung untertitelt, sondern auch permanent irgendwelche Geräusche wie 'Surren', 'Surren endet abrupt', 'blasender Atem', ''Dröhnen gesellt sich zum Heulen' etc. etc. Was soll das? Ich HÖRE die Fliege surren, ich will es nicht auch noch LESEN. Ich höre, dass die Filmmusik dramatisch ist, es zu LESEN ist nicht annähernd das Gleiche. Das nervt total und hat mir den Film zusätzlich noch verhagelt. Vielleicht haben wir ja heute die Version für Hörgeschädigte gesehen, aber falls nicht, frage ich mich ernsthaft, was das soll. Passt aber irgendwie zum Rest. Warum sind deutsche Filme eigentlich so oft so scheisse??.
Absurder Pessimismus getarnt als Realismus Enthält Spoiler.
In Interviews erklärte die Regisseurin, dass sie den Hof während der Pandemie erstmals besuchte und dort Urlaub machte. Sie schildert, wie sie in einer ruhigen Ecke des Hauses saß und fasziniert war von der Vorstellung, dass an genau diesem Ort „vor 100 Jahren, vor 80 Jahren wilde Dinge passiert sind“ — dass „Dramatisches und Banales an derselben Stelle geschehen“ sei.
Während ihrer Recherchen stieß sie nach eigener Aussage vor allem auf ein „idyllisches Bild“ des Lebens auf dem Hof. Diesem konnte sie aber nicht glauben — warum eigentlich, bleibt unklar. Dann entdeckte sie einen Satz in den Archiven:
„Die Magd muss für den Mann ungefährlich gemacht werden.“
In Interviews gibt sie offen zu, dass ihre weiteren Recherchen ins Leere liefen, was dieser Satz jetzt eigentlich bedeutet. Also beschloss sie, den Satz „halluzinatorisch“ (nach eigener Aussage) weiterzudenken:
Sie stellte sich vor, dass die Magd zwangssterilisiert wurde. Danach, so ihre Fantasie, sei sie jede Nacht von den Männern des Hofes missbraucht worden.
Das alles ist nicht durch Quellen belegt. Es ist eine freie Erfindung. Und es wirkt absurd. Was für ein krankes Weltbild muss man eigentlich haben, damit das wie die plausibelste Erklärung wirkt? Historisch viel naheliegender wäre die Deutung, dass es hier um moralische Kontrolle ging: sittsame Kleidung, räumliche Trennung, das Vermeiden von Versuchung, die Bewahrung von „Anstand“. Doch die Regisseurin entschied sich für das genaue Gegenteil — und dieser Ansatz prägt den gesamten Ton des Films.
Was folgt, ist eine über vier Generationen gespannte Erzählung, die in einer Atmosphäre von Unheil, Missbrauch und Verzweiflung ertränkt wird.
spoiler: Der Film beginnt mit einer Szene, in der ein tyrannischer Hausherr eine Magd ohrfeigt.
spoiler: Nach dem Krieg laufen mehrere Frauen angeblich mit Steinen in den Taschen in den Fluss, um Übergriffen durch die Besatzung zu entgehen — eine kollektive Verzweiflungstat, die historisch kaum plausibel wirkt.
spoiler: Ein Elternpaar jagt sogar den eigenen Sohn, um ihm mit einer Sichel den Arm abzuhacken, damit er nicht eingezogen wird — anstatt ihn zu verstecken oder andere Wege zu finden.
Fast jede Szene wird von dröhnenden, unheilvollen Klängen unterlegt, jede Einstellung wirkt von einer negativen Grundstimmung durchzogen. Sogar eine einfache Heuwagenfahrt wird zu einem Albtraum und endet im Tod.
Dabei hatte die Regisseurin in ihren Recherchen Hinweise auf Idylle und Normalität gefunden. Im Film aber ist davon nichts mehr übrig: Das dargestellte Bild ist einseitig grau, gewaltvoll und bedrückend — ein Albtraum, der als Historie inszeniert wird.
Bei der Premiere in Cannes erzählte Hauptdarstellerin Lena Urzendowsky, dass ein Mann nach der Vorstellung zu ihr gesagt habe:
„Nachdem ich den Film gesehen habe, habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben dafür geschämt, ein Mann zu sein.“
Die Schauspielerin nahm das als Bestätigung, und auch die Regisseurin zeigte sich damit zufrieden — als wäre kollektive Schuld irgendeine positive künstlerische Leistung, lmao.
Wir haben den Film mit vier Frauen gesehen. Keine von uns konnte sich mit den Figuren identifizieren oder deren Handlungen nachvollziehen.
Am Ende wirkt der Film wie eine verwässerte Version von Lars von Triers „Melancholia“: übermäßig melodramatisch, ohne die notwendigen Kontraste, verzweifelt auf Gravitas aus. Es fehlte eigentlich nur noch, dass irgendein Bauer ein Schwein missbraucht, um die Stimmung endgültig ins Extreme zu treiben.
Das Ergebnis ist ein verzerrtes, pessimistisches Zerrbild der Vergangenheit: Anschuldigungen ohne Belege, Trauma ohne Zwischentöne, Leid ohne Hoffnung.
Und dennoch: Die handwerkliche Qualität ist unbestreitbar. Beeindruckende Kameraarbeit, präzises Color Grading, meisterhafte Kostüme. All das jedoch verschwendet an eine Erzählung, die in sich selbst verloren wirkt, die so besessen ist vom eigenen Pessimismus. Das im Feuilleton viel besprochene "sich kollektiv darin wiederfinden" ist mehr manufactured consent als wahre Identifikation...
Fazit
Ein visuell herausragender, aber inhaltlich fehlgeleiteter Film. Eine ausufernde Unheils-Fantasie, die historische Realität durch düsteren Pessimismus ersetzt. [/spoiler]
Wer unbedingt selbst in eine Depression rutschen will, der kann sich den Film ansehen. Es bleibt ein schaaler, sehr deprimierter Nachgeschmack. Welchem kranken Geist mag dieser Film entsprungen sein! Geht es der Regisseurin darum, mit noch mehr Grausamkeit, Tristess, Verwahrlosung, Hoffnungslosigkeit und mehrfachen Todessehnsüchten ... und durchgeführten Suiziden Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erhaschen.... um die Schwierigkeiten in der heutigen Realität vielleicht noch übertrumpfen zu können? Es scheint nicht darum zu gehen, die schwierigen Lebensumstände der Menschen in den unterschiedlichen Zeitepochen darzustellen, sondern es ist wohl eher ein Labsal an den Grausamkeiten, welche sich in dem langatmigen Film immer mehr steigern. Filmschaffende haben auch eine Verantwortung den lebenden Menschen gegenüber - ihren "Kunden", die sich diese Filme ansehen sollen. Geht es den Filmemachern darum, die Menschen in noch mehr Hoffnungslosigkeit mit solchen Filmen zu treiben? Ich habe noch vor Filmende die Vorstellung verlassen - aus Selbstschutz. Mein Fazit: Meidet diesen Film = nicht anschauen. Es ist ein sehr schlechter Film!
Ich schreibe eigentlich keine Kritiken, aber dieser Film war ein großes Ärgernis und zudem eine Beleidigung fürs Auge. Das Bild krisselig, teils unscharf - und das lag nicht am Kino! - und das Leinwandformat war etwas fürs Fernsehen, nichts fürs Kino. Dass es für so eine schlechte Filmpräsenz überhaupt Medienförderung gibt, ist eine Frechheit bei den heutigen Eintrittspreisen. Der Trailer ist ganz anders als der Film - lebensfroh und es wird in ganzen Sätzen gesprochen. Ich habe den Kinosaal nach einer Stunde mit meinem Partner verlassen, weil uns das einfach zu blöd war - kryptische Sätze, durchgängig düstere, symbolträchtige Bilder, sexuelle Andeutungen, diverse Personen, die über die Leinwand laufen, ohne dass die Zusammenhänge erläutert werden. Eine Frau, die einen Penis in der Hand hält und sagt "Warm." Echt, jetzt? Das ist wieder so ein künstlerisch anspruchsvoller Film für die Tonne.
Ein absolut zerstörerischer Film, wo ich mich frage: Welche Drogen wurden konsumiert, welch kranke perverse Phantasie hat jemand, der sich so einen Stoff einfallen lässt. Und dieser Film wurde in Cannes ausgezeichnet...Einfach nur krank! Triggerwahnungen müssten gleich mehrere ausgesprochen werden, der Film kann retraumatisieren, der Film verbreitet einfach nur eine düstere, depressive Grundstimmung! Überhaupt, in kleinstem Maße empfehlenswert!!!
Nach einer knappen Stunde musste ich den Kinosaal verlassen, selten habe ich mich so gelangweilt. Mir fehlte jede Kreativität, Inhalt. Damit muss ich meine Zeit nicht verschwenden,.
Wie man an den Kritiken merkt, ist der Film nichts für schwache Nerven - oder ebenso fragile Männeregos. Spannender, künstlerischer Film, der in Form von tiefer Symbolpsychologie Einblick in die Welt einer Frau der vergangenen Epochen gibt. Sehr gelungen!
Bereits nach 15 Minuten wollte ich nur noch raus. Dunkel, negativ, langwierig/weilig, Ja, ein Kunstfilm mit guten Schauspielern und Filmaufnahmen aber zu Düster und Dunkel. Ich mag schon Filme die sich kritiscvh mit etwas ausdeinandersetzen, aber über 2 Stunden düstere Welt. Nein danke. Einer der wenigen Filme wo ich vorher rausgegangen bin.
Man muss sich schon sehr für Selbstmordfantasien, Sterben und Tod interessieren, um diesem düsteren und trostlosen Film etwas abzugewinnen. Bedrückend statt bewegend. Eine Oscar-Chance sehe ich hier nicht.